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Montag, 8. September 2014

Aiman Mazyek hat Post

Aiman Mazyek, Vorsitzender des "Zentralrats der Muslime in Deutschland" (ZMD), hat einen schönen Text geschrieben. Über das brutale Terroristen-Heer vom IS (Islamischer Staat) in Syrien und Irak, dessen Treiben die Muslime verurteilen sollen, auch wenn es an sich nichts mit dem Islam zu tun hat. Denn "gleichzeitig wird uns täglich in den Medien vor Augen geführt, wie die ISIS im Namen des Islams schreckliche Verbrechen begeht. Die ohnehin zugenommene Islamfeindlichkeit hierzulande wird dadurch weiter angeheizt." So gesehen sind nicht nur die Muslime in der Pflicht, sondern auch "die Medien", die das ganze Elend berichten und so Islamophobie erzeugen. 
Daher hat der "Koordinationsrat der Muslime" (KRM) die laut Mazyek "folgenschwere" Entscheidung getroffen, eine konzertierte Aktion der Verbände unter dem Motto "Muslime stehen auf gegen Unrecht" bzw. "Muslime stehen auf gegen Hass und Gewalt" nach dem Freitagsgebet am 19.9. durchzuführen. "Ich will es so sagen und rede damit mitnichten der Reziprozität das Wort: Ich bin ein Jude, wenn eine Synagoge angegriffen wird, ein Christ, wenn in Irak diese vertrieben werden und ein Muslim, wenn Anschläge auf Moscheen hierzulande stattfinden. Uns wird allmählich klar, Empathie, Solidarität und Anteilnahme kann nicht plakativ oder argumentativ herbei lamentiert werden."
So weit, so gut. "Arsch huh, Zäng ussenander." Gegen die Botschaft ist an sich nichts einzuwenden, sieht man einmal von schiefen Vergleichen und eigenartigen Floskeln ab, die Mazyeks Texte typischerweise durchziehen. Allerdings kann es sich Mazyek am Schluß nicht verkneifen, aus den islamischen Überlieferungen (Hadith) zu zitieren, um die geplanten Aktionen sozusagen "theologisch" zu untermauern. Sein letzter Satz lautet: "Ferner sagt er [Mohammed]: „Ein Muslim ist derjenige, vor dem andere Menschen IN SICHERHEIT sind!“ 
Leider befindet sich unter dem "Zitat" keine Quelle, kein Link und kein Querverweis. Also bleibt nichts anderes übrig, als selbst einmal in den einschlägigen Sammlungen der Überlieferungen nachzusehen. Das kommt dabei heraus:
`Abdullah Ibn `Amr Ibnal `As, Allahs Wohlgefallen auf beiden, berichtete: Ein Mann fragte den Gesandten Allahs, Allahs Segen und Heil auf ihm: Wer ist der beste unter den Muslimen? Er erwiderte: Derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. [Sahih Muslim Nr. 57]
Abu Musa, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:Ich fragte den Gesandten Allahs: Wer lebt den Islam am besten? Er antwortete: Derjenige, vor dessen Zunge und Hand die Muslime sicher sind. [Sahih Muslim Nr.59]
Abdullah Bin Umar (r) gibt an, den Heiligen Propheten (s) gesagt haben zu hören: »Ein wahrer Muslim ist der, vor dessen Hände und Zunge die anderen Muslime sicher sind. Der wahre Auswanderer ist der, der das verlässt, was von Gott verboten ist.« BUKHARI
Der Unterschied zu Mazyeks Version dürfte klar sein. Die Sammlungen von Muslim und Bukhari werden im Allgemeinen als "gesund", also authentisch angesehen. Auch in den englischen und französischen Übersetzungen o.g. Verse ist davon die Rede, dass die "anderen Muslime" vor den Muslimen "in Sicherheit" seien. Sie stützen gerade die These, dass dem Islam laut seiner heiligen Überlieferungen keine goldene Regel eingeschrieben ist, d.h. "was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu.", sondern in Ethikfragen doppelte Standards gelten, wobei die Trennlinie genau zwischen Muslimen und Nichtmuslimen verläuft. Oder zwischen Muslimen und anderen Muslimen, welchen erstere ihr Muslimsein aberkennen, was in Nahost derzeit pausenlos geschieht und meist im Blutbad endet. In dieses Bild passt auch, dass Christen und Jesiden im Irak laut Berichten von Überlebenden oftmals nicht erst von den heranrückenden IS-Kämpfern aus ihren Häusern vertrieben worden sind, sondern von ihren eigenen muslimischen Nachbarn.
Da zumindest mir kein einziger Vers aus den Hadith-Überlieferungen bekannt ist, der Aiman Mazyeks Version bestätigt, habe ich ihn am 6.9. per E-Mail um die Nennung seiner Quellen gebeten. Antwort steht aus. In die von ihm ausgemachte "Glaubwürdigkeitsfalle" tappt Aiman Mazyek zuerst selbst.

Link: "Muslime in der Glaubwürdigkeitsfalle"

Montag, 28. Februar 2011

Patrick Bahners, ein westlicher Quasimam

Der FAZ-Feuilletonist Patrick Bahners hat mit seinem Buch "Die Panikmacher" für einigen Wirbel gesorgt. Gedacht war das Werk als Kritik der Islamkritik, was durchaus eine anspruchsvolle und aller Ehren werte Aufgabe sein könnte, sofern man sich ihr tatsächlich stellt. Die aussagekräftigen Rezensionen zu Bahners Buch (von Thilo Sarrazin, Monika Maron u.a.) lassen jedoch nur den Schluss zu, dass darin keine kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten und Positionen der Islamkritik betrieben wird, sondern es sich vielmehr um eine Abrechnung mit den wenigen prominenten Vertretern der Islamkritik in Deutschland handelt, die Bahners auf persönlicher Ebene und frontal angreift: Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Thilo Sarrazin, Seyran Ates und allen voran Necla Kelek.
Darüber hinaus lässt Bahners eigene Wortwahl in den Vorabdrucken seiner Streitschrift den versierten Islamkritiker aufmerken. Dass Bahners einen reichen Sprachschatz besitzt und über detaillierte Kenntnisse der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte verfügt, es aber nicht vermag, diese in einen logisch stringenten Kontext zu bringen, ist auch den anderen Rezensenten aufgefallen. Darüber hinaus klingen jedoch weitere Motive an, die eine ganz andere Deutungsebene zulassen.
Die Schriftstellerin Monika Maron zitiert Bahners in ihrer Rezension mit folgenden Worten:
„In Tücher eingehüllt wird normalerweise das Kostbare. Die Verschleierung ist ein Indiz der Vornehmheit. Es widerspricht also unserer Intuition, dass der Zweck des Kopftuchs, wie von seinen feministischen Gegnerinnen behauptet, die demonstrative Herabsetzung der Frau sein soll.“(Monika Maron, "Der Kritiker der Islamkritiker im Elfenbeinturm")
Sprache ist verräterisch. Auch ohne das Parteibuch eines bestimmten Autors zu kennen ist es für den aufmerksamen Leser in der Regel keine Mühe, auf einen bestehenden ideologischen Hintergrund zu schließen. Jeder Teil des politischen Spektrums besitzt sein eigenes Vokabular. Was aber will Patrick Bahners mit der seltsamen Bemerkung "in Tücher eingehüllt wird normalerweise das Kostbare" sagen? Wie kommt er darauf? Ist das nur der bisweilen blumigen Fabulierkunst seiner Feuilletonsprache geschuldet? Ich war mir jedoch sofort sicher, genau diesen Vergleich in genau diesem Zusammenhang schon oft gelesen zu haben. Aber nicht bei Patrick Bahners.
Googelt man nach "women islam are jewel" erhält man 2.040.000 Treffer. Have you seen the Jewel? Why is it that the people love it while it is simply a piece of stone? It is because it is not so easy to see it, nor can you touch it except by paying an exorbitant price. Similar is the case of the woman – it is forbidden for a man to see her or touch her, in order that he does not dishonor her. She is like an untouched (pure) jewel, which is affected by the least touch, heißt es auf http://www.allaahuakbar.net/womens/this_message_is_to_you_o_concealed_jewel.htm. Aus diesen Quellen also speist sich Bahners Inspiration.
Bahners scheint das reaktionäre Frauenbild des orthodoxen Islam nicht nur zu tolerieren, sondern tatsächlich auch zu teilen. Weder Bahners noch die islamischen Gelehrten sind in der Lage zu begreifen, dass die Abschließung des Weiblichen zum "Schutz" und zur "Ehre" erst recht die "demonstrative Herabsetzung der Frau" auf den Status eines Objekts besiegelt. Damit reiht sicht Bahners ein in die immer länger werdende Reihe westlicher Intellektueller, die sich ihr Islambild aus den völlig unreflektierten Aussagen islamischer Würdenträger gewinnen. Mitunter ist ihre eigene Position von der des Islam ununterscheidbar geworden. Für diesen Typus hat der Orientalist Dr. Hans-Peter Raddatz vor einigen Jahren den wunderbaren Neologismus "Quasimam" geschaffen.

