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Montag, 8. September 2014

Nachgetreten: Auch Khola Maryam Hübsch sitzt in der Glaubwürdigkeitsfalle (ZDF "log in" vom 7.8.2014)

Zum medialen Nachlauf des israelischen Verteidigungskriegs gegen die faschistische Hamas in Gaza gehört, dass das Islam-Thema einmal mehr in sämtlichen Talkshows präsent ist. Die Sendungen sind zunächst durch das eine Problem gekennzeichnet: ihre Gäste. Bei diesen handelt es sich zumeist einerseits um deutsche Politiker, die in dieser Eigenschaft keine Ahnung vom Islam und schon gar nicht von Islamkritik haben, andererseits um muslimische Verbands-Funktionäre, also Personen, die selbst involviert sind und von denen kritisch reflektierende Töne daher ebenso wenig zu erwarten sind wie von einem Fleischermeister über die Folgen exzessiven Fleischkonsums. Das Ergebnis sind Debatten, die pfeilgerade am Kern des Themas vorbeigehen und den Zuschauer bestenfalls ratlos zurücklassen, aber in der Gewissheit, dass also weiter gewurschtelt wird wie bisher. Den islamischen Typus verkörpert dabei zum Beispiel Khola Maryam Hübsch, die in letzter Zeit im Fernsehen dauerpräsent scheint und in ihrer Funktion als Aushängeschild einer bestimmten islamischen Richtung, nämlich der Ahmadiyya Muslim Jamaat, ihrem verstorbenen Vater Gerhard Hübsch nacheifert.
Khola Maryam Hübsch, die sich schon durch ihre Kleidung als Anhängerin der Ahmadiyya-Gemeinschaft zu erkennen gibt (ihr Kopftuch bedeckt eng anliegend sowohl Stirn als auch Kinn), trat also u.a. am 7.8. in der Sendung "log in" auf, der hippen, jungen, und trotzdem irgendwie drögen Quasselsendung des ZDF, die nebenbei Chats, Foren und soziale Netzwerke einbindet, soll heißen neue Medien, bei denen sich kritische Nachfragen noch effektiver aussortieren und unterdrücken lassen als früher am Zuschauertelefon. Thema der Sendung "Wächst in Deutschland ein neuer Judenhass?", allein das schon eine Zumutung, denn der "neue" Judenhass wächst nicht, sondern ist längst da und äußert sich in antijüdischen Parolen, Demonstrationen und Ausschreitungen, kurzum einem antijüdischen Ressentiment, das in dieser Qualität und Dimension in Deutschland seit 1945 nicht mehr aufgeschienen ist. Nur sind seine Träger diesmal nicht fanatische antisemitische Deutsche, sondern - Muslime. Frau Hübsch, die als Markenzeichen stets ohne Punkt und Komma spricht, was entweder Entschlossenheit signalisieren oder aber dem Gegenüber keine Gelegenheit zur Widerrede geben soll, wäscht "den Islam" als an sich "friedliche Religion" rein. Schon in ihrem ersten Statement fegt sie das Thema des islamischen Antisemitismus vom Tisch, die Frage nach den Wurzeln des antijüdischen Ressentiments spielt in der Sendung keine Rolle. Kritische Nachfragen seitens des überforderten Moderatoren-Duos: Fehlanzeige.
Bevor aber Frau Hübsch Expertisen über Antisemitismus bzw. Judenfeindschaft abgibt, sollte sie sich mit den Aussagen über Israel und Juden im Schrifttum ihrer eigenen religiösen Gemeinschaft, der Ahmadiyya Muslim Jamaat, auseinandersetzen. Ihr Vater war bekanntlich ein hochrangiger Funktionär dieser islamischen Gemeinschaft in Deutschland. Dass Frau Hübsch nie zumindest von diesem Gedankengut gehört haben sollte, ist dann doch sehr unwahrscheinlich. So trägt auch sie einmal mehr zum Eindruck einer Sendung bei, in der mehr um das Thema Antisemitismus und die Hintergründe - gerade auch unter türkischen und arabischen Immigranten - herumgeredet, als aufgeklärt wurde. In den Schriften der Ahmadiyya Muslim Jamaat, die auch online problemlos abrufbar sind, steht u.a. explizit im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt:

 Verunglimpfung der Israelis als “Kindermörder” in den palästinensischen “Flüchtlingslagern”:

“…look at the thousands of people of all ages, elderly, young and infants, who are helplessly languishing in camps. They are killed mercilessly; the skulls of infants are cracked open with rocks; children are brutally murdered in front of their mothers, and
the mothers soon follow their children on the death trail.” (Zitatende)
Israel ist steckt auch hinter der Invasion und Besetzung Kuwaits durch Saddam Husseins Irak:

“My apprehension is that Iraq will be subjected to horrific revenge and it may be blown to bits. The fire of their revenge will not quench until they annihilate this up-and-coming Muslim country which is an exceptional force in this region. These ill-intentions were first conceived in Israel. (…) God alone knows how Iraq was lured into occupying Kuwait and the whole sinister development ensued?” (Zitatende)
Beide Zitate entstammen aus einer Reihe von “Freitagspredigten” des vierten “Kalifen” der Ahmadiyya anlässlich des Golfkriegs 1990.
Besonders aufschlussreich die Schrift “Der Konflikt im Nahen Osten im Lichte himmlischer Prophezeiungen”, wo es u.a. heißt:

„In den Ahadith (Aussprüchen des Heiligen Propheten Muhammad, Friede und Segen Allahs seien auf ihm) stoßen wir auf zahlreiche wichtige Einzelheiten über die Taten von Gog und Magog auf der einen Seite und das Unglück der Muslime und ihre letztliche Rettung durch die Hand des Messias auf der anderen Seite. Zum Beispiel bestätigen die Ahadith ausdrücklich, daß in den letzten Tagen ein heftiger Kampf zwischen den Juden und den Muslimen ausbrechen werde und daß am Ende Allah Sieg den Muslimen gewähren würde:

Prophezeiung, daß die Juden eine endgültige Niederlage durch die Hand der Muslime erleiden werden

„Es wird von Abu Huraira berichtet, daß ein schwerwiegender Zusammenstoß zwischen Muslimen und Juden stattfinden wird, und zwar in den letzten Tagen. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung wird sein, daß die Muslime beginnen werden, die Juden zu töten. Die Juden werden sich selbst hinter einem Stein oder einem Baum verbergen. Dann wird der Stein oder der Baum laut ausschreien: „0 Muslim, 0 Diener Allahs, hier ist ein Jude, der sich hinter mir verbirgt, komm und töte ihn.“ (Sahih Muslim: Kitab-al-Fitn)” (Zitatende)
Das dort verwendete Hadith, welches den Anbruch des Jüngsten Tages mit der Austilgung des Judentums verknüpft, findet sich in exakt dieser Form auch in der “Charta” der islamistischen, neofaschistischen Hamas. All das verkörpert den Inbegriff des antijüdischen Ressentiments.
Was tut aber ein hochbezahlter Staatssender mit Bildungsauftrag wie das ZDF, wenn ein Zuschauer darauf aufmerksam macht, dass ein Gast wie Khola Maryam Hübsch offenbar gewisse Glaubwürdigkeitsdefizite aufweist? Richtig - rein gar nichts. Null.
Drei Wochen später war Frau Hübsch wieder bei "log in" zu Gast.

Link: "log in": "Wächst in Deutschland neuer Judenhass?"

Aiman Mazyek hat Post

Aiman Mazyek, Vorsitzender des "Zentralrats der Muslime in Deutschland" (ZMD), hat einen schönen Text geschrieben. Über das brutale Terroristen-Heer vom IS (Islamischer Staat) in Syrien und Irak, dessen Treiben die Muslime verurteilen sollen, auch wenn es an sich nichts mit dem Islam zu tun hat. Denn "gleichzeitig wird uns täglich in den Medien vor Augen geführt, wie die ISIS im Namen des Islams schreckliche Verbrechen begeht. Die ohnehin zugenommene Islamfeindlichkeit hierzulande wird dadurch weiter angeheizt." So gesehen sind nicht nur die Muslime in der Pflicht, sondern auch "die Medien", die das ganze Elend berichten und so Islamophobie erzeugen. 
Daher hat der "Koordinationsrat der Muslime" (KRM) die laut Mazyek "folgenschwere" Entscheidung getroffen, eine konzertierte Aktion der Verbände unter dem Motto "Muslime stehen auf gegen Unrecht" bzw. "Muslime stehen auf gegen Hass und Gewalt" nach dem Freitagsgebet am 19.9. durchzuführen. "Ich will es so sagen und rede damit mitnichten der Reziprozität das Wort: Ich bin ein Jude, wenn eine Synagoge angegriffen wird, ein Christ, wenn in Irak diese vertrieben werden und ein Muslim, wenn Anschläge auf Moscheen hierzulande stattfinden. Uns wird allmählich klar, Empathie, Solidarität und Anteilnahme kann nicht plakativ oder argumentativ herbei lamentiert werden."
So weit, so gut. "Arsch huh, Zäng ussenander." Gegen die Botschaft ist an sich nichts einzuwenden, sieht man einmal von schiefen Vergleichen und eigenartigen Floskeln ab, die Mazyeks Texte typischerweise durchziehen. Allerdings kann es sich Mazyek am Schluß nicht verkneifen, aus den islamischen Überlieferungen (Hadith) zu zitieren, um die geplanten Aktionen sozusagen "theologisch" zu untermauern. Sein letzter Satz lautet: "Ferner sagt er [Mohammed]: „Ein Muslim ist derjenige, vor dem andere Menschen IN SICHERHEIT sind!“ 
Leider befindet sich unter dem "Zitat" keine Quelle, kein Link und kein Querverweis. Also bleibt nichts anderes übrig, als selbst einmal in den einschlägigen Sammlungen der Überlieferungen nachzusehen. Das kommt dabei heraus:
`Abdullah Ibn `Amr Ibnal `As, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: Ein Mann fragte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm: Wer ist der beste unter den Muslimen? Er erwiderte: Derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. [Sahih Muslim Nr. 57]
Abu Musa, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:Ich fragte den Gesandten Allahs: Wer lebt den Islam am besten? Er antwortete: Derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. [Sahih Muslim Nr.59]
Abdullah Bin Umar (r) gibt an, den Heiligen Propheten (s) gesagt haben zu hören: »Ein wahrer Muslim ist der, vor dessen Hände und Zunge die anderen Muslime sicher sind. Der wahre Auswanderer ist der, der das verlässt, was von Gott verboten ist.« BUKHARI
Der Unterschied zu Mazyeks Version dürfte klar sein. Die Sammlungen von Muslim und Bukhari werden im Allgemeinen als "gesund", also authentisch angesehen. Auch in den englischen und französischen Übersetzungen o.g. Verse ist davon die Rede, dass die "anderen Muslime" vor den Muslimen "in Sicherheit" seien. Sie stützen gerade die These, dass dem Islam laut seiner heiligen Überlieferungen keine goldene Regel eingeschrieben ist, d.h. "was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.", sondern in Ethikfragen doppelte Standards gelten, wobei die Trennlinie genau zwischen Muslimen und Nichtmuslimen verläuft. Oder zwischen Muslimen und anderen Muslimen, welchen erstere ihr Muslimsein aberkennen, was in Nahost derzeit pausenlos geschieht und meist im Blutbad endet. In dieses Bild passt auch, dass Christen und Jesiden im Irak laut Berichten von Überlebenden oftmals nicht erst von den heranrückenden IS-Kämpfern aus ihren Häusern vertrieben worden sind, sondern von ihren eigenen muslimischen Nachbarn.
Da zumindest mir kein einziger Vers aus den Hadith-Überlieferungen bekannt ist, der Aiman Mazyeks Version bestätigt, habe ich ihn am 6.9. per E-Mail um die Nennung seiner Quellen gebeten. Antwort steht aus. In die von ihm ausgemachte "Glaubwürdigkeitsfalle" tappt Aiman Mazyek zuerst selbst.

