Samstag, 25. Februar 2012

Respekt, Herr Dawkins!

Apropos "Respekt" (s.u.) - der kämpferische Atheist Richard Dawkins hat den meinen - schon allein für die Aktion, in der Debatte mit einem muslimischen Würdenträger diesem die Antwort auf die Frage aus der Nase zu ziehen, was im Islam traditionell die Strafe auf Apostasie, Abfall vom islamischen Glauben, sei: nämlich die Todesstrafe.
Zum Thema siehe auch: ägyptischer Religionsminister über "islamische Meinungsfreiheit" (Link).

Ahmed Kreusch über "Respekt"

Für die Homepage des sogenannten "Zentralrats der Muslime" hat ein Architekt, Künstler und "Beuys-Schüler" namens Ahmed Kreusch einen Text zum Thema "Respekt" verfasst. Selten habe ich in einem so kurzen Traktat derart große Weltfremdheit gelesen.
Demokratie und Toleranz werden heute gerne auch als Schlagworte benutzt. Entscheidend für beide Begriffe ist aber, ob sie auf der Grundlage von Respekt praktizieren; Respekt vor anderen Menschen, ihren Kulturen, Religionen, ihrer Sprache, ihrem Anders-Denken, ihrem Anders-Sein.
Man mag mich altmodisch nennen, aber ich gehöre zu den Menschen, für die Respekt verdient und nicht gratis und noch dazu im Voraus entboten wird. Ich respektiere die Menschenfresser-Rituale der alten Papuas ebenso wenig wie die Menschenopfer der Azteken, ich respektiere das indische Kastenwesen nicht und die traditionelle hinduistische Witwenverbrennung ebenfalls nicht. Niemand  wird mir vorschreiben, wovor ich Respekt zollen soll, auch kein zum Islam konvertierter Beuys-Schüler aus der Eifel. 
Ohne diesen Respekt wird aus Demokratie eine Diktatur der Mehrheit über Minderheiten. So werden mit mehrheitlich im Parlament beschlossenen Gesetzen z.B. in Deutschland dann unsinnige, überflüssige „Maßnahmen“ gegen Menschen, die anders sind, durch-“gesetzt“, obwohl niemand durch deren anderes Verhalten behindert, bedroht oder beleidigt wird. Ein eklatanter Widerspruch zum Artikel 4 des Grundgesetzes.
Es ist fraglich, aus welchem Jahrhundert oder von welchem Planeten Herr Kreusch diese Wahrnehmung gewonnen hat - das gegenwärtige Deutschland kann es jedenfalls nicht sein. Das Gegenteil ist der Fall: für Minderheiten werden laufend neue Ausnahmeregeln geschaffen, welche Normen und Gesetze aushebeln, an die sich die Mehrheit, also alle Menschen, die leider nicht für sich reklamieren können, "anders" zu sein, gemeinhin hält. Beispiel Homo-Ehe, Beispiel Muslim, der nicht in der Spirituosenabteilung arbeiten will, vor Gericht zieht und erstinstanzlich Recht bekommt, Beispiel die Errichtung repräsentativer religiös-islamischer Zentren, neuerdings anscheinend in den Kanon der Menschenrechte aufgenommen.
Ohne diesen Respekt wird aus Toleranz egoistische Heuchelei: „Natürlich bin ich tolerant. Solange du mich in Ruhe lässt, kannst du genauso wie ich machen, was du willst!“ Ohne diesen Respekt wird aus Integration die verdeckte Forderung nach „Assimilierung“, auch wenn sie scheinbar noch so wohlwollend verpackt wird in dem „Wunsch“, diesen Menschen zu helfen, „damit sie so schnell wie möglich werden wie wir!“
Und mit dem, was Ahmed Peter Kreusch für Respekt hält, wird aus Toleranz eine Untugend, die ebenso perfide wie gefährlich ist, nämlich Ignoranz.  In neu geschaffenen "Integrationsministerien", typischerweise mit turk- oder arabstämmigen Ministern besetzt, wird statt Integration, die immer auch und notwendigerweise eines gewissen Grades an Assimilation bedarf, eine islamorientierte Klientelpolitik betrieben, die keineswegs das aus dem klassichen Verständnis von demokratischer Politik bekannte Volkswohl befördert. Es wird sozusagen eine "Parallelgesellschaft" auf Regierungsebene installiert. 
Die islamkritische Soziologin Necla Kelek hat festgestellt, dass Islam und Muslime in Deutschland "unter Naturschutz" stehen, wie exotische Pflanzen, die in ihrem Biotop vegetieren, das sie vor "schädlichen" Umwelteinflüssen wie Kritik, Leistungsanspruch und Anpassungsdruck abschirmt. Dass damit ein neues Klischeebild "der Muslime" gehegt und gepflegt wird, fällt den Wortführern der "Toleranz" und des "Respekts" nicht auf - dem politischen Islamismus aber spielt es in die Hände. "Die Muslime" haben sich eben in ihrem garantierten "Anderssein" einzurichten, und dieses "Anderssein" bezieht sich für islamistische Gruppierungen wie eben dem ZMD vor allem auf die kritiklos anzunehmenden Eigenheiten der islamischen Weltanschauung. 
Erst der Respekt vor den Menschen anderer Art, ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache etc. bringt uns dazu, diesen Menschen zu helfen, sie zu schützen, sie zu akzeptieren, so wie sie sind, und nicht von ihnen zu verlangen, so wie wir zu werden. Denn der Respekt zwingt uns, wenigstens zu versuchen, die Lebensweise der anderen Mitmenschen zu verstehen, und nicht ihre Lebensformen oberflächlich ab zu tun, zu belächeln oder gar zu diskriminieren.
Statt von "den Muslimen" zu verlangen, "so wie wir zu werden", nimmt Kreusch sie lieber an die Hand wie verirrte, unmündige Kinder.  Denen man keine reflexiven Gedanken nahebringen kann wie etwa dem, dass der islamische Fundamentalismus tatsächlich etwas mit den Fundamenten des Islam zu tun haben könnte. Auch wenn das nicht "oberflächlich" wäre, aber wer auf diese Idee kommt, ist für die einen ein "Rassist", für die anderen "kein wahrer Muslim" - so viel Oberfläche muss dann doch sein.
Der Respekt lässt uns eben „keine Ruhe“, er bringt uns dazu, aktiv diesen anderen Menschen zu helfen gegen Unrecht, gegen Verleumdungen, Beleidigungen, gegen Intoleranz und Zwangsmaßnahmen, „legales“ Unrecht durch Gesetze, auch wenn es uns Mühe macht und wir gegen den Strom schwimmen müssen.
Doch wohl auch gegen Steinigungen, Hinrichtung von Apostaten, Christenverfolgung, Homophobie, Terrorakte, Zwangsverheiratungen, Ehrenmorde, einen stupenden Antisemitismus bzw. Judenhass und abstruse Fatwa-Gutachten? 
Unsere Welt ist mehr und mehr eine Welt der Respektlosigkeit geworden, ein Erbe von Kolonialismus und Rassismus, Respektlosigkeit aber nicht nur gegen Menschen, auch gegen die Natur und Schöpfung. Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen.
Da religiöser und gesellschaftlicher Pluralismus, Toleranz und Respekt für andere Kulturen und Lebensweisen fürwahr keine islamischen Errungenschaften sind, wie die Praxis vom siebten Jahrhundert bis in die Gegenwart zeigt - von der lausigen Situation nichtislamischer Minderheiten in islamischen Gesellschaften ganz zu schweigen - würde es sich eigentlich lohnen darüber nachzudenken, welchen Anteil der Islam an diesem "Erbe" hat. 