Freitag, 8. Oktober 2010

Giordano kündigt islamkritisches Buch an

Beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung fiel mir gestern die jüngste Publikation des Kölner Schriftstellers Ralph Giordano in die Hände: "Mein Leben ist so sündhaft lang". Es enthält seine Tagebucheinträge vom Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2010. Gleich der erste Eintrag nennt Giordanos künftige Pläne mit Kiepenheuer & Witsch. Darunter ein Buch, dessen Erscheinungstermin ins Jahr 2013 fallen soll, Thema Integration und Migration, Titel "Allah auf leisen Sohlen"!
Sollte man sich merken. Es ist eigentlich überfällig, dass Giordano seine Islamkritik, die er bisher in seiner Autobiographie "Erinnerungen eines Davongekommenen" sowie zahlreichen Reden und Artikeln verbreitet hat, in einem Buchprojekt zusammenfasst.
Giordano sieht sich, schreibt er, somit noch als "90jährigen über die Frankfurter Buchmesse humpeln". Ich wünsche ihm weiterhin gute Gesundheit und dass sein Leben noch viel, viel länger andauert.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Alan Poseners gesammelte Ungereimtheiten

- über Geert Wilders, den Islam und die Islamkritik könnte eine sprechende Überschrift für den Artikel lauten, mit dem nun auch Alan Posener in das beachtliche Wilders-Bashing der deutschen Printmedien einsteigt. Eine stringente Argumentation vermag der Leser in dem bei "Welt Online" veröffentlichten Text nicht zu entdecken. Wilders sei wohl ein Rassist und Dummkopf, weshalb, das verrät Posener nicht. Er hangelt sich von Petitessen wie Wilders´ Frisur um Worte ringend bis zu der Behauptung empor, Wilders und seine Anhänger seien das europäische Pendant zur McCarthy-Bewegung in den USA. Konkrete inhaltliche Aussagen trifft er kaum, aber wenn er es tut, liegt er falsch.
Ist Wilders ein Rassist? Davon bin ich überzeugt. Ist er islamophob? Nach eigenem Bekunden fürchtet er den weltweiten Sieg des Islam. Das ist eine irrationale Angst, denn der Islam hat ungefähr so viel Aussicht, die Welt zu erobern, wie Henryk M. Broder, Präsident des Zentralrats der Juden zu werden.
Es gibt in der deutschen Sprache zwei Begriffe, die nur allzu oft synonym gebraucht werden - was allerdings falsch ist, da ihre Bedeutung grundverschieden ist: Angst und Furcht nämlich. Angst ist immer irrational, Herr Posener; das griechische Fremdwort Phobie kennzeichnet ein Leiden mit Krankheitswert. Furcht ist hingegen sehr wohl begründet und entspringt der allgemeinen Vernunft, so wie es etwa Intelligenz und Erfahrung gebieten, ein gefährliches Raubtier auf sicherem Abstand zu halten.
Den Kampfbegriff Islamophobie hat jedoch nicht Alan Posener erfunden, sondern Ayatollah Khomeini, um damit in der Tradition totalitaristischer Propaganda politische Gegner zu stigmatisieren und in die Nähe von Geisteskranken zu rücken.
Irrational und, um mit Alan Posener zu sprechen, "im Wortsinn" wahnsinnig ist das globale Eroberungsprojekt des islamischen Dschihad. Dass es wenig Aussicht auf tatsächlichen Erfolg haben mag, bedeutet nicht, dass es nicht existiert, dass nicht seine Anhänger all ihre Kraft darauf richten und schon der Versuch allein die Welt zugrunde richten könnte. Diese Lektion könnte man eigentlich aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialismus ziehen.
Der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus (oder Faschismus) offenbart jedoch sogleich den Denkfehler Wilders’ und der Islamophoben. Denn es gibt „den Islam“ nicht. Ich rede nicht allein von der Aufspaltung in Sunni und Schia, Sufi und andere Sekten; ich rede nicht allein davon, dass es überhaupt keine Organisation „des Islam“ insgesamt gibt, keine Möglichkeit, die „Umma“ oder ideelle Weltgemeinschaft der Muslime, in irgendeine Richtung zu bewegen.
Es fällt auf, dass es "den Islam" nicht gibt, wenn er der Kritik ausgesetzt werden soll. Setzt es hingegen Lob oder wollen ausgerechnet linke Politiker "den Islam" als Körperschaft anerkennen, gibt es "den Islam" plötzlich doch. Posener fällt auf diesen von fundamentalistischen Islamfunktionären eingeführten rhetorischen Taschenspielertrick auch noch herein.
Posener vermag daher nicht zu erklären, weshalb es typisch islamische Feindbilder, Ressentiments und Verschwörungstheorien gibt, die selbstverständlich nicht von allen Muslimen, aber überall dort geteilt werden, wo sich der Islam ausgebreitet hat, zwischen Marokko und Malaysia, Tschetschenien und Jemen. Sie münden in das Phänomen des globalen Dschihad. Sie gründen in der Einheitlichkeit von Form und Charakter des Korantextes und der islamischen Überlieferung und in der Angewohnheit islamischer Gelehrter, das Weltgeschehen auf der Grundlage des 7. Jahrhunderts zu deuten.
Denn so vielfältig und divers die folkloristischen Ausprägungen sein mögen, die der Islam in allen Weltgegenden angenommen hat - seine Ursprünge sind es nicht. Es ist bis heute breiter Konsens, dass der Koran das "unerschaffene Wort Allahs" sei, das Gotteswort also (im Gegensatz zur Bibel) nicht nur enthält, sondern es selbst ist.
Ins Reich des Märchens driftet Posener ab, wenn er erklärt, der Islam existiere heute nicht als politischer "global player". Die Organisation der islamischen Konferenz (OIC), der die meisten islamischen Staaten angehören, hat 1990 die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet und bis heute nicht zurückgenommen. Darin werden alle Menschenrechte unter Scharia-Vorbehalt gestellt, de facto also ausgehebelt. Über UN und OSZE versuchen islamische "pressure groups" Islamkritik zu kriminalisieren.
Insofern ist der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus irreführend, ja im Wortsinn irre. Anders als die jüdische Weltverschwörung gab es die kommunistische Weltverschwörung. Aber eine islamische Weltverschwörung gibt es nicht.
In Bezug auf den Islam argumentiert Posener genau so, wie westliche Linke im Kalten Krieg den real existierenden Kommunismus verharmlosten, indem sie behaupteten, dass es "den Kommunismus" nicht gibt und die Herren im Politbüro einfach nur die Bedienungsanleitung falsch verstanden hatten - ihm fällt es allerdings nicht auf.
Eine islamische Weltverschwörung gibt es jedoch tatsächlich nicht. Die Islamisierung der Welt ist nämlich keine Verschwörung, sondern seit Jahrhunderten ganz offiziell die Doktrin muslimischer Heerführer und islamischer Imperien. Der syrischstämmige Politologe, Muslim  und Autor zahlreicher Bücher über den islamischen Extremismus Prof. Bassam Tibi bezeichnet die Expansion des Islam auch als "frühes Globalisierungsprojekt" und schreibt ferner: Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung. In der Begrifflichkeit des Islam heißt das: Es müsse das "Dar al-Islam" (Haus des Islam) auf die gesamte Erde ausgeweitet werden, um es in ein "Dar al-Salam" (Haus des Friedens) zu verwandeln. Selbst noch die liberalere islamische Reformtheologie hebt al- Taqhallub (Dominanz) als Wesensmerkmal des Islam hervor. Eine solche Weltanschauung ist weder mit dem Kultur- noch mit dem Religionspluralismus westlicher Gesellschaften vereinbar, und sie wirkt daher im heutigen Europa wie ein Fremdkörper. (Zitatende, aus: Bassam Tibi: "Selig sind die Belogenen")
Weiter bei Posener:
Was nun den Vergleich des Koran mit „Mein Kampf“ angeht, eines Buchs aus dem 7. mit einem Buch aus dem 20. Jahrhundert, so ist das abwegig. Beide Bücher sind ziemlich langweilig, aber da enden schon die Ähnlichkeiten. Jedoch deckt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch schiefe Vergleiche.
Ja, wären Hitler und Mohammed nur bessere Erzähler gewesen, hätte vielleicht sogar Alan Posener ihre Schmöker gelesen.
Die größte Gemeinsamkeit zwischen beiden Büchern besteht darin, dass es sich auch beim Koran in weiten Teilen um ein politisches Manifest über die kämpferische Überwindung der Gegner (der "Ungläubigen") handelt, das in Form von Handlungsanweisungen ein letztlich ebenso politisches Gebilde konstituiert, in dem Muslimen und Dhimmis, Herren und Beherrschten, ein unterschiedlicher Rechtsstatus zugeschrieben wird. Kein abendländisches, orientalisches, fernöstliches oder mesoamerikanisches "Heiliges Buch" ist so hochgradig politisch wie der Koran.
Zum Schluss findet Posener den Prozess gegen Wilders, der in diesen Tagen wegen seiner Islamkritik vor Gericht steht, noch überflüssig, denn sonst "geht die Freiheit flöten". Der Leser erblickt vor seinem inneren Auge einen Alan Posener, der die Tastatur zurückschiebt, ein Pfeifchen anzündet und zufrieden im warmen Sessel versinkt. Hauptsache, es hat jeder alles gesagt, was zu sagen ist. Und erst dann soll die Freiheit flöten gehen.