Link: "Muslime in der Glaubwürdigkeitsfalle"

Samstag, 25. Februar 2012

Respekt, Herr Dawkins!

Apropos "Respekt" (s.u.) - der kämpferische Atheist Richard Dawkins hat den meinen - schon allein für die Aktion, in der Debatte mit einem muslimischen Würdenträger diesem die Antwort auf die Frage aus der Nase zu ziehen, was im Islam traditionell die Strafe auf Apostasie, Abfall vom islamischen Glauben, sei: nämlich die Todesstrafe.
Zum Thema siehe auch: ägyptischer Religionsminister über "islamische Meinungsfreiheit" (Link).

Ahmed Kreusch über "Respekt"

Für die Homepage des sogenannten "Zentralrats der Muslime" hat ein Architekt, Künstler und "Beuys-Schüler" namens Ahmed Kreusch einen Text zum Thema "Respekt" verfasst. Selten habe ich in einem so kurzen Traktat derart große Weltfremdheit gelesen.
Demokratie und Toleranz werden heute gerne auch als Schlagworte benutzt. Entscheidend für beide Begriffe ist aber, ob sie auf der Grundlage von Respekt praktizieren; Respekt vor anderen Menschen, ihren Kulturen, Religionen, ihrer Sprache, ihrem Anders-Denken, ihrem Anders-Sein.
Man mag mich altmodisch nennen, aber ich gehöre zu den Menschen, für die Respekt verdient und nicht gratis und noch dazu im Voraus entboten wird. Ich respektiere die Menschenfresser-Rituale der alten Papuas ebenso wenig wie die Menschenopfer der Azteken, ich respektiere das indische Kastenwesen nicht und die traditionelle hinduistische Witwenverbrennung ebenfalls nicht. Niemand  wird mir vorschreiben, wovor ich Respekt zollen soll, auch kein zum Islam konvertierter Beuys-Schüler aus der Eifel. 
Ohne diesen Respekt wird aus Demokratie eine Diktatur der Mehrheit über Minderheiten. So werden mit mehrheitlich im Parlament beschlossenen Gesetzen z.B. in Deutschland dann unsinnige, überflüssige „Maßnahmen“ gegen Menschen, die anders sind, durch-“gesetzt“, obwohl niemand durch deren anderes Verhalten behindert, bedroht oder beleidigt wird. Ein eklatanter Widerspruch zum Artikel 4 des Grundgesetzes.
Es ist fraglich, aus welchem Jahrhundert oder von welchem Planeten Herr Kreusch diese Wahrnehmung gewonnen hat - das gegenwärtige Deutschland kann es jedenfalls nicht sein. Das Gegenteil ist der Fall: für Minderheiten werden laufend neue Ausnahmeregeln geschaffen, welche Normen und Gesetze aushebeln, an die sich die Mehrheit, also alle Menschen, die leider nicht für sich reklamieren können, "anders" zu sein, gemeinhin hält. Beispiel Homo-Ehe, Beispiel Muslim, der nicht in der Spirituosenabteilung arbeiten will, vor Gericht zieht und erstinstanzlich Recht bekommt, Beispiel die Errichtung repräsentativer religiös-islamischer Zentren, neuerdings anscheinend in den Kanon der Menschenrechte aufgenommen.
Ohne diesen Respekt wird aus Toleranz egoistische Heuchelei: „Natürlich bin ich tolerant. Solange du mich in Ruhe lässt, kannst du genauso wie ich machen, was du willst!“ Ohne diesen Respekt wird aus Integration die verdeckte Forderung nach „Assimilierung“, auch wenn sie scheinbar noch so wohlwollend verpackt wird in dem „Wunsch“, diesen Menschen zu helfen, „damit sie so schnell wie möglich werden wie wir!“
Und mit dem, was Ahmed Peter Kreusch für Respekt hält, wird aus Toleranz eine Untugend, die ebenso perfide wie gefährlich ist, nämlich Ignoranz.  In neu geschaffenen "Integrationsministerien", typischerweise mit turk- oder arabstämmigen Ministern besetzt, wird statt Integration, die immer auch und notwendigerweise eines gewissen Grades an Assimilation bedarf, eine islamorientierte Klientelpolitik betrieben, die keineswegs das aus dem klassichen Verständnis von demokratischer Politik bekannte Volkswohl befördert. Es wird sozusagen eine "Parallelgesellschaft" auf Regierungsebene installiert. 
Die islamkritische Soziologin Necla Kelek hat festgestellt, dass Islam und Muslime in Deutschland "unter Naturschutz" stehen, wie exotische Pflanzen, die in ihrem Biotop vegetieren, das sie vor "schädlichen" Umwelteinflüssen wie Kritik, Leistungsanspruch und Anpassungsdruck abschirmt. Dass damit ein neues Klischeebild "der Muslime" gehegt und gepflegt wird, fällt den Wortführern der "Toleranz" und des "Respekts" nicht auf - dem politischen Islamismus aber spielt es in die Hände. "Die Muslime" haben sich eben in ihrem garantierten "Anderssein" einzurichten, und dieses "Anderssein" bezieht sich für islamistische Gruppierungen wie eben dem ZMD vor allem auf die kritiklos anzunehmenden Eigenheiten der islamischen Weltanschauung. 
Erst der Respekt vor den Menschen anderer Art, ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache etc. bringt uns dazu, diesen Menschen zu helfen, sie zu schützen, sie zu akzeptieren, so wie sie sind, und nicht von ihnen zu verlangen, so wie wir zu werden. Denn der Respekt zwingt uns, wenigstens zu versuchen, die Lebensweise der anderen Mitmenschen zu verstehen, und nicht ihre Lebensformen oberflächlich ab zu tun, zu belächeln oder gar zu diskriminieren.
Statt von "den Muslimen" zu verlangen, "so wie wir zu werden", nimmt Kreusch sie lieber an die Hand wie verirrte, unmündige Kinder.  Denen man keine reflexiven Gedanken nahebringen kann wie etwa dem, dass der islamische Fundamentalismus tatsächlich etwas mit den Fundamenten des Islam zu tun haben könnte. Auch wenn das nicht "oberflächlich" wäre, aber wer auf diese Idee kommt, ist für die einen ein "Rassist", für die anderen "kein wahrer Muslim" - so viel Oberfläche muss dann doch sein.
Der Respekt lässt uns eben „keine Ruhe“, er bringt uns dazu, aktiv diesen anderen Menschen zu helfen gegen Unrecht, gegen Verleumdungen, Beleidigungen, gegen Intoleranz und Zwangsmaßnahmen, „legales“ Unrecht durch Gesetze, auch wenn es uns Mühe macht und wir gegen den Strom schwimmen müssen.
Doch wohl auch gegen Steinigungen, Hinrichtung von Apostaten, Christenverfolgung, Homophobie, Terrorakte, Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, einen stupenden Antisemitismus bzw. Judenhass und abstruse Fatwa-Gutachten? 
Unsere Welt ist mehr und mehr eine Welt der Respektlosigkeit geworden, ein Erbe von Kolonialismus und Rassismus, Respektlosigkeit aber nicht nur gegen Menschen, auch gegen die Natur und Schöpfung. Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.
Da religiöser und gesellschaftlicher Pluralismus, Toleranz und Respekt für andere Kulturen und Lebensweisen fürwahr keine islamischen Errungenschaften sind, wie die Praxis vom siebten Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigt - von der lausigen Situation nichtislamischer Minderheiten in islamischen Gesellschaften ganz zu schweigen - würde es sich eigentlich lohnen darüber nachzudenken, welchen Anteil der Islam an diesem "Erbe" hat. 

Quelle: http://www.islam.de/19794

Sonntag, 20. März 2011

USA helfen nun Al Kaida in Libyen aus

Dass Diktatoren notorische Lügner sind, liegt in der Natur der Sache. Diktatoren, die sich wie Muammar el Gaddafi vier Jahrzehnte lang an der Macht halten, sind jedoch obendrein ziemlich schlau und sind glänzende Anwälte in eigener Sache. Daher wissen sie, dass es hilfreich sein kann, den eigenen Lügen immer ein paar Körner Wahrheit beizumengen. 
Genau das tut Gaddafi nun, wenn er die Rebellion im eigenen Land u.a. als den verlängerten Arm von Al Kaida, der Muslimbruderschaft etc. bezeichnet. Es nützt seinem Regime bisher allerdings nicht viel, die westlichen Massenmedien und die westlichen Politiker haben sich bereits darauf verständigt, wer in dieser Auseinandersetzung die Guten sind und dass es sich bei dem Aufruhr in Libyen um einen allgemeinen Volksaufstand handle, auch wenn die Art und Weise, wie die Kämpfe geführt werden, eher nicht auf einen solchen schließen lässt.
Dass Bengasi und der Osten Libyens Hochburgen des "Islamismus" seien und sich auf die Einwohnerzahl dortiger Ortschaften hochgerechnet mehr Dschihadisten für den Einsatz gegen die Alliierten in Irak etc. rekrutierten als aus jedem anderen islamischen Land, schreibt etwa die "Asian Tribune" und andere östliche Zeitungen:
Well known to the United States policymakers in Obama White House and Clinton State Department along with the National Security Council but not widely known to American mainstream media, the U.S. West Point Military Academy’s Combating Terrorism Center document reveals that Libya sent more fighters to Iraq’s Islamic militancy on a per-capita basis than any other Muslim country, including Saudi Arabia.
Perhaps more alarmingly for Western policymakers, most of the fighters came from eastern Libya, the center of the current uprising against Muammar el-Qaddafi.
The analysis of the Combating Terrorism Center of West Point was based on the records captured by coalition forces in October 2007 in a raid near Sinjar, along Iraq’s Syrian border.
The eastern Libyan city of Darnah sent more fighters to Iraq than any other single city or town, according to the West Point report. It noted that 52 militants came to Iraq from Darnah, a city of just 80,000 people (the second-largest source of fighters was Riyadh, Saudi Arabia, which has a population of more than 4 million).
Benghazi, the capital of Libya’s provisional government declared by the anti-Qaddafi rebels, sent in 21 fighters, again a disproportionate number of the whole.
If the 2007 captured records revealed the Eastern Libyan participation in the anti-coalition forces militancy in Iraq one could imagine the Banghazi-Darnah export of Islamists since then.
“Libyans were more fired up to travel to Iraq to kill Americans than anyone else in the Arabic-speaking world,” Andrew Exum, a counterinsurgency specialist and former Army Ranger noted in a blog posting recently. “This might explain why those rebels from Libya's eastern provinces are not too excited about U.S. military intervention. It might also give some pause to those in the United States so eager to arm Libya's rebels.”
Quelle: Libyan rebellion has a radical Islamist fervor (Asian Tribune, 17.3.2011)
 Die USA, Großbritannien und Frankreich helfen nun ausgerechnet ihren Todfeinden aus. Eine Ironie der Geschichte.



Dienstag, 8. März 2011

Gehört der Islam zu Deutschland, Herr Mazyek?