Quelle: http://www.islam.de/19794

Mittwoch, 2. November 2011

Scharia ist für alle da

Obwohl westliche Massenmedien jahrelang gepredigt haben, dass erstens der Islam nichts mit "Islamismus" zu tun habe und zweitens nur ganz wenige Muslime "Islamisten" seien, stellt der sogenannte Islamismus in den Ländern des "arabischen Frühlings", in Ägypten, in Libyen, in Tunesien, einen wichtigen (wenn nicht den wichtigsten) politischen Faktor dar. In Tunesien sind die Islamisten seit der Wahl auch offiziell die stärkste Kraft, in Libyen sind sie es de facto schon, ebenso in Ägypten. Hüben wie drüben wird die Scharia zur Grundlage der Rechtssprechung erklärt, kein Gesetz kann der Scharia widersprechen (vgl. "Kairoer Erklärung der Menschenrechte",  Art. 22 ff.). Zwar beriefen sich auch vor der Revolution Führer, Verfassungen und Parlamente nominell auf die Scharia. Tatsächlich angewendet wurde das traditionelle islamische Recht offenbar kaum. Das passte den Islamisten nicht.
Einer ihrer neuen starken Männer, Rachid Ghannouchi von der tunesischen Ennahda-Partei, hat daher sogleich das Prinzip der Scharia, sofern richtig angewendet, erklärt. Seine Vision sei ein System, "in dem die Rechte Gottes, des Propheten [Mohammed], der Frauen, der Männer, der Religiösen und der Nicht-Religiösen gesichert sind". (Quelle) Die Rechte der Frauen sind also nicht die der Männer (was übrigens schon aus dem Koran hervorgeht), die Rechte der Religiösen sind nicht die der Nicht-Religiösen. Wenn Scharia eines nicht bedeutet, dann Gleichheit vor dem Gesetz. Kamran Ghanei vom "Zentralrat der Exmuslime" kommentiert betreffs der Scharia: "Im Islam ist das Recht verbunden mit der religiösen Pflicht. Im Grunde genommen ist die Freiheit des Menschen als ein Individuum in islamischer Belehrung unerkannt." (Quelle) Allah als oberster Souverän gibt den Menschen entsprechend ihrer Gruppenzugehörigkeit Rechte, Privilegien und Pflichten. Unteilbare Menschenwürde, gesellschaftlicher und religiöser Pluralismus sind in diesem System nicht vorgesehen.