Siehe auch:

Mittwoch, 3. März 2010

Im "Dialog": Williamson und Mazyek

Neues von Holocaustleugner-Bischof Williamson! Die SZ schreibt:
In einer E-Mail-Kolumne wettert er gegen den Islam. Dieser sei "eine einfache und gewalttätige Religion, welche die ganze Welt mit dem Schwert zu erobern" trachte, schreibt der Brite. Der Islam sei "eine Geißel Gottes", das Christentum habe ihn "tausend Jahre lang nur durch das Schwert in Schach halten" können.
Williamson schreibt in seiner wöchentlichen Kolumne, die per E-Mail verbreitet wird, der Islam sei vor etwa 1400 Jahren als "Abspaltung von der katholischen Christenheit im Nahen Osten" entstanden und habe sich dann "wie ein Lauffeuer" verbreitet. Für mehrere Jahrhunderte habe der Islam auch Spanien "besetzt" und sei kurz sogar nach Frankreich eingebrochen.
Die einzige Behauptung aus dieser Reihe, die sich nicht sofort verifizieren lässt ist die, dass es sich beim Islam ursprünglich um die Abspaltung einer frühchristlichen Sekte handelt. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wäre der gesamte Islam also nichts anderes als Häresie.
Pikanter Weise sieht "der Islam" die Sache genau anders herum: Stammvater Abraham war Muslim, die nach ihm kamen, verfälschten die reine Offenbarung Allahs, wurden Juden und Christen. Die einzige Religion bei Allah ist jedoch der Islam (vgl. Koran, 3,19).
Ansonsten aber liegt Williamsons "Entgleisung" vor allem darin, dass er gegen das oberste Gebot des "Dialogs" verstößt das da lautet: "Du sollst nicht vergleichen!" Dass die Westgoten den Muslimen ihr Spanien nicht urkundlich geschenkt haben und auch die Schlacht von Tours und Poitiers keine Schnitzeljagd war, liegt auf der Hand. Heute ist es jedoch modern, alles mögliche als Erklärung dafür heranzuziehen, wie es sein konnte, dass die Araber nur 100 Jahre nach Mohammeds Tod mitten in Frankreich standen - nur nicht die frühislamische Dschihad-Doktrin. ("Klimaveränderungen" in Arabien gelten derzeit als der Weisheit letzter Schluss.) Weiter im Text der SZ:
Heute, da die europäischen Christen dabei seien, ihren Glauben zu verlieren, erlaubten sie den "Mohammedanern", nach Europa zurückzukommen: "Nicht durch das Schwert, aber durch Einwanderung", so Williamson weiter. Die "Mohammedaner" wollten auf die Weise "in die Lage gelangen, Europa zu erobern".
Und manche "Mohammedaner" tun wenig dazu, diese Befürchtungen zu zerstreuen:
Das, was Sultan Süleyman mit der Belagerung Wiens 1529 begonnen hat, werden wir über die Einwohner, mit unseren kräftigen Männern und gesunden Frauen, verwirklichen. (Vural Öger, "Öger-Tours")
Durch die Gnade Allahs leben wir in einem der reichsten Länder dieser Erde… […] Ich glaube nicht, dass es unmöglich ist, dass der Bundeskanzler im Jahre 2020 ein in Deutschland geborener und aufgewachsener Muslim ist, dass wir im Bundesverfassungsgericht einen muslimischen Richter haben. Dieses Land ist unser Land […]. Mit der Hilfe Allahs werden wir es […] der islamischen Ummah […] zur Verfügung stellen. (Ibrahim El-Zayat, Islamfunktionär in Deutschland)
Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten! (Recep Tayyip Erdogan, Minsterpräsident der Türkei) 
Der Herrschaftsanspruch des Islam gründet sich nicht zuletzt auf folgende selbsterfüllende Prophezeiung aus dem Koran (Sura 9, Vers 33):
[Allah] ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein. (Übers. Rassoul)
Weiter in der SZ:
Der Bischof sieht deshalb einen blutigen Krieg heraufziehen: Obwohl Europa täglich mehr "verfaule", gebe es noch viele Europäer mit einer so großen Liebe zur eigenen Lebensart, "dass sie diese mit einem Blutbad verteidigen werden, wenn sie zu stark von außen bedroht scheint oder wird". Es erscheine immer wahrscheinlicher, dass Gott dieses Blutbad "als Strafe zulassen" könne.
Die Beschwörung bürgerkriegsähnlicher Zustände mag starker Tobak sein, doch dieser fromme Fatalismus ist in der Kirchengeschichte durchaus nicht ungewöhnlich. Eine Bischöfin Margot Käßmann verglich den verheerenden Tsunami 2004 mit dem "göttlichen Strafgericht" der Sintflut (Sünd-Flut), ohne irgendwelche Konsequenzen tragen zu müssen. Eine nicht von der Hand zu weisende Tatsache ist jedoch die Integrationsunwilligkeit bestimmter muslimischer Migranten-Milieus und die Ohnmacht der Politik, diesen Missstand zu beheben oder wenigstens zum Thema zu machen. So ist es wenig erstaunlich, dass die Vorsitzende des "Zentralrats der Ex-Muslime" Mina Ahadi, eine Atheistin und iranische Kommunistin im Exil, Williamson´s beklemmendes Szenario vor einigen Tagen im Interview vorwegnahm: 
derStandard.at: Es wird auch sehr offen gegen Muslime gehetzt - mit Sprüchen wie "Daham statt Islam".
Ahadi: Genau das ist mein Problem. Davor habe ich schon vor zehn Jahren gewarnt. Aber keiner hat eine effektive Politik gegen die Rechten gemacht. Jetzt sitzen wir hier. Und wenn in den nächsten zehn Jahren immer noch nichts passiert, dann haben wir ein großes Problem. Dann werden Ausländer auf der Straße geschlachtet werden. (Quelle: Der Standard)