Nachdem die Aussage des neuen Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU), der Islam gehöre historisch gesehen nicht zu Deutschland, in den Islamverbänden zu der inzwischen anscheinend auf Knopfdruck abrufbaren Empörung geführt hat, versucht Aiman Mazyek, Vorsitzender des "Zentralrats der Muslime in Deutschland" (ZMD), die Gegenthese aufzustellen. Ganz leicht ist das nicht, doch im Gegensatz zum Oberhaupt der "türkischen Gemeinde", Kenan Kolat, der sich im Stile eines halbstarken Jugendbandenchefs geriert ("Wenn der Innenminister Streit sucht, wird er ihn bekommen!") ficht Mazyek mit dem leichten Florett. Das Hackebeil packt Mazyek auch nur dann aus, wenn es nicht gegen einen Bundesminister, sondern die Inanspruchnahme der Meinungsfreiheit durch die namenlosen Normalbürger geht - die "islamophoben Geschwüre", wie er sich auszudrücken pflegte.
Zunächst fällt auf, dass Aiman Mazyek einmal mehr auf die "Differenzierung" verzichtet, die er islamkritischen Stimmen stets abverlangt. Der Islam gehört zu Deutschland. Der Islam? Ich dachte, es gibt nicht den Islam. Wann immer ein Skeptiker über einen Zustand klagt, der allem Anschein nach durchaus dem Islam zuzuordnen ist, zerfällt der Islam in seine ominösen "Facetten", bei denen es zu differenzieren gilt - und zwar solange, bis jede konkrete Kritik ins Leere läuft. Äußert sich ein islamischer Verbandsfunktionär hingegen über sein Klientel, gibt es den Islam plötzlich doch. Mazyek macht hier keine Ausnahme; er ist der Prototyp des islamischen Polit-Lobbyisten.
Ein arabisches Sprichwort besagt: "Die Liebe zum Vaterland kommt vom Glauben". Längst ist Deutschland im Herzen vieler Muslime Teil ihres Denkens, dessen sind wir alle Zeuge, nicht zuletzt bei unserer Fußballnationalmannschaft. 
Mir gellen noch jetzt die Pfiffe von 30.000 Türken in den Ohren, welche die deutsche Nationalhymne fast unhörbar machten, damals am 8. Oktober 2010 beim Qualifikationsspiel  Deutschland - Türkei für die Fußball-EM, ausgetragen im Olympiastadion von Berlin, im Herzen der Stadt mit den meisten türkischen Einwohnern westlich von Istanbul.
Die eigentliche Frage ist doch: Ist Deutschland bereit, seinen deutschen Muslimen eine Chance zu geben, oder verweist es – wie die Sarrazin-Thesen es deutlich machen – sie direkt auf die Anklagebank und geht damit einem konstruktiven Dialog aus dem Wege? 
Jeder Türkischstämmige, jeder Muslim hat in Deutschland prinzipiell dieselben Chancen auf Bildung und Arbeit wie jeder andere Bürger auch. Was Mazyek mit diesem Exkurs in die Sozialkunde bezweckt, wo doch auch Sarrazin nicht mehr will als Chancengleichheit, dürfte wohl die Erringung von mehr islamischer Einflußnahme der Verbände auf die bundesdeutsche Politik sein.
Wer übersieht, dass Europa, gar Deutschland, und Islam eine lange Geschichte verbindet, möge den West-Östlichen Divan unseres Nationaldichters Johann Wolfgang Goethes wieder einmal lesen, die großen Universalgelehrten Ibn Sina (Avicenna) und Ibn Ruschd (Averroes) zur Kenntnis nehmen oder wenigstens die 700-jährige Geschichte des Islam in Spanien berücksichtigen.
Wenn ein Dichterfürst ein Buch über eine Weltgegend veröffentlicht, von der er so gut wie keine Ahnung hat (vgl. Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise) dann ist das eine Geschichte, aber keine Geschichtsschreibung mit Anspruch auf  historische Faktizität und Plausibilität. Gleichwohl versuchen diverse Islam-Apologeten dieses Missverständnis auf die Spitze zu treiben, indem sie Goethe posthum zum Muslim erklären.
Die Leistungen Avicennas oder Averroes auf den Islam zurückzuführen ist ungefähr so, als würde man Lebenswerk und Bedeutung Giordano Brunos mit der Ketzerverfolgung durch die katholische Kirche erklären. Beide schufen ihre bahnbrechenden Werke nicht weil, sondern obwohl sie Muslime waren.  Sie und ihresgleichen kamen durch ihre Forschung in Konflikt mit der islamischen Orthodoxie, die ihre Schriften konfiszierte und vernichtete. Wissenschaft und freie Forschung wurden im Islam im Keim erstickt, das Wie und Wann hat dieses Blog bereits thematisiert.
Und das bis heute euro-arabische Malta, den europäisch-muslimischen Balkan, das vom Orient kulturell durchdrungene Sizilien und die über 500-jährige Enklave der muslimischen Tataren in Polen sind ein beredetes Zeugnis muslimischer Präsens in Europa.
Sowohl das sagenumwobene Al Andalus, der vielleicht 150jährigen Blütephase des maurischen Spaniens während der milden Herrschaft einer Berberdynastie, als auch die "Durchdringung" des süd- und südosteuropäischen Raumes gründeten letztlich auf der militärischen Konfrontation zwischen dem islamisch und dem christlich geprägten Kulturkreis, die sich jahrhundertelang nicht als Partner Seit an Seit, sondern als Feinde gegenüberstanden.  "Beredtes Zeugnis" legen auch die zahllosen Denkmale, Brunnen und Gemälde ab, die an die Türkenkriege und die Belagerung von Wien 1529 und 1683 erinnern, aber niemand käme deswegen auf die Idee, "der Islam" stehe an der Wiege Europas, der westlichen Zivilisation.
Schließlich bargen Muslime die griechischen-hellenistischen Fundamente der europäischen Zivilisation, vor allem Aristoteles, vor der Versenkung, indem sie sie ins Arabische übersetzten. Die griechischen Wissenschaften – als maßgebliches Erbe Europas – wanderten also vom Griechischen über das Arabische ins Lateinische. Wir stehen also im Abendland auch auf morgenländischen Beinen. 
Die Übersetzer der griechischen Quellen waren häufig gebildete Dhimmis, unterworfene Juden und Christen. Der Islam als religiöses System hat sich seit seiner Frühzeit vehement gegen die Befruchtung durch den hellenischen Geist gewehrt. Mit dem Absterben der Forschung gerieten auch die griechischen Wissenschaften und ihre Autoren in Vergessenheit; muslimische Plünderer vernichteten zehntausende von Original-Texten allein in der großen Bibliothek von Alexandria. Zudem: was an Wissen über den Umweg der arabischen Gelehrten nach Europa drang (allerdings ebenso über das oströmische Reich, doch das verschweigt Mazyek), trug keinen islamischen Impuls in sich, sondern war eben - griechisch.
Die Befruchtung der abendländischen Zivilisation durch den Islam war nicht essentiell und ist im Einzelfall nicht nachweisbar. Wo ist der Einfluss des Islam auf die politischen Systeme der europäischen Staaten? Auf die Gewaltenteilung? Wo auf die Rechtsprechung? Welche Rolle spielte der Islam in der europäischen Wirtschaftsgeschichte, der Entwicklung von Bankwesen, von Freihandel? Was ist sein Anteil an der Aufklärung, an Bürger- und Menschenrechten, der Emanzipation der Frau?
Hätte der Islam all diese Entwicklungen vorgelebt oder wenigstens nachvollzogen, bräuchten wir keine "Islamkonferenz" und bräuchte es keinen "Dialog". Veranstaltungen dieser Art nutzen Islamverbände wie Mazyeks ZMD seit Jahren, um sich als Stimme "der Muslime" zu profilieren und Zug um Zug ihre Schlüsselposition in der Integrationsdebatte auszubauen. In der Folge beherrschen inzwischen Themen das politische Alltagsgeschäft und die Massenmedien, die noch vor wenigen Jahren vollkommen nebensächlich waren. Etwa die Rolle der Scharia, des allahgegebenen islamischen Rechts. Unter dem Begriff der Scharia konnte sich noch vor zehn Jahren kaum jemand etwas vorstellen - heute scheint sich der gesamte Diskurs nur noch darum zu drehen, wie (nicht ob!) die Scharia in das deutsche Recht "integriert" werden kann. Und genau dieses mächtige Hereindrängen des Islam in das europäische Bewußtsein sowie die gesellschaftlichen Scherkräfte, die dadurch entstehen, sind letztendlich Beleg dafür, dass "der Islam" historisch nicht zu  Deutschland, nicht zu Europa gehört.

Bloginterne Links:





Freitag, 8. Oktober 2010

Taqiyya-Veranstaltung in Wien

Der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" berichtet auf seiner Homepage über ein Projekt in Wien, das sofort misstrauisch werden lässt. Dort werden im Haus des "Islamischen Zentrums Wien" angeblich Originalfragmente des "Gewandes" der Kaaba von Mekka sowie andere Devotionalien ausgestellt.
Diese Ausstellung im Islamischen Zentrum in Wien  geht u.a. den Fragen nach: Was bedeutet Muhammad für die Muslime und was brachte Muhammad der Menschheit? Weitere zahlreiche Schrifttafeln, Plakaten, Schautafeln sowie Leuchtbildern größeren Formats und wertvolle Exponate untermalen diese Fragestellungen.
Leiter der Ausstellung ist der Krypto-Islamist und frühere "Zentralrats"-Vorsitzende Nadeem Elyas, Schirmherr ist eine Organisation, die sich den radebrechenden Namen "The Global Program for Introducing The Prophet Of Mercy" gegeben hat. Geldgeber ist ganz offensichtlich Saudi Arabien.
Es schwant dem Leser, was Mohammed der Menschheit sonst noch gebracht hat, aber ganz sicher nicht von der Ausstellung aufgegriffen wird. Der Charakter einer profanen Reliquienhuldigung, den das Ganze auf den ersten Blick haben mag, täuscht jedoch. Folgt man den Links, findet man auf der Homepage des "Global Program..." folgenden einleitenden Text:
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy condemns the publication of disparaging and offensive drawings of our noble Prophet Muhammad (Peace be upon him) in Sweden.
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy condemned the publication of disparaging and offensive caricature drawings of the Prophet of Mercy, Muhammad (Peace be upon him) by the Swedish newspaper "Nerikes Allehanda ".
The General Secretary of the program, Dr. Adel Al-Shiddy described the publication of the offensive caricature drawings by the Swedish newspaper, done by the Swedish artist, Lars Vilks, as a blatant assault on the sanctities of more than 1.3 billion Muslims, who reject any slanderous defamation of all the Prophets in general, and the Prophet Muhammad (Peace be upon him) in particular, who was sent by God Almighty as a mercy to mankind, "We sent you not but a mercy to the Worlds" (The Noble Qur'an).
The General Secretary calls all Muslims to adopt wise, practical and urgent measures to support the final Prophet, and at the same time to exercise self-control and to commit ourselves to legal measures to disapprove this malevolent act.
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy, which executed more than 25 projects to introduce Prophet Muhammad (Peace be upon him) and to support him, will produce soon, a project by the name of "The Introductory message of the Prophet of Mercy" which will be directed worldwide to more than 15,000 important academic and informational organizations, including Sweden. We hope this will help clarify the real message of our Prophet Muhammad (Peace be upon him), and at the same time reprobate anything that impinges his noble and lofty status.
Man kann also behaupten, dass die Veranstaltung letztlich dem Zweck dient, eine Kampagne gegen die Meinungsfreiheit loszutreten und rechtliche Schritte ("legal measures") gegen den schwedischen Künstler Lars Vilks zu ergreifen, dessen Federzeichnungen Mohammeds in der "islamischen Welt" beinahe zu ähnlichen Gewaltexzessen geführt hätten, wie wenige Jahre zuvor der sogenannte "Karikaturenstreit".
Direkt unter diesem Text befindet sich ein Link auf die Seite "The Prophet of Mercy", auf der völlig ahistorischer Unfug über die Geschichte des Islam verbreitet wird. So steht dort unter der Überschrift "Did Islam spread by the sword? Myth and reality":
Among the most widely believed myths about Islam in the West today is the myth of forcible conversion to Islam. Many Westerners believe that Islam is so widespread in the world today simply because of a "holy campaign of terror" carried out by the early Muslims to convert non-Muslims to Islam. They believe that non-Muslims were offered the freedom to choose between two things: Islam or death.
Diese gleich doppelt verkehrte Aussage führt den Leser schon zu Beginn des Textes auf die falsche Fährte. Selbstverständlich gab es auch im Islam Zwangskonvertierungen, doch für dessen Ausbreitung spielten sie eine eher untergeordnete Rolle und widersprachen zudem in der Tat den Bestimmungen des Koran. Die muslimischen Eroberer stellten die Nichtmuslime aber nicht vor die Wahl "Islam oder Tod", um ihnen die Religion des Islam aufzuzwingen, sondern um sie als Unterworfene unter islamisches Recht und islamische Herrschaft zu zwingen. "Diese Dichotomie (zwischen muslimischen Herrschern und nichtmuslimischen Beherrschten) ist nicht religiös, sondern politisch", bemerkt der Historiker Prof. Egon Flaig.
Währen seitens des muslimischen Heeres traditionell vor der Schlacht an die Reihen der Nichtmuslime der Ruf - da'wa - erging, sich kampflos zu ergeben, folgen die Veranstalter des "Global Program" eher der tabligh-Strategie, welche die Herzen der Nichtmuslime erobern soll. Auf der Strecke bleiben Meinungsfreiheit und Wahrheit. Wer darauf hinweist, kann mit "rechtlichen Schritten" rechnen.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Alan Poseners gesammelte Ungereimtheiten

- über Geert Wilders, den Islam und die Islamkritik könnte eine sprechende Überschrift für den Artikel lauten, mit dem nun auch Alan Posener in das beachtliche Wilders-Bashing der deutschen Printmedien einsteigt. Eine stringente Argumentation vermag der Leser in dem bei "Welt Online" veröffentlichten Text nicht zu entdecken. Wilders sei wohl ein Rassist und Dummkopf, weshalb, das verrät Posener nicht. Er hangelt sich von Petitessen wie Wilders´ Frisur um Worte ringend bis zu der Behauptung empor, Wilders und seine Anhänger seien das europäische Pendant zur McCarthy-Bewegung in den USA. Konkrete inhaltliche Aussagen trifft er kaum, aber wenn er es tut, liegt er falsch.
Ist Wilders ein Rassist? Davon bin ich überzeugt. Ist er islamophob? Nach eigenem Bekunden fürchtet er den weltweiten Sieg des Islam. Das ist eine irrationale Angst, denn der Islam hat ungefähr so viel Aussicht, die Welt zu erobern, wie Henryk M. Broder, Präsident des Zentralrats der Juden zu werden.
Es gibt in der deutschen Sprache zwei Begriffe, die nur allzu oft synonym gebraucht werden - was allerdings falsch ist, da ihre Bedeutung grundverschieden ist: Angst und Furcht nämlich. Angst ist immer irrational, Herr Posener; das griechische Fremdwort Phobie kennzeichnet ein Leiden mit Krankheitswert. Furcht ist hingegen sehr wohl begründet und entspringt der allgemeinen Vernunft, so wie es etwa Intelligenz und Erfahrung gebieten, ein gefährliches Raubtier auf sicherem Abstand zu halten.
Den Kampfbegriff Islamophobie hat jedoch nicht Alan Posener erfunden, sondern Ayatollah Khomeini, um damit in der Tradition totalitaristischer Propaganda politische Gegner zu stigmatisieren und in die Nähe von Geisteskranken zu rücken.
Irrational und, um mit Alan Posener zu sprechen, "im Wortsinn" wahnsinnig ist das globale Eroberungsprojekt des islamischen Dschihad. Dass es wenig Aussicht auf tatsächlichen Erfolg haben mag, bedeutet nicht, dass es nicht existiert, dass nicht seine Anhänger all ihre Kraft darauf richten und schon der Versuch allein die Welt zugrunde richten könnte. Diese Lektion könnte man eigentlich aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialismus ziehen.
Der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus (oder Faschismus) offenbart jedoch sogleich den Denkfehler Wilders’ und der Islamophoben. Denn es gibt „den Islam“ nicht. Ich rede nicht allein von der Aufspaltung in Sunni und Schia, Sufi und andere Sekten; ich rede nicht allein davon, dass es überhaupt keine Organisation „des Islam“ insgesamt gibt, keine Möglichkeit, die „Umma“ oder ideelle Weltgemeinschaft der Muslime, in irgendeine Richtung zu bewegen.
Es fällt auf, dass es "den Islam" nicht gibt, wenn er der Kritik ausgesetzt werden soll. Setzt es hingegen Lob oder wollen ausgerechnet linke Politiker "den Islam" als Körperschaft anerkennen, gibt es "den Islam" plötzlich doch. Posener fällt auf diesen von fundamentalistischen Islamfunktionären eingeführten rhetorischen Taschenspielertrick auch noch herein.
Posener vermag daher nicht zu erklären, weshalb es typisch islamische Feindbilder, Ressentiments und Verschwörungstheorien gibt, die selbstverständlich nicht von allen Muslimen, aber überall dort geteilt werden, wo sich der Islam ausgebreitet hat, zwischen Marokko und Malaysia, Tschetschenien und Jemen. Sie münden in das Phänomen des globalen Dschihad. Sie gründen in der Einheitlichkeit von Form und Charakter des Korantextes und der islamischen Überlieferung und in der Angewohnheit islamischer Gelehrter, das Weltgeschehen auf der Grundlage des 7. Jahrhunderts zu deuten.
Denn so vielfältig und divers die folkloristischen Ausprägungen sein mögen, die der Islam in allen Weltgegenden angenommen hat - seine Ursprünge sind es nicht. Es ist bis heute breiter Konsens, dass der Koran das "unerschaffene Wort Allahs" sei, das Gotteswort also (im Gegensatz zur Bibel) nicht nur enthält, sondern es selbst ist.
Ins Reich des Märchens driftet Posener ab, wenn er erklärt, der Islam existiere heute nicht als politischer "global player". Die Organisation der islamischen Konferenz (OIC), der die meisten islamischen Staaten angehören, hat 1990 die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet und bis heute nicht zurückgenommen. Darin werden alle Menschenrechte unter Scharia-Vorbehalt gestellt, de facto also ausgehebelt. Über UN und OSZE versuchen islamische "pressure groups" Islamkritik zu kriminalisieren.
Insofern ist der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus irreführend, ja im Wortsinn irre. Anders als die jüdische Weltverschwörung gab es die kommunistische Weltverschwörung. Aber eine islamische Weltverschwörung gibt es nicht.
In Bezug auf den Islam argumentiert Posener genau so, wie westliche Linke im Kalten Krieg den real existierenden Kommunismus verharmlosten, indem sie behaupteten, dass es "den Kommunismus" nicht gibt und die Herren im Politbüro einfach nur die Bedienungsanleitung falsch verstanden hatten - ihm fällt es allerdings nicht auf.
Eine islamische Weltverschwörung gibt es jedoch tatsächlich nicht. Die Islamisierung der Welt ist nämlich keine Verschwörung, sondern seit Jahrhunderten ganz offiziell die Doktrin muslimischer Heerführer und islamischer Imperien. Der syrischstämmige Politologe, Muslim  und Autor zahlreicher Bücher über den islamischen Extremismus Prof. Bassam Tibi bezeichnet die Expansion des Islam auch als "frühes Globalisierungsprojekt" und schreibt ferner: Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung. In der Begrifflichkeit des Islam heißt das: Es müsse das "Dar al-Islam" (Haus des Islam) auf die gesamte Erde ausgeweitet werden, um es in ein "Dar al-Salam" (Haus des Friedens) zu verwandeln. Selbst noch die liberalere islamische Reformtheologie hebt al- Taqhallub (Dominanz) als Wesensmerkmal des Islam hervor. Eine solche Weltanschauung ist weder mit dem Kultur- noch mit dem Religionspluralismus westlicher Gesellschaften vereinbar, und sie wirkt daher im heutigen Europa wie ein Fremdkörper. (Zitatende, aus: Bassam Tibi: "Selig sind die Belogenen")
Weiter bei Posener:
Was nun den Vergleich des Koran mit „Mein Kampf“ angeht, eines Buchs aus dem 7. mit einem Buch aus dem 20. Jahrhundert, so ist das abwegig. Beide Bücher sind ziemlich langweilig, aber da enden schon die Ähnlichkeiten. Jedoch deckt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch schiefe Vergleiche.
Ja, wären Hitler und Mohammed nur bessere Erzähler gewesen, hätte vielleicht sogar Alan Posener ihre Schmöker gelesen.
Die größte Gemeinsamkeit zwischen beiden Büchern besteht darin, dass es sich auch beim Koran in weiten Teilen um ein politisches Manifest über die kämpferische Überwindung der Gegner (der "Ungläubigen") handelt, das in Form von Handlungsanweisungen ein letztlich ebenso politisches Gebilde konstituiert, in dem Muslimen und Dhimmis, Herren und Beherrschten, ein unterschiedlicher Rechtsstatus zugeschrieben wird. Kein abendländisches, orientalisches, fernöstliches oder mesoamerikanisches "Heiliges Buch" ist so hochgradig politisch wie der Koran.
Zum Schluss findet Posener den Prozess gegen Wilders, der in diesen Tagen wegen seiner Islamkritik vor Gericht steht, noch überflüssig, denn sonst "geht die Freiheit flöten". Der Leser erblickt vor seinem inneren Auge einen Alan Posener, der die Tastatur zurückschiebt, ein Pfeifchen anzündet und zufrieden im warmen Sessel versinkt. Hauptsache, es hat jeder alles gesagt, was zu sagen ist. Und erst dann soll die Freiheit flöten gehen.

Siehe auch:

Mittwoch, 29. September 2010

Wissenschaftlerin: "Antisemitismus kein muslimisches Problem"

Die "Islamische Zeitung" schreibt:
Judenfeindlichkeit ist nach Einschätzung der Antisemitismusforscherin Juliane Wetzel vor allem ein deutsches Problem, weniger eines von muslimischen Zuwanderern. Nach wie vor käme Antisemitismus vor allem aus der rechtsextremen Ecke, sagte die Wissenschaftlerin der Technischen Universität Berlin am Montag auf einer Fachtagung in Rehburg-Loccum. Eine latente Judenfeindlichkeit sei bei 15 bis 20 Prozent der deutschen Bevölkerung vorhanden. «Es ist nicht das Problem der Muslime.» Auslöser von Antisemitismus bei muslimischen Zuwanderern seien der Nahostkonflikt, aber auch das Satellitenfernsehen und Filme aus islamischen Ländern. Zum tatsächlichen Einfluss dieser Programme auf Zuwanderer in Deutschland gebe es aber keine Erkenntnisse, sagte Wetzel. Die Mehrheitsgesellschaft zeige beim Thema Antisemitismus schnell auf Muslime, um sich das eigene Nachdenken zu der Problematik zu sparen.  (Quelle)
Nun mag man sich darüber wundern, dass Muslime in Deutschland keine wichtigeren Sorgen haben, als  sich um das Los ihrer fernen "palästinensischen" Glaubensbrüder zu grämen - Antisemitismus darf man laut Juliane Wetzel darin aber nicht sehen. Und auch wenn man davon ausgeht, dass islamisches Satellitenprogramm auf dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage aufbaut, soll man dahinter keinen Antisemitismus vermuten. Die "Mehrheitsgesellschaft" soll beim "Thema Antisemitismus" gefälligst auf jemand anderen zeigen, aber bloß nicht auf "die Muslime" - auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dort die Richtigen zu treffen.
Denn die Denkschablonen des interkulturellen "Dialogs" und der "kultursensiblen Sprache" (Aygül Özkan) verbieten jeden Hinweis auf jenen spezifisch islamischen Antisemitismus (oder besser: Judenfeindlichkeit), der tatsächlich auch Bestandteil der "kulturellen Bereicherung" durch muslimische Migranten ist.
Wetzel kennt nicht die judenfeindlichen Passagen aus Koran und Hadith und weiß aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht, dass Mohammed selbst die Ermordung aufmüpfiger, also selbstbestimmter Juden anordnete. Sie weiß auch nicht, dass islamische Gelehrte einer zyklischen Vorstellung von Zeit anhangen und dazu neigen, alles Geschehen auf der Grundlage des 7. Jahrhunderst u. Z., der Zeit Mohammeds, zu interpretieren. Die wilden Verschwörungstheorien, die selbst große islamische Gemeinschaften völlig ungeniert verbreiten, kennt sie ebensowenig - muss sie aber auch nicht, denn der "Einfluss dieser Programme" lässt sich ohnehin nicht so genau feststellen.
Und so tragen die inkohärenten Thesen einer Juliane Wetzel dazu bei, den neuen Antisemitismus salonfähig zu machen.