Laut Ahadi ist es genau diese fehlende inhaltlich-kritische Auseinandersetzung mit Islam bzw. Islamismus, die dieses Szenario wahrscheinlich werden lässt.
All das kann Islam-Funktionär Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime) nicht auf dem islamischen Heilsobjekt sitzen lassen. Die SZ zitiert:
Der Geschäftsführer des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman A. Mazyek, sagt, Williamson zeige einmal mehr, "dass er Brandstifter und Hassprediger ist, ganz in der Tradition eines fanatischen Kreuzritters". Mazyek fügt hinzu: "Nach dem Antisemitismus folgt nun beinahe logisch die Islamfeindlichkeit."
Die Substanzlosigkeit dieser Einlassungen zeigt, dass Mazyek in der Sache nichts entgegenzusetzen hat als Worthülsen und die Hoffnung, diese mögen ihre einkalkulierte Wirkung nicht verfehlen. So sind die Kreuzzüge nicht etwa aus dem Nichts entstanden, sondern als Reaktion auf die ungebremste islamische Expansion "mit dem Schwert" im östlichen Mittelmeerraum. Das Turkvolk der Seldschuken wäre vermutlich Jahrhunderte vor den Osmanen vor Wien und dem europäischen Kernland angelangt, wenn die Kreuzfahrerstaaten der Levante und Konstantinopel die Kräfte der islamischen Glaubenskämpfer nicht vor Ort gebunden hätten. Der von Mazyek diagnostizierte christliche "Fanatismus" ist zwar evident (s. Judenpogrome im Zuge der Kreuzzugspropaganda), ändert aber nichts an der Ausgangslage.
Als weiteres argumentatives Eigentor entpuppt sich die auch nur "beinahe logische" Ablösung des Antisemitismus durch "Islamfeindlichkeit". Denn der Antisemitismus hat nicht nur den Untergang des "Dritten Reiches" überlebt, sondern feiert nicht zuletzt durch die "kulturelle Bereicherung" durch originär islamische Judenfeindschaft fröhliche Urständ. Nachdem der Islam im Gegensatz zu Juden- und Frühchristentum zu keiner Zeit einer erheblichen Verfolgung ausgesetzt war, versucht Mazyek nun, den Schulddruck auf die europäischen "Altgesellschaften" für proislamische Zwecke zu kanalisieren.
Um auf Williamsons einzig angreifbare Äußerung einzugehen - der Islam als frühchristliche Häresie - fehlt es Mazyek entweder an der intellektuellen Höhe, oder aber der ZMD-Funktionär fürchtet die  geistige Überforderung seines Publikums.
Der Dialog-Profi Peter Hünseler formuliert abschließend dementsprechend vorsichtig:
Der Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Bischofskonferenz (Cibedo), Peter Hünseler, bezeichnet Williamsons Äußerung als "Entgleisung" und "Anmaßung". "Die Aussage von Bischof Williamson ist falsch. Sie wird dem Islam nicht gerecht und hält keiner wissenschaftlichen Auseinandersetzung stand", betonte Hünseler.
Als Projektionsfläche für islamophile Propaganda ist der Holocaustleugner Williamson eine überaus nützliche Erscheinung.

 

Samstag, 19. Dezember 2009

Ist die Ahmadiyya wirklich harmlos?




Diese Überschrift spielt auf einen in der Mainzer Allgemeinen Zeitung erschienenen Artikel über den Besuch einer 8. Schulklasse in einer Moschee der Ahmadiyya-Gemeinschaft in Groß-Gerau an. Der Bericht der „Reporterin“, selbst Schülerin, trägt den Titel „Ist Islam wirklich frauenfeindlich“:

Die Ethikklasse 8 der Fritz-Straßmann-Realschule hat die Ahmadiyyat-Moschee in Groß-Gerau besucht, eine Moschee für pakistanische Moslems. Herr Munir, der Imam der Moschee, war so freundlich, die Schüler über verschiedene Gebote des Islam aufzuklären. Die im Jahre 610 gegründete Religion sei keine Religion der Gewalt, sondern des Friedens, erklärte er. (…)
Anhand seiner Korankenntnisse klärte er die Schüler über den Begriff des „Dschihad“, des „Heiligen Kriegs“, auf. Er nannte die Zusammenhänge mit dem Koran, und was im Koran zu diesem Wort darüber zu finden sei. So sei der Begriff „Dschihad“ im Koran mit der Anstrengung verbunden, ein besserer Mensch zu werden und gegen die eigenen Schwächen anzukämpfen. Ein weiteres großes Thema bei der Diskussion in der Moschee war die Behandlung der Frauen im Islam. Doch auch hier konnten viele Missverständnisse aufgeklärt werden. Denn es stehe nicht im Koran, dass man eine Frau schlagen dürfe, so Munir.
Auf den offiziellen Homepages der Ahmadiyya Muslim Jamaat (national wie international) findet sich zum Teil sehr umfangreiches Textmaterial über Geschichte und Lehre der Ahmadiyya, noch dazu in sehr gutem Englisch bzw. Deutsch. Das Problem ist, dass offenbar niemand, der nicht selbst Ahmadi ist, diese Bücher und Broschüren liest. Sonst wäre es erheblich schwieriger, die Ahmadis als Vorzeige-Muslime und Muster an Integrationsbereitschaft darzustellen. Stattdessen sehen wir die ordentlich gestutzten Bärte, manikürten Fingernägel und den edlen Zwirn und schließen durch Äußerlichkeiten, dass das Gegenüber nicht die krause Weltanschauung des afghanischen Klischee-Muslims mit Zauselbart, Kopfwindel und Krummsäbel teilt, was zum Teil ja auch stimmt. Zum Teil.
Womit noch nichts über die Vereinbarkeit der Sekten-Lehre mit
unseren Werten, Grundgesetz, Menschenrechten und Pluralismus gesagt ist – die zentrale Frage der Integration. Aber wir haben keine Lust, hinter die Fassade zu schauen.
Hoch anzurechnen ist den Ahmadis die Absage an den gewalttätigen Dschihad der terroristischen Gotteskrieger. Die islamische Orthodoxie hingegen, welche die Ahmadis als Abtrünnige oder gar kafir, „Ungläubige“ bezeichnet, bejaht den Gewaltaspekt des Dschihad ausdrücklich. So ist der gebräuchliche Ausdruck „heiliger Krieg“ keine wörtliche Übersetzung, sondern eine treffende Interpretation einer bestimmten Form von Dschihad. Dschihad heißt zunächst „Anstrengung“, insofern hat unser Imam aus dem oben zitierten Text vollkommen Recht. Allerdings verschweigt er wichtige Details. Es geht nicht nur um die Anstrengung, ein „besserer Mensch“ (also ein ergebener Diener Allahs) zu werden, sondern um die Anstrengung, den Islam in der Welt zu verbreiten. Islam ist untrennbar mit Scharia, dem „göttlichen Gesetz“ verbunden, das im Gegensatz zum weltlichen Gesetz der Nicht-Muslime steht. Der Islam strebt jedoch die Herrschaft von Allahs Gesetz über das weltliche Gesetz der Ungläubigen an, z.B. durch militärische Unterwerfung letzterer in „heiligen Kriegen“. „Diese Dichotomie“ zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen „ist also keine religiöse, sondern eine politische“, erkennt Prof. Egon Flaig in seinem hervorragenden Essay. Im Gegensatz zum Christentum ist das „Reich Gottes“ in islamischer Sicht nämlich ganz und gar „von dieser Welt“, und es ist die religiöse Pflicht jedes Gläubigen, sich für sein Erscheinen einzusetzen. Dabei muss der Griff nach politischer Macht nicht zwangsläufig gewaltsam erfolgen.
Im Hadith spricht Mohammed: „Schon vor mir wurde durch Allah kein Prophet in irgendeiner Gemeinschaft berufen, ohne dass er in dieser Gemeinschaft Jünger und Gefährten gefunden hätte, die sich an sein Vorbild gehalten und ihm nachgeeifert hätten. Freilich werden nach deren Tod unfähige Erben auftauchen, die reden, was sie nicht tun, und die tun, was man ihnen nicht aufgetragen hat. Wer gegen sie mit der Hand einen Dschihad führt, der ist gläubig. Wer gegen sie mit Worten einen Dschihad führt, der ist gläubig. Wer gegen sie mit dem Herzen einen Dschihad führt, der ist gläubig, und jenseits von solchem Dschihad gibt es nicht einmal ein Senfkorn Glaubens.“ (Anm.: man beachte die Reihenfolge)
Es geht auch anders. Gerade den Dschihad der Worte und des Herzens hat die Ahmadiyya-Gemeinschaft perfektioniert. Am Ziel des Dschihad ändert das nichts.
Um der Gewaltlosigkeit der Ahmadiyya eine Legitimation zu verschaffen ist es erforderlich, an der Geschichte des Frühislam Anpassungen vorzunehmen, insbesondere an den Ereignissen zu Lebzeiten Mohammeds und an Mohammeds Charakter selbst. Posthum wird der Kriegsherr und autokratische Machtpolitiker Mohammed zum Friedensfürsten deklariert, dem Aggression so fremd war, dass er nie auch nur im Ansatz in den Zustand der Wut geriet. Kriegerische Aktivitäten Mohammeds waren samt und sonders „Selbstverteidigung“. Die Ahmadis versuchen, die vermeintliche Friedfertigkeit des kriegerischen Propheten an Koranversen wie Sure 9, Vers 5 festzumachen:
Wollt ihr nicht gegen Leute kämpfen, die ihre Eide gebrochen und den Gesandten am liebsten vertrieben hätten, wobei sie (ihrerseits) zuerst mit euch (Feindseligkeiten) anfingen? Fürchtet ihr sie denn? Ihr solltet eher Allah fürchten, wenn (anders) ihr gläubig seid. (Übersetzung nach Paret)
Es ist abenteuerlich, aus dieser Aussage den Pazifismus Mohammeds herauszulesen, da sie nur auf einen winzigen Teil der riesigen Gebiete zutrifft, die schon unter Mohammed auf der arabischen Halbinsel erobert wurden. Aber die wahrhaft Gläubigen stört dieser Widerspruch nicht. Für sie wie für andere Muslime auch ist Mohammed bis heute der „perfekte Mensch“ und leuchtendes Vorbild.
 Tabligh - Strategien zur Verbreitung des Islam
Aktive Ahmadis treten stets ausgesucht freundlich, höflich und hilfsbereit auf, damit ihre Gemeinschaft in der Öffentlichkeit in einem möglichst guten Licht erscheint. Sie geben sich zudem angepasst, bildungsbeflissen und sind nicht nur äußerst koran-, sondern auch bibelfest. Auch der Imam hat sich vor der Schulklasse nach diesen Grundsätzen verhalten, jedoch gehört nicht nur die Freundlichkeit und die großzügige Bewirtung mit Eis und Getränken dazu, sondern ebenso das Verschweigen des wahren Charakters des Dschihad. Das Letzte, was unser Imam will ist nämlich, seine Gäste zu beunruhigen. Der Grund: Tabligh.
Die Ahmadiyya-Kritikerin Dr. Hiltrud Schröter übersetzt Tabligh (arabisch, „[die Botschaft] überbringen“) mit „Ausweitung, Missionierung“, ein vielschichtiges Konzept zur Erweiterung des Einflussbereiches der Sekte und Gewinnung neuer Anhänger. So ist sowohl der vom vierten „Kalifen“ ausgerufene „100-Moscheen-Plan“, der die Errichtung von Knotenpunkten der Sekte in ganz Deutschland vorsieht, als auch das sanfte und zuvorkommende Verhalten der Mitglieder in der Öffentlichkeit Teil von Tabligh. Ob Ausbau der Infrastruktur oder ein Auftreten, welches das Wohlwollen der Gesellschaft sichern und neue Mitglieder rekrutieren soll - Tabligh gehört zu den Pflichten eines jeden Ahmadis, jeder soll nach seinem persönlichen Vermögen zur „Ausweitung“ beitragen. Ein vom Imam einer Londoner Ahmadiyya-Moschee verfasstes Buch empfiehlt, die missionarischen Tätigkeiten penibel an die jeweiligen Umstände anzupassen, damit die größte Effektivität von Tabligh gewährleistet ist (Inspiring Events in the Field of Tabligh): 
2. Approach According to the Circumstances: The second point of Hikmat [“Weisheit”], which is usually ignored, is keeping the circumstances in view. Analyze the circumstances and then start the work of calling towards Allah. Everything is fine if it is done at proper time. Delivering your message to someone who is in a hurry or mentally upset is not proper. This will not be according to circumstances.
Ifa man dislikes something and it is presented to him, he won’t accept it even if it is good. Therefore, if the way of presentation is not so agreeable that it overpowers the hatred to hear the message, Tabligh will not be effective for him. Therefore, mind that you are engaged in a very delicate task. Follow the model of the Holy Prophet (peace and blessings of Allah be upon him), and be kind to others. Similarly adopt wise way of communication. You will have to think that your addressee will surely change by normalcy, therefore, you need to communicate gently.  
3. In Accordance with Human Nature: One of the demands of Hikmat is to talk according to the trend of the person you are talking to, and you should never be oblivious to it. Understand the tendency of the person whom you are conversing with. You should know what he avoids and then deal with him accordingly. (...) 7. Remain Constantly in Contact: To take care of your crop is another demand of Hikmat. When you engage in Dawat il Allah [“Aufruf zu Allah”] or will engage, you will enjoy it.
If you will not see the person you are preaching again and again, you will lose him like destroying your harves
t. This is because the effect of your tabligh has not gone very deep. You will have to pay constant attention. If you will not do so, your labor will go to waste. 
Simple, aber immer wieder höchst erfolgreiche Psychologie. Hier lassen sich ohne Mühe Ähnlichkeiten zu den Strategien entdecken, mit denen auch „gewöhnliche“ Sekten - die sich nicht selbst das Etikett „Islam“ verpasst haben - und sektenartige Gemeinschaften neue Mitglieder rekrutieren. Affirmatives Verhalten, die Aussicht auf die vermeintliche Lösung aller Probleme, mit der besonders Menschen in schwierigen Lebenssituationen geködert werden, das ständige Halten des Kontakts mit dem Kandidaten bzw. Neumitglied, das im Extremfall bis zur vollständigen Abschirmung vor dem Kreis von Freunden und Verwandten
geht. Es gilt, rationales Denken auszuschalten und ein Vertrauens- oder Abhängigkeitsverhältnis herzustellen. Ist dies einmal erreicht, ist die Bindung des Neumitglieds an die Sekte bereits stark genug, um Belastungen - wie wirtschaftliche und mentale Ausbeutung durch die Gemeinschaft - zu tragen.
Tatsächlich heißt es zwei Kapitel weiter:
Winning of Hearts is Essential: During the job of Dawat il Allah, winning of hearts is more essential than winning of heads. Remember that if hearts are won, most of the job is done. That is the time when winning the heads poses least problem. If you have won somebody’s heart with love and affection, then the obstacles between him and the sayings and writings of the Promised Messiah (peace be upon him) will meltaway.
Therefore,reform your tongue, mend your heart and make it sweeter. Be lowly and
humble and then see, by the grace of God, how many blessings you will
earn. You will conquer those hearts in the least possible time.