Samstag, 11. September 2010

"Forum am Freitag" erklärt uns den Dschihad

Das islamische "Forum am Freitag" (ZDF) erklärt uns in seiner neuesten Ausgabe vom 10. September den "Heiligen Krieg". - Keine Sorge, Abdul-Ahmad Rashid hat keine fatwa erlasssen, sondern plaudert mit dem Islamwissenschaftler Prof. Bülent Ucar über den Begriff des Dschihad an sich. Dieser ist selbst gläubiger Muslim, was sich vor allem darin ausdrückt, dass er sich innerlich gegen die Erkenntnis sträubt, dass die militärische Komponente des Dschihad eben auf Mohammed selbst zurück geht und nicht erst auf dessen Nachfolger. So seien die Dschihad-Eroberungen des Islam den christlichen Kreuzzügen gegenüber zu stellen - wobei Ucar aussen vor lässt, dass die Christen erst rund elf Jahrhunderte nach dem Tod ihres Religionsstifters Kreuzzüge veranstalteten, es sich bei diesen um räumlich und zeitlich begrenzte Unternehmungen handelte und in der ganzen Bibel kein dem Dschihad vergleichbares Konzept zu finden ist, während die muslimischen Araber nur 100 Jahre nach Mohammeds Tod bereits mitten in Frankreich standen und erst das Hilfegesuch des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos an Papst Urban II. gegen die muslimischen Seldschuken im 11. Jahrhundert zum Auslöser der Kreuzzüge wurde.
Trotzdem hätte ich die Sendung wohl kommentarlos abgehakt, denn schließlich sind darin durchaus kritische Ansätze vorhanden, wenngleich auch keiner davon zu erklären vermag, weshalb der militärische, oder besser, gewaltsame Dschihad in unserer Gegenwart wieder zum globalen Phänomen werden konnte.  Ein Detail erweckte jedoch meine Aufmerksamkeit. Im Film wird ein Tierarzt Dr. Ali Hassan vorgestellt, der eine Definition von Dschihad gibt, in welcher es ab Minute 4:10 heißt: "...auf dem geraden Weg zu bleiben, das ist, den verbündeten Muslimen und den verbündeten Nichtmuslimen zu helfen." Der "gerade Weg" ist aber eine gängige Metapher für die Scharia, das gottgegebene islamische Rechtssystem. Und darum habe ich für das Forum des "Forum am Freitag" folgenden bislang nicht freigegebenen Beitrag verfasst:
Leider wird der volle Umfang des Dschihad-Begriffs durch die Erklärungen des Prof. Ucar nicht ausgeschöpft. Auf die Motivation der Gotteskrieger, die zwischen Marokko und Malaysia, Tschetschenien und Jemen "auf dem Pfad Allahs ausschreiten" (Wortbedeutung Dschihad), um "den Islam" vor respektlosen Nichtmuslimen zu "verteidigen", wird mit nahezu keinem Wort eingegangen. Dieses Deutungsspektrum klingt schon in der Schilderung des im Film vorgestellten aufgeklärten Muslims Dr. Ali Hassan an: "Der Dschihad dient (...) der Unterstützung von verbündeten Muslimen und verbündeten Nichtmuslimen..." (ab ca. 4:10 im Video).
Der Dschihad der militanten Gotteskrieger beruft sich auf die im Koran festgeschriebenen Maßnahmen, die Mohammed ergriff, um die Herrschaft des Islam zu sichern und dessen Geltungsbereich zu erweitern, insbesondere Sure 8 und 9. In Sure 8 heißt es:
"Und diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und für Allahs Sache gekämpft haben, und jene, die (ihnen) Herberge und Hilfe gaben - diese sind in der Tat wahre Gläubige. Ihnen wird Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung zuteil sein." (74)
"Und die, welche hernach glauben und auswandern und (für Allahs Sache) an eurer Seite kämpfen werden - sie gehören zu euch; und (unter) Blutsverwandten stehen sich im Buche Allahs die einen näher als die anderen. Wahrlich, Allah weiß wohl alle Dinge." (75)
Und in Sure 9:
"Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen - von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten." (29)
"Allah ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein." (33)
Reformerische islamische Gemeinschaften wie die Ahmadiyya lehnen die militärisch-gewaltförmige Variante des Dschihad strikt ab. Orthodoxe islamische Schulen werfen den Ahmadis darum vor, sie führten überhaupt keinen Dschihad. Die Ahmadiyya versucht jedoch die Geltung der Scharia, des gottgegebenen islamischen Rechts und den "geraden Weg" (vgl. Dr. Ali Hassan im Film), durch eine "spirituelle Revolution" herzustellen.
In der vom Islamischen Zentrum München (IZM) herausgegebenen Schrift "Die Erziehung unserer Kinder" spielt Fatima Grimm auf ein in der Sammlung von Muslim überliefertes Hadith über die Arten des Dschihad an wenn sie schreibt: "Denn kämpfen für Gottes Sache lässt sich zwar vor allem mit dem Schwert; wo dies jedoch nicht möglich oder notwendig ist, auch mit der Feder, dem Spaten, dem Skalpell oder meinetwegen sogar mit der Nähnadel oder dem Kochlöffel.
Der Dschihad ist ein Verteidigungskampf gegen alle Kräfte, die den Islam anzugreifen versuchen. Wenn wir mit wachem, offenem Blick die Weltlage betrachten, so finden wir, dass dieser Angriff von allen nur erdenklichen Seiten mit allen nur möglichen Mitteln ohne Unterlass geführt wird." (Zitatende)
Knapper lässt sich die Weltanschauung militanter Dschihadisten kaum zusammenfassen.
Bis heute führt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Fatima Grimm als Ehrenmitglied. Eine Distanzierung von Grimms Aussagen ist nie erfolgt.
Die ersten islamischen Kriege wurde nicht von Mohammeds Nachfolgern, sondern nachweislich von diesem selbst geplant und durchgeführt. Aus diesem Grund ist die Selbstidentifikation der heutigen Gotteskrieger mit dem Prophetenvorbild ungebrochen.Noch zu dessen Lebzeiten brachten die Anhänger Mohammeds nahezu die gesamte arabische Halbinsel unter ihre Kontrolle.
Insgesamt wünschte ich mir eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Dschihad-Begriff im Rahmen des "Forums am Freitag".
Link: "Forum am Freitag" über Dschihad in der ZDF-Mediathek
Link: Offizielles ZDF-Forum des "Forums am Freitag"


Freitag, 20. August 2010

Prof. Tilman Nagel: Ehrenmord ist Bestandteil islamischen Glaubens

Bei Texten, die "Islamwissenschaftler" in der Tagespresse veröffentlichen, zeichnet sich seit Jahren ein bedauerlicher Trend ab: mit Wissenschaft haben diese Publikationen weniger gemein als mit Weltanschauung; die Verfasser üben sich weniger im kritisch-distanzierten Blick des Wissenschaftlers, als in der Autosuggestion des wahrhaft Gläubigen. Kurz - man gewinnt mitunter den Eindruck, dass dort jemand schreibt, der innerlich oder auch tatsächlich selbst zum Muslim geworden ist. 
Eine Ausnahme bildet Prof. Tilman Nagel, ein Wissenschaftler von internationalem Renommee, der kurz nach seiner Emeritierung zwei Bände vorgelegt hat, bei denen es sich nach nahezu einhelliger Einschätzung der Fachwelt um neue Standardwerke handelt, mit denen Generationen von künftigen Islamissenschaftlern arbeiten werden: Mohammed - Leben und Legende, sowie Allahs Liebling: Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens (beide 2008).
Nagel versteht es, in klaren Worten Zusammenhänge deutlich zu machen, die in der Banalität des alltäglichen "Dialogs" mit dem Islam niemals zur Sprache kommen. Denn der Wissenschaftler ist sich im Gegensatz zu den Dialogführern bewußt, dass im sozio-kulturellen Kontext (etwa des Islam) freilich nicht nur explizite Gebote und Verbote Wirkungen zeitigen, sondern auch deren implizite und nachgeordnete Aspekte. (Als Beispiel hierfür mag das Wechselspiel zwischen Zwang, Freiwilligkeit, Unterwerfung und subjektiver Aufwertung beim islamischen Gebot der Verschleierung der Frau gelten.) So entsorgt Nagel in seinem jüngsten Artikel in der FAZ (wenngleich eher beiläufig) höchst plausibel die regelmäßige Behauptung des "Dialogs", dass sogenannte Ehrenmorde "nichts mit dem Islam zu tun" hätten:
Hierzu [den von Mohammed-Allah erlassenen Ehebestimmungen] zählt unter anderen die Wartefrist, die verstreichen muss, bevor eine verstoßene oder verwitwete Frau wieder verheiratet werden darf; die genealogische Zuordnung eines sich möglicherweise in ihrem Leib entwickelnden Kindes muss eindeutig sein. Die Unterwerfung der Frau, vor allem in Sure 4 geregelt, ist für die von Mohammed ins Leben gerufene Religion so wichtig, dass er nach islamischer Überlieferung in der Predigt, die er während seiner letzten Wallfahrt gehalten hat, feststellt: „Die (Ehe-)Frauen haben einen Anspruch gegen euch (Ehemänner), und ihr habt einen Anspruch gegen sie. Denn es obliegt ihnen, niemandem zu erlauben, sich in euer Bett zu legen, und niemandem, den ihr verabscheut, Zutritt zu eurem Haus zu gewähren, es sei denn mit eurer Erlaubnis. Handeln sie dem zuwider, so gilt, dass Allah euch gestattet hat, sie im Bett zu meiden und sie zu schlagen, allerdings, ohne sie grausam zu quälen (vgl. Sure 4, 34). Wenn sie dann ihr Fehlverhalten aufgeben und euch gehorchen, dann stehen ihnen Kleidung und Nahrung zu, wie es recht und billig ist. Die Frauen sind bei euch wie Kriegsgefangene, die über nichts aus eigener Macht verfügen. Ihr aber habt sie von Allah zu treuen Händen erhalten; dank seinem Wort gebietet ihr über ihre Scheide. Darum seid gottesfürchtig im Umgang mit den Frauen und nehmt euch ihrer im Guten an!“
Was in Sure 4 und in der wohl jedem Muslim geläufigen Predigt Mohammeds ausgesagt wird, schlägt sich im System der Scharia als eines der fünf Fundamentalgüter des Daseins nieder, deren Missachtung Allah mit strengen Strafen bedroht: die genealogisch eindeutige Nachkommenschaft. Die übrigen vier sind die richtige Religion, also der Islam, das Leben, das Eigentum und der Verstand – er darf beim Vollzug der Riten nicht getrübt sein, weswegen der Genuss berauschender Getränke verboten ist. Die Verletzung einer dieser fünf Grundlagen des Gemeinwesens, das nach islamischem Glauben von Allah selbst durch die von ihm angeleitete Tätigkeit seines Propheten gegründet wurde, tastet mithin die Autorität Allahs an. Deswegen verfügte Allah im Koran – nach muslimischer Überzeugung Allahs unmittelbares Wort – Strafen, die die islamische Gerichtsbarkeit verhängen muss, sobald jemandem ein entsprechendes Delikt nachgewiesen wurde. Der Richter hat in einem solchen Fall keinen Spielraum für eigene Entscheidungen.
Unter das Fundamentalgut der einwandfreien Abstammung rechnet die Schariawissenschaft auch die Ehre, verstanden als die Reputation der jeweiligen Sippe, nicht des Einzelnen. Deshalb ist es, wie die jüngst in Kuweit erschienene Enzyklopädie des Schariarechts hervorhebt, eine religiöse Pflicht, die sexuelle Integrität der Ehefrau und anderer weiblicher Sippenmitglieder zu verteidigen. Die bisweilen in Deutschland geäußerte Behauptung, „Ehrenmorde“ hätten mit dem islamischen Glauben nichts zu tun, ist unzutreffend; sie dient der Propagierung der These, die Scharia sei mit an den Menschenrechten orientierten Rechtssystemen vereinbar.
Quelle: Koranische Strafe, die nicht im Koran steht (FAZ)
Wir danken vielmals für die Klarstellung.



Sonntag, 11. April 2010

Die "Welt" und die Welthauptstadt

"Welt Online" veröffentlicht einen schwärmerischen Artikel über die sozialromantischen Phantastereien des Auguste Comte von der "Welthauptstadt" Istanbul als Schnittstelle zwischen Orient und einem entchristlichten Okzident. Die Absicht des Verfassers bleibt dabei zunächst unklar. Er unterstellt Comte jedoch, dieser wäre wohl zum Islam konvertiert, wenn er nicht seine eigene "Einheitsreligion" erfunden hätte, was also bedeutet, dass der Islam deren Zweck vollkommen erfüllt. Das schreibt ein Wolf Lepenies in einer einstmals angesehenen Tageszeitung, während die Türkei von einer offen islamistischen Partei und ihrem "Lider" regiert wird, der über den Hebel der türkischen Minderheit ebenso offen kulturimperialistische Politik in Deutschland betreibt. Doch nicht zufällig gibt sich die "Welt" um so affiner zu Islam und Türkei, je mehr Anteile der Springer-Verlag an türkischen Medien erwirbt. Folgerichtig löschen die Mitarbeiter von "Welt Online" kritische Kommentare schneller, als Wolf Lepenies "Allah akhbar" aussprechen kann. Mein Kommentar hielt genau 28 Minuten durch. Aber wofür gibt es Blogs:
Was will uns dieser Artikel sagen? Gut 100 Jahre nach Comte lebte ein Österreicher mit einem ebenfalls bedenklichen Geisteszustand, der allerdings nicht Paris oder Istanbul, sondern Berlin zur Welthauptstadt ("Germania") machen wollte.
Dem Islam ist Comtes imperiales Gepränge keineswegs fremd. Schon Mohammed soll Botschaften an alle Herrscher des Orients gesandt haben mit der Aufforderung, sich dem Islam zu unterwerfen. Den ersten Feldzug gegen Konstantinopel, die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches, plante er noch selbst. Der Fall Konstantinopels - Zentrum der Ostkirche - hat noch heute in der islamischen Welt hohen Symbolcharakter - noch heute sagen sog. Islamisten voraus, dass Rom eines Tages ebenso fallen wird, wie einst Byzanz. Vor diesem Hintergrund bekommt die Comtesche Idee einer orientalisch-okzidentalischen Einheitsreligion einen faden Beigeschmack. Als diese sieht sich ohnehin der Islam an, weil der Koran behauptet, dass Juden und Christen ihre eigenen heiligen Texte verfälscht haben, also Irrlehren sind. Mit anderen Worten: wer die judäo-christliche Identität des Okzidents preisgibt, wird den Islam ernten.
Womit wir wieder an der Eingangsfrage angekommen sind: Was will uns dieser Artikel sagen?


Mittwoch, 17. März 2010

Der Zentralrat lässt abstimmen

Nachdem der "Koordinationsrat der Muslime" (KRM) damit droht, die "Deutsche Islamkonferenz" platzen zu lassen, da der Bundesinnenminister eines der KRM-Mitglieder aus dieser ausgeladen hat, lässt der "Zentralrat der Muslime" auf seiner Homepage islam.de über die Islamkonferenz abstimmen. "Was halten Sie von der deutschen Islamkonferenz (DIK) der Bundesregierung?" fragt der ZMD die Leser in der am Montag, den 15. März 2010 gestarteten Umfrage.
Der Zwischenstand (Mittwoch, 17. März 2010, 23:59 Uhr) zeugt in erfreulicher Weise vom Realitätssinn der Teilnehmer:
Die DIK trägt zur Integration der Muslime bei: 17%
Die DIK trägt nicht zur Integration der Muslime bei: 30%
Die DIK ändert nichts an der Situation der Muslime in Deutschland: 53%
(Quelle: http://www.islam.de/15489.php)
Dass das Abstimmungsverhalten auf die Gegenliebe des ZMD trifft, ist zu bezweifeln.
Übrigens zeigen auch seriöse Untersuchungen immer wieder, dass nicht mehr als 25% der in Deutschland lebenden Muslime durch die "konservativen" Islamverbände bzw. den Dachverband KRM repräsentiert werden.


Donnerstag, 4. März 2010

Den Niederlanden drohen Unruhen

Geert Wilders PVV hat bei den Kommunalwahlen in Almere und Den Haag hervorragend abgeschnitten. Der Kandidat der "Nederlandse Moslim Partij" in Almere, Shangram Karim, 21, reagiert auf den Wahlerfolg der PVV mit einer Drohung:
„Wilders vergiftet das Zusammenleben. Wenn seine Partei hier künftig noch stärker wird, brennen Autos, und es drohen Unruhen wie in den Pariser Vorstädten“, prophezeit der 21-Jährige aus Bangladesch.  (Quelle)
In den Vororten von Paris - und nicht nur da, sondern später auch in ganz Frankreich - brannten Autos und vieles mehr, nachdem der französische Staat versucht hatte, in den von nordafrikanischen Banden und Klanen beherrschten No-Go-Areas wieder Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen. Es handelte sich um die offene Auflehnung gegen die französische "Mehrheitsgesellschaft".
Und dasselbe verspricht Karim im Falle eines Wahlsiegs der PVV. Man nennt das auch "Erpressung".

Mittwoch, 3. März 2010

Im "Dialog": Williamson und Mazyek

Neues von Holocaustleugner-Bischof Williamson! Die SZ schreibt:
In einer E-Mail-Kolumne wettert er gegen den Islam. Dieser sei "eine einfache und gewalttätige Religion, welche die ganze Welt mit dem Schwert zu erobern" trachte, schreibt der Brite. Der Islam sei "eine Geißel Gottes", das Christentum habe ihn "tausend Jahre lang nur durch das Schwert in Schach halten" können.
Williamson schreibt in seiner wöchentlichen Kolumne, die per E-Mail verbreitet wird, der Islam sei vor etwa 1400 Jahren als "Abspaltung von der katholischen Christenheit im Nahen Osten" entstanden und habe sich dann "wie ein Lauffeuer" verbreitet. Für mehrere Jahrhunderte habe der Islam auch Spanien "besetzt" und sei kurz sogar nach Frankreich eingebrochen.
Die einzige Behauptung aus dieser Reihe, die sich nicht sofort verifizieren lässt ist die, dass es sich beim Islam ursprünglich um die Abspaltung einer frühchristlichen Sekte handelt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wäre der gesamte Islam also nichts anderes als Häresie.
Pikanter Weise sieht "der Islam" die Sache genau anders herum: Stammvater Abraham war Muslim, die nach ihm kamen, verfälschten die reine Offenbarung Allahs, wurden Juden und Christen. Die einzige Religion bei Allah ist jedoch der Islam (vgl. Koran, 3,19).
Ansonsten aber liegt Williamsons "Entgleisung" vor allem darin, dass er gegen das oberste Gebot des "Dialogs" verstößt das da lautet: "Du sollst nicht vergleichen!" Dass die Westgoten den Muslimen ihr Spanien nicht urkundlich geschenkt haben und auch die Schlacht von Tours und Poitiers keine Schnitzeljagd war, liegt auf der Hand. Heute ist es jedoch modern, alles mögliche als Erklärung dafür heranzuziehen, wie es sein konnte, dass die Araber nur 100 Jahre nach Mohammeds Tod mitten in Frankreich standen - nur nicht die frühislamische Dschihad-Doktrin. ("Klimaveränderungen" in Arabien gelten derzeit als der Weisheit letzter Schluss.) Weiter im Text der SZ:
Heute, da die europäischen Christen dabei seien, ihren Glauben zu verlieren, erlaubten sie den "Mohammedanern", nach Europa zurückzukommen: "Nicht durch das Schwert, aber durch Einwanderung", so Williamson weiter. Die "Mohammedaner" wollten auf die Weise "in die Lage gelangen, Europa zu erobern".
Und manche "Mohammedaner" tun wenig dazu, diese Befürchtungen zu zerstreuen:
Das, was Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1529 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen. (Vural Öger, "Öger-Tours")
Durch die Gnade Allahs leben wir in einem der reichsten Länder dieser Erde… […] Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist, dass der Bundeskanzler im Jahre 2020 ein in Deutschland geborener und aufgewachsener Muslim ist, dass wir im Bundesverfassungsgericht einen muslimischen Richter haben. Dieses Land ist unser Land […]. Mit der Hilfe Allahs werden wir es […] der islamischen Ummah […] zur Verfügung stellen. (Ibrahim El-Zayat, Islamfunktionär in Deutschland)
Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten! (Recep Tayyip Erdogan, Minsterpräsident der Türkei) 
Der Herrschaftsanspruch des Islam gründet sich nicht zuletzt auf folgende selbsterfüllende Prophezeiung aus dem Koran (Sura 9, Vers 33):
[Allah] ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein. (Übers. Rassoul)
Weiter in der SZ:
Der Bischof sieht deshalb einen blutigen Krieg heraufziehen: Obwohl Europa täglich mehr "verfaule", gebe es noch viele Europäer mit einer so großen Liebe zur eigenen Lebensart, "dass sie diese mit einem Blutbad verteidigen werden, wenn sie zu stark von außen bedroht scheint oder wird". Es erscheine immer wahrscheinlicher, dass Gott dieses Blutbad "als Strafe zulassen" könne.
Die Beschwörung bürgerkriegsähnlicher Zustände mag starker Tobak sein, doch dieser fromme Fatalismus ist in der Kirchengeschichte durchaus nicht ungewöhnlich. Eine Bischöfin Margot Käßmann verglich den verheerenden Tsunami 2004 mit dem "göttlichen Strafgericht" der Sintflut (Sünd-Flut), ohne irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen. Eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache ist jedoch die Integrationsunwilligkeit bestimmter muslimischer Migranten-Milieus und die Ohnmacht der Politik, diesen Missstand zu beheben oder wenigstens zum Thema zu machen. So ist es wenig erstaunlich, dass die Vorsitzende des "Zentralrats der Ex-Muslime" Mina Ahadi, eine Atheistin und iranische Kommunistin im Exil, Williamson´s beklemmendes Szenario vor einigen Tagen im Interview vorwegnahm: 
derStandard.at: Es wird auch sehr offen gegen Muslime gehetzt - mit Sprüchen wie "Daham statt Islam".
Ahadi: Genau das ist mein Problem. Davor habe ich schon vor zehn Jahren gewarnt. Aber keiner hat eine effektive Politik gegen die Rechten gemacht. Jetzt sitzen wir hier. Und wenn in den nächsten zehn Jahren immer noch nichts passiert, dann haben wir ein großes Problem. Dann werden Ausländer auf der Straße geschlachtet werden. (Quelle: Der Standard)