Leider sind sich im „Dialog“ mit Funktionären der Ahmadiyya wohl nur die wenigsten nicht-muslimischen Teilnehmer bewusst, dass sie es mit taktisch geschulten Aktivisten zu tun haben, deren Auftreten in erster Linie Mittel zum Zweck ist. Im hier Gesagten wird deutlich, dass die Grenzen zwischen Taqiyya - die dem Schia-Islam bekannte Irreführung durch Verschleierung der eigenen Absichten - und Tabligh fließend sind. Zwar ist es dem Ahmadiyya-Anhänger verboten zu lügen, doch da die Tabligh-Missionierung in der Gemeinschaft einen äußerst hohen Stellenwert einnimmt und zu den obligatorischen Pflichten eines jeden Anhängers gehört, kann es zweckmäßig sein, Aspekte, die für die Gegenseite nicht akzeptabel sind, zu verschweigen: Scharia, Stellung der Frau im Islam, Diskriminierung
von Homosexuellen, weltweite Islamisierung?  

Apropos Islamisierung
Keinen Zweifel lassen die Autoren daran, dass das Endziel der Gemeinschaft die
Herrschaft sowohl über alle anderen Religionen als auch über alle
anderen Spielarten des Islam ist: 

There is the promise contained in the Holy Quran, already referred to that in the Latter Days, a Prophet would be raised in Islam who would not only defend Islam against the concerted attacks of the followers and exponents of other faiths, but would establish the superiority of Islam in every respect over all other religions (Quran, 9:33). The commentators of the Holy Quran agree that the promise contained in this verse would be fulfilled through the Mahdi-Messiah, whose advent in the Latter Days had been foretold by the Holy Prophet. (Welcome To Ahmadiyyat) 
Aussagen wie die obige haben die Ahmadis nirgendwo, nirgendwann revidiert.Sure 9, Vers 33 lautet in der Übersetzung nach Paret:  
[Allah] ist es, der seinen Gesandten [Mohammed] mit der Rechtleitung und der wahren Religion geschickt hat, um ihr zum Sieg zu verhelfen über alles, was es (sonst) an Religion gibt - auch wenn es den Heiden zuwider ist. 
Für naive Islam-Träumer, nur zur Erinnerung: das Konzept der totalen Herrschaft des Islam läuft jedem gesellschaftlichen und religiösen Pluralismus zuwider, wie er in freiheitlichen Rechtsstaaten notwendig und in weiten Teilen des Christen- und Judentums längst verankert ist.
Die in Koran und Hadith verheißene islamische Überlegenheit und Weltherrschaft ist bislang eine Utopie, die Realität der „besten aller Gemeinschaften“ ist eher ernüchternd. Die Folge ist eine ausgeprägte narzisstische Kränkung, die den Jahrhunderte andauernden Niedergang des Islam als fremdverschuldet erklärt - das Feindbild „der Westen“ wird bemüht, um die wirtschaftliche und kulturelle Rückständigkeit des Islam auf die angebliche westliche „Dekadenz“ zurückzuführen. Im Hintergrund steht aber eine allumfassende jüdisch-christliche Verschwörung gegen den Islam.
Ahmadiyya-Gründer Hazrat Mirza Ghulam Ahmad (1835-1908), der das Verkünden des Islam auch als Dschihad der Gegenwart bezeichnete, nennt als seine Motive u.a.:
True piety and virtue have been forgotten. The philosophy and science of this age run counter to spiritual aspirations. The influence they exert is bad to an extreme and conducive to spiritual blindness. They stimulate thoughts dangerous and impulses satanic. Those who become engrossed in these studies lose their religious convictions,(...)The more enlightened people become in a new sciences, the more deficient they become in decent and good behavior, and in disposition of modesty
and shame, in the fear of God, and love of straight dealings. The Christian teaching is laying so many mines to blow up truth and faith. Christians are out to destroy Islam and ready to use lies and fabrications in ways most subtle, and on all occasions and with the help of ever new techniques - all directed to beguile and lead people astray. Christians are defaming and lampooning the Holy Prophet, the perfect man who proved himself the pride of holy men of all times and chief among the saints and apostles of the world. They hesitate not to caricature him in theatrical shows. They try and project a most hateful image they can invent of him. The worst that vicious and unchaste minds can think of is leveled against Islam and the Holy Prophet of Islam to
lower them in the eyes of the world. Now O Mussalmans, hear and hear attentively that this campaign against Islam and Islam’s holy influence cannot be defeated by ordinary methods and means. The campaign is backed by the most complex fabrications and the most carefully planned devices that Christians can design. It is
pursued mercilessly, with no thought of the expenditure involved. It does not exclude some most shameful devices which decency forbids us to detail. It is a campaign let loose on a large scale and pushed by the worst possible wizardry by Christian peoples, followers of Trinity. Such a campaign cannot be countered by ordinary methods. It cannot be beaten unless its magic and wizardry are confronted by the miraculous
power of the Hand of God. Only miraculous power can and will smash this campaign and not without it can we save our simple souls from this vicious Western magic. To think of anything else would be sheer folly. No wonder, therefore, God Almighty has chosen from amongst the true Muslims of our time, this humble one and blessed him with His revealed word and with other divine favors that this vicious magic may be
undone.
(Victory of Islam)  
Auffällig sind die Parallelen zum Denken von Hassan Al-Banna und Sayyid Qutb, den „Vätern“ des modernen Islamismus, und ihrem Nacheiferer Osama Bin Laden. Es fehlt eigentlich nur die Erwähnung der „salibiyyun“, „Kreuzzügler“, wie die dämonischen Anhänger der angeblichen Verschwörung des Christentums gegen den Islam im arabischen Raum genannt werden. In einer ersten Stufe ist die „Reinigung“ der Welt des
Islam von „nichtislamischen“ Elementen vorgesehen. Ist diese erfolgreich abgeschlossen und hat der Islam, wie man glaubt, dadurch seine alte Größe wiedererlangt, sind die Muslime stark genug, um die Islamisierung der Welt in Angriff zu nehmen. 