Laut Ahadi ist es genau diese fehlende inhaltlich-kritische Auseinandersetzung mit Islam bzw. Islamismus, die dieses Szenario wahrscheinlich werden lässt.
All das kann Islam-Funktionär Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime) nicht auf dem islamischen Heilsobjekt sitzen lassen. Die SZ zitiert:
Der Geschäftsführer des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek, sagt, Williamson zeige einmal mehr, "dass er Brandstifter und Hassprediger ist, ganz in der Tradition eines fanatischen Kreuzritters". Mazyek fügt hinzu: "Nach dem Antisemitismus folgt nun beinahe logisch die Islamfeindlichkeit."
Die Substanzlosigkeit dieser Einlassungen zeigt, dass Mazyek in der Sache nichts entgegenzusetzen hat als Worthülsen und die Hoffnung, diese mögen ihre einkalkulierte Wirkung nicht verfehlen. So sind die Kreuzzüge nicht etwa aus dem Nichts entstanden, sondern als Reaktion auf die ungebremste islamische Expansion "mit dem Schwert" im östlichen Mittelmeerraum. Das Turkvolk der Seldschuken wäre vermutlich Jahrhunderte vor den Osmanen vor Wien und dem europäischen Kernland angelangt, wenn die Kreuzfahrerstaaten der Levante und Konstantinopel die Kräfte der islamischen Glaubenskämpfer nicht vor Ort gebunden hätten. Der von Mazyek diagnostizierte christliche "Fanatismus" ist zwar evident (s. Judenpogrome im Zuge der Kreuzzugspropaganda), ändert aber nichts an der Ausgangslage.
Als weiteres argumentatives Eigentor entpuppt sich die auch nur "beinahe logische" Ablösung des Antisemitismus durch "Islamfeindlichkeit". Denn der Antisemitismus hat nicht nur den Untergang des "Dritten Reiches" überlebt, sondern feiert nicht zuletzt durch die "kulturelle Bereicherung" durch originär islamische Judenfeindschaft fröhliche Urständ. Nachdem der Islam im Gegensatz zu Juden- und Frühchristentum zu keiner Zeit einer erheblichen Verfolgung ausgesetzt war, versucht Mazyek nun, den Schulddruck auf die europäischen "Altgesellschaften" für proislamische Zwecke zu kanalisieren.
Um auf Williamsons einzig angreifbare Äußerung einzugehen - der Islam als frühchristliche Häresie - fehlt es Mazyek entweder an der intellektuellen Höhe, oder aber der ZMD-Funktionär fürchtet die  geistige Überforderung seines Publikums.
Der Dialog-Profi Peter Hünseler formuliert abschließend dementsprechend vorsichtig:
Der Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Bischofskonferenz (Cibedo), Peter Hünseler, bezeichnet Williamsons Äußerung als "Entgleisung" und "Anmaßung". "Die Aussage von Bischof Williamson ist falsch. Sie wird dem Islam nicht gerecht und hält keiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung stand", betonte Hünseler.
Als Projektionsfläche für islamophile Propaganda ist der Holocaustleugner Williamson eine überaus nützliche Erscheinung.

 

Donnerstag, 25. Februar 2010

Muslime differenzieren zwischen "Islam" und "Islamist"

Wenn sich der Islam selbst mit Terror und Gewalt in Verbindung bringt, sind gewisse Muslime vor allem um das Image des Islam besorgt. Weil "Islam" und "Islamist" irgendwie ähnlich klingen und weil letzterer ein schlechtes Image hat, das nicht auf ersteren abfärben soll und darf, haben schweizer Muslime im Januar eine Unterschriftenaktion gestartet:
JA zur Differenzierung - Muslime sind keine Islamisten!
Der Islam verurteilt Terrorismus!
"Islamistischer Terror" steht im Widerspruch zur Bedeutung des Wortes "Islam" (dt. Hingabe an Gott). (...)
Unser Ziel:
- Das Bewusstsein der Menschen dafür schärfen, dass sogenannte "Islamisten" den Islam als friedliebende Religion missbrauchen und verraten. (Quelle)
Seit dem 11. Januar haben 674 Muslime die Aktion unterzeichnet.
Es stellt sich die Frage: Wenn sogenannte Muslime sagen, dass sogenannte Islamisten den sogenannten Islam "missbrauchen und verraten", was sind dann Islamisten*?
Sind sie in Wahrheit Buddhisten? Mainzelmännchen? Außerirdische? Oder vielleicht doch nur die bucklige Verwandtschaft, mit der man nichts zu tun haben will?
Link: Die "Islamische Zeitung" mit dem Versuch, die Aktion anzuschieben

*) Islamkritiker und Experten für islamischen Extremismus differenzieren häufig noch einmal zwischen Islamist und Dschihadist. Der Islamist setzt sich politisch für die Ausbreitung des Islam und den Gottesstaat ein; der Dschihadist tut dies vornehmlich auf gewaltsame Weise.

Mittwoch, 24. Februar 2010

„Sauerland-Gruppe" erkennt: „Haben dem Islam geschadet"



Der Prozess gegen die verhinderten Bombenattentäter von 2007, die sogenannte „Sauerland-Gruppe", steht kurz vor der Urteilsverkündung. Zeit für die Angeklagten, ihr Gewissen zu erklären. Das Sprachrohr des „Zentralrats der Muslime in Deutschland" (ZMD), islam.de, schreibt über die reuigen Sünder:
Die Reue kommt vor dem hiesigen Gericht und der schrecklichen versuchten Tat kam zwar zu spät, gegenüber Gott ist sie aber – solange man lebt – nie zu spät. Das und anderes haben drei der vier Angeklagten des sogenannten Sauerland-Prozesses vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf wohl im Kopfe gehabt, als sie die Gelegenheit für ein Schlusswort nutzten und sich vom Terrorismus lossagten.
Auch kommt ihr Eingeständnis, dass sie mit ihrem Handeln den Islam geschadet haben, zu spät; eine Entschuldigung gegenüber den Muslimen wäre ebenso angebracht. Nicht zu spät ist es aber für die deutsche Öffentlichkeit in aller Deutlichkeit diese Erklärung der Angeklagten weiter zu verbreiten, was bisher leider ausblieb.

Attila Selek bezeichnete die Pläne für Terroranschläge als Fehler, der nicht nur dem Islam geschadet habe, sondern ihm auch leid tue. (1)
Weggebombte Ungläubige schaden „dem Islam", während Phrasen wie „Islam ist Frieden" und Großmoscheen ihm nützen. Nach utilitaristischen Maßstäben ist daher Bombenbastelei zu unterlassen. Die „Welt" schreibt:
Die Geständnisse der „Sauerland"-Gruppe füllen rund 1200 Seiten. Die vier Männer im Alter von 24 bis 31 Jahren haben den Ermittlern tiefe Einblicke in die Wege von Deutschland in den bewaffneten „Dschihad" (Heiliger Krieg) vermittelt. (2)
Der bewaffnete Dschihad macht nur eine Variante der Dschihad-Doktrin aus. So gibt es auch einen Dschihad der Hand (der Tat) und einen Dschihad der Feder (des Wortes). Welche Form zum Einsatz kommt, wird dabei durch die jeweiligen Umstände bestimmt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts formierte sich in der britischen Kronkolonie Indien die Ahmadiyya Muslim Jamaat. Unter dem Eindruck der militärischen Übermacht der Kolonialherren lehnte ihr Gründer und „Prophet" den bewaffneten Dschihad ab. Als maßgeblich bezeichnete er den „Jihad of the pen", also den Dschihad der Feder bzw. des Wortes. Er führte aus:
"Without a doubt the causes of Jihad do not exist in this country (India) in these days. Therefore, the Muslims of this country are today forbidden to fight in the name of religion and to slaughter those who reject the Islamic Law. God Almighty has clearly forbidden Jihad by sword in a time of peace and security." (3)
Deshalb, so der Gründer, müsse dem „islamischen Recht", also der Scharia, durch eine „spirituelle Revolution" ohne physische Gewalt die weltweite Geltung verschafft werden. Dieser letztlich politische Geltungsanspruch ist im Koran und den allgemein anerkannten Überlieferungen (hadith) verankert. Erst vor diesem Hintergrund sind die Aussagen der Mitglieder der „Sauerland-Gruppe" und die Einlassungen des ZMD recht verständlich: was dem Islam schadet, kann gar nicht gut sein.
In dem von der deutschen Islam-Konvertitin Fatima Grimm verfassten und vom „Islamischen Zentrum München" verbreiteten Pamphlet „Die Erziehung unserer Kinder" heißt es:
Im Dschihad, dem Kampf für die Sache des Islam, gibt uns unsere Religion ein höheres Lebensziel in die Hand, das in seiner Vielseitigkeit jedem Menschen, gleich welche Anlagen er von Natur aus mitbekommen hat, die besten - weil von Gott aufgezeigten - Betätigungsmöglichkeiten eröffnet. Denn kämpfen für Gottes Sache lässt sich zwar vor allem mit dem Schwert; wo dies jedoch nicht möglich oder notwendig ist, auch mit der Feder, dem Spaten, dem Skalpell oder meinetwegen sogar mit der Nähnadel oder dem Kochlöffel.
Der Dschihad ist ein Verteidigungskampf gegen alle Kräfte, die den Islam anzugreifen versuchen. Wenn wir mit wachern, offenem Blick die Weltlage betrachten, so finden wir, dass dieser Angriff von allen nur erdenklichen Seiten mit allen nur möglichen Mitteln ohne Unterlass geführt wird. (4)
Dr. Nadeem Elyas, wie Grimm „Ehrenmitglied" des ZMD, gibt im Interview eine „Interpretation" des Textes, die sich inhaltlich keineswegs davon distanziert:
[Grimm] hat Stellung genommen und deutlich gesagt, dass dieser Text dreißig Jahre alt ist und damit auf keinen Fall den bewaffneten Kampf meint, und sie sie diesen für heute und in dieser Zeit auf keinen Fall befürwortet. Im Kontext der Aussage war das auch nicht so zu verstehen. (…)
Wenn man Fatima Grimm den Dschihad definieren lässt, so wird sie sagen, dazu gehört der gesellschaftliche und soziale Einsatz mit allen Mitteln und in allen Bereichen sowie die Selbstverteidigung, die überall legitim ist, auch nach internationalem Recht. Und wenn jemand den Dschihad in Form von Selbstverteidigung vornimmt und dabei fällt, so kann man sicher sein, dass dies auch von Gott gewollt ist. Sollte dies aber nicht möglich sein, so ist auch der Einsatz mit Wort und Tat eine Art Dschihad. Und der Islam erlaubt den Kampf, Dschihad nur im Falle der Selbstverteidigung. (5)
Oder anders ausgedrückt: der Islam in Europa befindet sich derzeit in der Phase des Dschihads des Wortes.
Quellenverzeichnis:



  1. Zirvi, Karimullah: Welcome to Ahmadiyyat, The True Islam, http://www.alislam.org/books/ahmadiyyat/WelcomeBook2ndEd.pdf


Sonntag, 21. Februar 2010

KRM gegen "antimuslimischen Rassismus"

Der "Koordinationsrat der Muslime" und der "Interkulturelle Rat" bewerben die "internationalen Wochen gegen Rassismus" vom 15. bis 28. März 2010. Die Pressemitteilung des KRM vom 18. Februar beinhaltet jedoch nichts als heiße Luft. Kritisiert wird ein "antimuslimischer Rassismus", der in Deutschland und Europa "weit verbreitet" sei. Wie sich dieses Phänomen äussert, wird nirgendwo erwähnt.
Einmal mehr drängt sich der Verdacht auf, dass Islamkritik mit Ausländerfeindlichkeit in eins gesetzt werden soll. Bekanntlich sind Muslime nicht Angehörige einer bestimmten "Rasse", sondern einer Religion, die, in Gemeinsamkeit mit dem Christentum und im Gegensatz zum Judentum, einen universellen Geltungsanspruch erhebt. Die von KRM und "Interkulturellem Rat" gegebenen Empfehlungen stehen diesem nicht im Wege:
• Antimuslimischen Rassismus im Schulunterricht, an Volkshochschulen oder Universitäten zu thematisieren - z.B. durch Veranstaltungen Abrahamischer Teams aus Juden, Christen und Muslimen,
• Moscheeführungen und Informationsveranstaltungen über die Integrationsleistung von Moscheevereinen (z.B. Deutschkurse, Jugend- und Frauenarbeit)
• In Zusammenarbeit mit Integrationsbeauftragten kommunale Islamforen aufzubauen, in denen der Dialog von Muslimen mit der Verwaltung und der nichtmuslimischen Zivilgesellschaft organisiert wird,
• Moscheegemeinden in Kirchen und andere Religionsgemeinschaften einzuladen.
"Abrahamitische" Veranstaltungen sind nichts anderes als Einladungen zum Islam, weil jüdische und christliche Teilnehmer dabei auf Übungen verzichten, die wesentlich für ihren Glauben sind.
Quelle: http://www.internationale-wochen-gegen-rassismus.de/wp-content/uploads/PM-IWgR-KRM-1802101.pdf

Mittwoch, 17. Februar 2010

Koran im Kopf

Der "Zentralrat der Muslime" titelt auf seiner Homepage: "Praktizierender US-Muslim enger Berater des Präsidenten", weil Präsident Barack "Heiland" Obama einen gewissen Rashad Hussain als Sonderbotschafter zur OIC entsendet. Toll! Die supranationale OIC, "Organisation of Islamic Conference", hat die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet, in der es unter anderem heißt:
Die Mitglieder der Organisation der Islamischen Konferenz
betonen die kulturelle und historische Rolle der islamischen Umma, die von Gott als die beste Nation geschaffen wurde und die der Menschheit eine universale und wohlausgewogene Zivilisation gebracht hat, in der zwischen dem Leben hier auf Erden und dem im Jenseits Harmonie besteht und in der Wissen mit Glauben einhergeht; und sie betonen die Rolle, die diese Umma bei der Führung der durch Konkurrenzstreben und Ideologien verwirrten Menschheit und bei der Lösung der ständigen Probleme dieser materialistischen Zivilisation übernehmen sollte; (...)
Artikel 22:
a) Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, soweit er damit nicht die Grundsätze der Scharia verletzt.
b) Jeder Mensch hat das Recht, in Einklang mit den Normen der Scharia für das Recht einzutreten, das Gute zu verfechten und vor dem Unrecht und dem Bösen zu warnen. (...)
Artikel 24:
Alle Rechte und Freiheiten, die in dieser Erklärung genannt wurden, unterstehen der islamischen Scharia.
Artikel 25:
Die islamische Scharia ist die einzig zuständige Quelle für die Auslegung oder Erklärung jedes einzelnen Artikels dieser Erklärung.
Kairo, 14 Muharram 1411H 5. August 1990
Quelle
Aber der "Zentralrat" freut sich vor allem darüber, dass mit Hussain nun ein "praktizierender Muslim" im unmittelbaren Umfeld des Präsidenten sei, der den Koran auswendig gelernt habe, also ein hafiz ist.
http://www.islam.de/15349.php


Montag, 15. Februar 2010

Islamrat entzerrt Islambild, oder: "Schlagen mit Worten"

Der "Islamische Zentralrat der Schweiz" veranstaltete am 14. Februar im Zürcher Volkshaus ein Symposium zum Thema Die Schweiz nach dem Minarettverbot - Wohin steuert die Islamdebatte:
Das Symposium dient der Erörterung aktueller und zukünftiger Strategien zur Dekonstruktion des verzerrten Islambilds in der Schweizer Öffentlichkeit. Unter dem Arbeitstitel: "Die Schweiz nach dem Minarettverbot - Wohin steuert die Islamdebatte?" referieren Nicolas Blancho (BE), Melanie Muhaxheri (AG), Muhammd Hakimi (ZH), Abdel Azziz Qaasim Illi (BE) und weitere. Nicht teilnehmen kann der deutsche Referent, Pierre Vogel, nachdem ihm der Auftritt von Seiten des Stiftungsrats des Zürcher Volkshauses versagt worden war.
Auch ohne den fundamentalistischen Wanderprediger Pierre Vogel, der auf Druck des Stiftungsrats des Volkshauses ausgeladen worden war, hatte die Veranstaltung wohl hohen Unterhaltungswert. Der Tagesanzeiger schreibt:
Nicolas Blancho, Präsident des Zentralrates, zählte fast eine halbe Stunde lang Verbrechen auf, die sich in der sogenannt zivilisierten Welt ereigneten – Morde an Kindern und jungen Frauen, Amokläufe, Familiendramen – und am Ende behauptete er, das Christentum sei an allen Missständen Schuld. «Einverstanden?» fragte er sein Publikum. Erst war es ruhig, aber dann antworteten die Männer im Chor: «Nein». Blancho lächelte befriedigt: «Man kann euch also nicht so einfach radikalisieren.» Kein Muslim, kein Mensch, so sagte er, käme auf die Idee zu behaupten, das Christentum sei schuld an allen Missständen. Aber ebenso wenig sei es der Islam.
Niemand hat behauptet, dass "der Islam" schuld an allen Missständen sei. Es geht vielmehr darum, dass Leute wie Blancho den Ungläubigen eintrichtern wollen, dass der Islam an gar nichts schuld sei - und das wider jede Empirie. - Blanchos Taschenspielertrick ist leicht zu durchschauen. Wenn es um die Frage von Schuld und Motivation geht, gibt es "den Islam" nicht. Wenn es um Friede, Freude, Eierkuchen geht, dann gibt es ihn plötzlich doch. Ferner ist Blancho ein Meister des unpassenden Vergleichs. Es ist nicht bekannt, dass sich der Stifter der christlichen Religion in seiner Vorbildfunktion als Feldherr, Räuber und Mordanstifter hervortat, wie dies etwa von Mohammed überliefert ist. Amokläufe werden bei uns auch nicht mit Hinterbliebenenrenten von obskuren Terrorvereinigungen belohnt und von staatlichen Regime gelobt, und die Opfer von Familiendramen können sich in öffentlich geförderte Frauenhäuser zurückziehen, wobei der türkisch-muslimische Migrationshintergrund bei den Hilfesuchenden überproportional hoch ist.
Weiter im Tagesanzeiger: 
Bis zum Abend zählten die Veranstalter 700 Besucher. Im Parterre sassen die Männer, viele mit Bärten und weisser Kappe, oben auf der Empore die Frauen – mit und ohne Kopftücher. Zwei Frauen trugen Ganzkörperverschleierung. «Die ordentliche, physische Trennung der Geschlechter ist garantiert», stand schon in der Einladung, und am Sonntag wurden Medienleute darauf hingewiesen, dass Journalistinnen überall zirkulieren dürfen, auch dort, wo Schilder vorschreiben «nur Männer». Journalisten hingegen dürfen sich nur im Parterre bewegen.
Ist es islamophob, darauf hinzuweisen, dass schon hier die Probleme beginnen? Für die Veranstalter des Symposiums ist es offenbar eine absolute Selbstverständlichkeit, dass mit der aus der Moschee bekannten Sitzordnung auch die islamische Geschlechterapartheid in den ganz profanen Alltag hineingetragen wird - wie hier in eine politische Veranstaltung.
Es waren vorwiegend versöhnliche Töne zu hören. Der Zürcher Imam Muhammad Hakimi forderte die Muslime auf, sie sollten den Dialog suchen, um Andersgläubigen die Schönheit und den versteckten Charme ihrer Religion zu zeigen. Er versuchte vor allem zu erklären: Weshalb die Schweiz Ja sagte zum Minaretverbot (etwa wegen der steigenden Ausländerfeindlichkeit, zu der auch unverantwortlich handelnde Ausländer beigetragen hätten). Weshalb sich manche Muslime einkapseln (aus Angst, dass die Mehrheit sie auslöscht). Und er erklärte die Rolle von Mann und Frau im Islam. Beide seien gleichberechtigt. Aber Allah habe die Verantwortung für die Familie dem Mann übertragen und so die Frau entlastet. Und: Ein Mann dürfe seine Frau nicht schlagen. Nur wenn keine Ermahnung mehr helfe, dürfe er sie im übertragenen Sinne schlagen: mit Worten.
Dass Ausländerfeindlichkeit und Islamkritik (oder, um im Duktus der politischen Korrektheit zu verbleiben: Islamophobie) zwei paar Stiefel sind, ignoriert der Imam. Und gibt es irgendwelche rationalen Beweggründe für die Angst der muslimischen Minderheit, dass die ungläubige Mehrheit sie "auslösche"? Irrationale Motive gibt es jedenfalls zuhauf, etwa die koranischen Aufforderungen an Muslime, keine Juden und Christen zu Freunden zu nehmen (Sure 5, Vers 51 usw.), was in der Auslegung heißt, dass Muslime keine Juden und Christen zu Freunden nehmen sollen (vgl. Rassoul, Brüderlichkeit im Islam).  Und weil auch Imam Hakimi am Wortlaut des Koran hängt wie eine Klette, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die abgrundtiefe Kluft zwischen dem Buch aus dem 7. Jahrhundert und dem modernen Verständnis von Menschenwürde und der Achtung des Individuums zu übertünchen, indem er behauptet, dass dort (Sure 4, Vers 34) nicht steht, was da steht. Was nicht ganz klappt.
Der Zentralrat will sich unter anderem für einen Fatwa-Rat einsetzen, der Muslime berät, wie sie in der Schweiz nach dem Islam leben können. Zudem möchten sie islamische Schulen und Moscheen schaffen. Den Juden würden auch eigene Schulen und Gebetsstätten zugestanden. «Aber wenn wir Muslime davon sprechen, dann heisst es sofort, wir schafften Parallelgesellschaften.»
Wobei die Juden schon etwas früher zugezogen sind als die Muslime. Wer jedoch innerhalb von 50 Jahren eigene Schulen, "Gebetsstätten" und Rechtsprechung errichten will, muss damit rechnen, dass er von der "Mehrheitsgesellschaft" weniger als Mitbürger, denn als Kolonialherr gesehen wird. 
Symposien dieser Art dürften für erfreulichen Zulauf sorgen - im Lager der Minarettgegner und Islamkritiker.