Israel Schuld am Einmarsch Iraks in Kuwait
Dass diese Geisteshaltung seit den Tagen von Hazrat Mirza Ghulam Ahmad nicht ausgestorben ist, zeigte der vierte „Kalif“ der Ahmadiyya Jamaat, Hadhrat Mirza Tahir Ahmad (gest. 2003), in einer Reihe von Freitagspredigten zum Golfkrieg 1990. Darin exkulpiert er das irakische Regime unter Saddam Hussein und stuft die irakische Okkupation Kuwaits zum regionalen Kleinkonflikt zwischen orientalischen Despotien herab, während „die Juden“ (die er als „aliens“, Fremde, bezeichnet) für weitaus größere Grausamkeiten verantwortlich seien:
“…look at the thousands of people of all ages, elderly, young and infants, who are helplessly languishing in camps. They are killed mercilessly; the skulls of infants are cracked open with rocks; children are brutally murdered in front of their mothers, and
the mothers soon follow their children on the death trail.”
Die Geiselnahme von Ausländern durch die irakischen Streitkräfte und ihr Missbrauch als „menschliche Schutzschilde“ sei ein geringes Verbrechen im Vergleich zum Boykott Iraks durch die UN („constitutes a crime whose horror exceeds the hypothetically feared poetential execution of a few thousand Britons and Americans held in Iraq“). Vielmehr ist die Politik gegen den Irak Saddam Husseins Ausdruck der allgegenwärtigen Verschwörung gegen den Islam:
“My apprehension is that Iraq will be subjected to horrific revenge and it may be blown to bits. The fire of their revenge will not quench until they annihilate this up-and-coming Muslim country which is an exceptional force in this region. These ill-intentions were first conceived in Israel. (…) God alone knows how Iraq was lured into occupying Kuwait and the whole sinister development ensued”? (Hervorhebung im Original)
Der „Kalif“ war nicht der Einzige, der in der islamischen Welt kruden Verschwörungstheorien anhängt. Im Gegenteil, Verschwörungstheorien gehören zum absoluten Mainstream. Die weit verbreitete Neigung, für Missstände im „Haus des Islam“ stets „den Westen“, Juden, Christen oder Nicht-Muslime allgemein verantwortlich zu machen, ist nicht zuletzt auf den im Koran begründeten unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen zurückzuführen. Abgesehen davon gerät jede nichtislamische Kultur oder Idee durch den universellen Herrschaftsanspruch des Islam rein zwangsläufig in eine Konkurrenzposition zu den Muslimen.
Die einzige Hoffnung auf Überwindung der gegenwärtigen Schwäche und
Zerrissenheit der islamischen Welt liegt laut Tahir Ahmad in der Besinnung auf die Gebote des Koran, auf den „wahren Islam“ der Ahmadiyya-Bewegung.
„The period of adversity has been long and painful. You should turn to God, repent, and seek His forgiveness. Let me assure you that to whatever extent the matters may have worsened, if you submit today before the leadership established by God, then not only will you rise as a great power in the world, but such a great movement of the new supremacy of Islam wil be set in motion that no power in the world will be able to confront it and the progress which appears to spread over centuries will become a matter of years.? (The Gulf Crisis & The New World Order)
Muslimischer Küchenzauber
Ein breites, jedoch rasch verhallendes Medienecho rief ein Artikel im deutschsprachigen Jugendmagazin der Ahmadiyya im April 2007 hervor. In dem Blatt wurde behauptet, der Verzehr von Schweinefleisch mache homosexuell; dieselbe Aussage fand sich auf der
offiziellen Homepage der deutschen Ahmadiyya-Gemeinschaft (PI zitierte ausführlich).
Diese voraufklärerische Variante von „Du bist was Du isst!“ beleidigt Homosexuelle und Fleischesser (und vermutlich auch Schweine selbst), ist aber in dieser und ähnlicher Form als Begründung für das Schweinefleischverbot bei unterschiedlichen islamischen Strömungen
durchaus gebräuchlich. Weil schlechte Presse für die Ahmadis schädlicher ist als gar keine Presse, wurde der Stein des Anstoßes rasch von der entsprechenden Webseite entfernt, womit der Fall für die meisten Medien erledigt ist. Der „Tagesspiegel“ zitiert den Sprecher der Sekte, Rafik Ahmad, mit folgender Begründung für diesen Schritt: „„Wir haben keine Quelle gefunden, in der diese Aussage belegt wird“(…)  Darum würden jetzt alle Videobänder mit Reden und Diskussionen des Kalifen ausgewertet. Solange gelte, dass im Koran und in den Schriften des Begründers der Gemeinde kein Zusammenhang hergestellt werde zwischen
dem Verzehr von Schweinefleisch und Homosexualität, sagte Ahmad. Beides ist Muslimen nicht erlaubt.
“ Eine wie wir finden höchst bemerkenswerte Aussage, wenn man das Pferd von hinten aufzäumt: angenommen, es gibt im Koran Passagen, die eine Verbindung knüpfen zwischen Schweinen und Homosexuellen, dann ist Diskriminierung erlaubt, wenn nicht geboten.
Im Geiste der Nächstenliebe sind wir bereit zu helfen. Ein Hinweis findet sich in der Tat in den Aussagen des Gründers Hazrat Mirza Ghulam Ahmad:    
The Promised Messiah and Mahdi writes about “Why Eating the Flesh of Swine is Prohibited”: “One matter to be kept in mind in this context is that in the very name of
the animal, God has indicated the reason for the prohibition of its flesh. The Arabic word for swine is Khinzir which is compound of Khanz and Ara, which means: I see it very foul. Thus the very name that God Almighty gave to this animal at the beginning points to its uncleanliness. It is a curious coincidence that in Hindi this animal is called Suar, which is a compound of Su and Ara. This also means: I see it very foul. “Everyone knows that it eats filth and is utterly shameless. Thus, the reason for the prohibition of its flesh is obvious, as by the law of nature its flesh would have a foul effect on the body, and the soul of one who eats it.“ Even in pre-Islamic times, Greek physicians had opined that the flesh of this animal particularly damages the faculty of modesty and fosters shamelessness.(s.
Welcome to Ahmadiyyat, zit. nach: The Philosophy of the Teachings of Islam)  
Schnitzel macht also „schamlos“. Ob Homosexualität „Schamlosigkeit“ bedeutet ist eine Interpretation, die abhängig von der jeweiligen Weltanschauung ist. In den deutschsprachigen Koran-Übersetzungen finden sich Hinweise auf Mohammeds Haltung zur Homosexualität (4,16; 7,81). Homosexualität wird dort mit „Hurerei“, „Unzucht“ und „Ausschweifung“ assoziiert. Nach wie vor findet sich auf http://www.ahmadiyya.ch/ ein Eintrag in den FAQ, der keinen anderen als den deutschen Islam-Konvertiten Hadayatullah Hübsch zitiert. 
Hingegen liegt dem Verbot [von Schweinefleisch] eine Ernährungsphilosophie zugrunde, die davon ausgeht, dass jedes Nahrungsmittel auf eine gewisse Weise bestimmte Moralverhalten im Menschen stärke oder schwäche. Konkret, dass durch die Aufnahme von Nahrung das moralische Verhalten des Menschen beeinflusst wird. Das Schwein gilt als Tier, das schamlos ist. Es ist ein Allesfresser, frisst auch das Fleisch von Artgenossen, es hat zudem Neigungen zu einem ausschweifenden Sexualleben und zur Homosexualität. 
Wenn man weiß, dass Muslime oft Analogieschlüsse ziehen, um zur Rechtsfindung zu gelangen, ist es eigentlich nicht erstaunlich, wenn die Ahmadis dem Schwein nachgesagte Eigenschaften auf das Verhalten „schweinischer“ Menschen übertragen.
So ist es höchst zweifelhaft, dass die Entfernung des fraglichen Inhalts von der deutschen Ahmadi-Homepage Anzeichen eines echten Umdenkens innerhalb der Gemeinschaft ist ? und nicht vielmehr Teil der Tabligh-Strategie, den Zielpersonen der Missionierung Details zu verschweigen, damit kein unangenehmer Eindruck von der Sekte entsteht. Wenn erst die „Herzen gewonnen“ sind und das Denken ausgeschaltet ist, ist auch die Bereitschaft vorhanden, Kröten zu schlucken. Liebe macht bekanntlich blind.
Fazit
Wie gesehen gibt es Indizien dafür, dass die Ahmadiyya Muslim Jamaat ein doppeltes Spiel treibt. Vordergründig integriert, verfolgt sie hinter den Kulissen unter Zuhilfenahme der Tabligh-Strategie die Islamisierung des Westens hin zum „Weltkalifat“.
Es ist an der Zeit, die Schriften der Ahmadiyya Muslim Jamaat einer systematischen Prüfung zu unterziehen. Noch sind die von uns zitierten Texte online frei für jedermann einzusehen. Nicht überraschend wäre es, wenn die deutsche Ahmadiyya-Gemeinde weitere fragwürdige Inhalte wie Aussagen über die Rechte der „Frau im Islam“ (Broschürentitel) und judenfeindliche Passagen[i], die sich genauso in der Charta der radikal-islamischen Hamas finden („Der Konflikt im Mittleren Osten“), sang- und klanglos verschwinden ließe, sobald sie einen größeren öffentlichen Bekanntheitsgrad erreichten. Doch wir dürfen uns nicht durch Tabligh nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ täuschen lassen. Die Ahmadiyya hat es verdient, dass ihr mit Skepsis und Zurückhaltung begegnet wird. Höflichkeitsfloskeln wie „Liebe für alle, Hass für niemanden“ kann jeder absondern. In der Konfrontation der Sekte mit ihren eigenen fragwürdigen Aussagen und in ihrer Reaktion darauf wird sich zeigen, wie weit es mit ihrer Redlichkeit her ist: lässt sie Kritik zu, ist sie in der Lage, Selbstkritik zu üben, indem sie die Inhalte zur Kenntnis nimmt, um sich schließlich - als Zeichen der Einsicht und Umkehr - glaubhaft von ihnen zu distanzieren? Oder bedient sie sich aus dem Taktik-Repertoire des typischen muslimischen Verbandsfunktionärs, das Verschweigen, Abwiegeln, Abstreiten und Ins-Gegenteil-Verkehren umfasst?   



Nachtrag:
Alle von uns zitierten Schriftstücke sind, sofern sie von Autoren der Ahmadiyya Muslim Jamaat stammen, auf der internationalen Homepage http://www.alislam.org/ bzw. der Homepage der deutschen Ahmadiyya-Gemeinde http://www.ahmadiyya.de/ einzusehen (zumeist PDF-Format, s. http://www.alislam.org/books/ bzw. http://www.ahmadiyya.de/online_shop/library_frameset.html)



[i] Zitat aus ?Der Konflikt im Mittleren Osten im Lichte himmlischer Prophezeiungen?:
„In den Ahadith (Aussprüchen des Heiligen Propheten Muhammad, Friede und
Segen Allahs seien auf ihm) stoßen wir auf zahlreiche wichtige Einzelheiten über die Taten von Gog und Magog auf der einen Seite und das Unglück der Muslime und ihre letztliche Rettung durch die Hand des Messias auf der anderen Seite. Zum Beispiel bestätigen die Ahadith ausdrücklich, daß in den letzten Tagen ein heftiger Kampf zwischen den Juden und den Muslimen ausbrechen werde und daß am Ende Allah Sieg den Muslimen gewähren würde:

Prophezeiung, daß die Juden eine endgültige Niederlage durch die Hand der Muslime erleiden werden
„Es wird von Abu Huraira berichtet, daß ein schwerwiegender Zusammenstoß zwischen Muslimen und Juden stattfinden wird, und zwar in den letzten Tagen. Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung wird sein, daß die Muslime beginnen werden, die Juden zu töten. Die Juden werden sich selbst hinter einem Stein oder einem Baum verbergen. Dann wird der Stein oder der Baum laut ausschreien: „0 Muslim, 0 Diener Allahs, hier
ist ein Jude, der sich hinter mir verbirgt, komm und töte ihn.“ (Sahih Muslim: Kitab-al-Fitn)”
Zum Vergleich: Auszug aus der Charta der Hamas
”The Islamic Resistance Movement is one link in the chain of jihad in confronting the Zionist invasion. It is connected and linked to the [courageous] uprising of the martyr ‘Izz Al-Din Al-Qassam and his brethren the jihad fighters of the Muslim Brotherhood in the year 1936. It is further related and connected to another link, [namely] the jihad of the Palestinians, the efforts and jihad of the Muslim Brotherhood in the 1948 war, and the jihad operations of the Muslim Brotherhood in 1968 and afterwards. Although these links are far apart, and although the continuity of jihad was interrupted by obstacles placed in the path of the jihad fighters by those who circle in the orbit of Zionism, the Islamic Resistance Movement aspires to realize the promise of Allah, no matter how long it takes.
The Prophet, Allahs prayer and peace be upon him, says: “The hour of judgment shall not come until the Muslims fight the Jews and kill them, so that the Jews hide behind trees and stones, and each tree and stone will say: “Oh Muslim, oh servant of Allah, there is a Jew behind me, come and kill him,” except for the Gharqad tree, for it is the tree of the Jews.” (Recorded in the Hadith collections of Bukhari and Muslim).” (Quelle: MEMRI, Hervorhebungen durch den Autor)