Link: "SOS Österreich" bloggt, was Rachid Ghannouchi sonst noch treibt, schreibt und denkt.

Mittwoch, 17. August 2011

ZDF erklärt, was "heiliger Krieg" ist. Oder doch nicht?

Im Unterschied zum ebenfalls durch das ZDF produzierten Dreiteiler „Morgenland“, der ohne Umschweife zum Postulat des überlegenen islamischen Hoch-Kulturmenschen des Mittelalters kam, bedient sich der erste Teil der neuen Dokumentarreihe „Der Heilige Krieg“ (Di., 16.8., 20:15 Uhr) verfeinerter Manipulationstechniken. In erster Linie läuft es darauf hinaus, dass Muslime und Christen in ihrem Verhältnis zu Gewalt äquidistant seien. Soll dies, wie im Film, anhand der frühislamischen Expansion bis zur Abwehrschlacht von Tours und Poitiers im Jahre 732 veranschaulicht werden, müssen notwendigerweise alle Informationen verschwiegen werden, die dieser Darstellung widersprechen.
Auffällig ist zunächst, dass „Der Heilige Krieg“ wie zuvor schon „Morgenland“ peinlich genau das angebliche Bilderverbot des Islam einhält; eine Verkörperung des „Propheten“ Mohammed findet sich hier wie dort in keiner der Spielszenen. Jetzt aber erfüllt dieser Kunstgriff einen ganz praktischen Nutzen, nämlich den, zwischen der reinen Lehre Mohammeds und seinen Nachfolgern einen Keil zu treiben, so dass ersterer nicht durch die Taten letzterer in den Schmutz gezogen werden kann. Und genau hier beginnt „Der Heilige Krieg“ mit der Geschichtsklitterung: es war wohl kein Anonymus, der (wie im Film) die einschlägigen Verse des Koran und die Macht Allahs beschwor, um weltliche Macht zu gewinnen, sondern es war Mohammed selbst; bis zu seinem Tod im Jahre 632 brachten die Muslime nahezu die gesamte arabische Halbinsel unter ihre Kontrolle.
Ohne auf das wirkliche Verhältnis des Christentums und des Islam zur Gewaltfrage einzugehen lässt sich sagen, dass beide Weltreligionen ein Aspekt verbindet, der sie zugleich von allen anderen Religionen unterscheidet und uns als wahre und wichtigste Gemeinsamkeit erscheint: beide sind universalistisch veranlagt und trachten zumindest theoretisch danach, ihren Geltungsanspruch weltweit zu verbreiten. Im Christentum erscheint dieser Anspruch im „macht euch die Erde untertan“, aber vor allem „gehet hin und lehret alle Völker“. Die islamischen Schlüsselverse laut Koran:
Sura 9, Vers 29:
Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen - von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten.
Sura 9, Vers 33:
Er [Allah] ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein. (Übers. Rassoul)
Über Jahrhunderte hinweg bildeten diese und andere, inhaltlich höchst ähnliche Passagen das Fundament des Dhimma-Prinzips, der Herrschaft der Muslime über unterworfene Juden und Christen, die um den Preis dauerhafter Erniedrigung und einer besonderen Kopfsteuer zumindest vor weiteren Verfolgungen „geschützt“ waren. Je weniger diese rigiden Vorschriften befolgt wurden, die eine horizontale Teilung der Gesellschaft zementierten, um so „toleranter“ präsentierte sich die „islamische“ Kultur, etwa in Andalusien unter Herrschaft der Almoraviden bis zur Zeit der großen Judenpogrome und -Vertreibungen.
Im ZDF-Fünfteiler „Der Heilige Krieg“ fehlen solche Informationen freilich ganz. Sie stehen schließlich dem Ziel der Sendung entgegen, nämlich der Beweisführung, dass sowohl die christliche als auch die islamische Religion über Jahrhunderte quasi synchron „instrumentalisiert“ und „missbraucht“ worden seien – auch wenn sich weder in der Bibel, noch in der christlichen Praxis Konzepte finden lassen, die der Dhimma auch nur entfernt ähneln. Während also die kriegerisch-politische Komponente des Islam vertuscht wird, liegt besonderes Augenmerk auf nichtmuslimischer Gewalt und ihrer vermeintlichen Verbindung zum Christentum: in Spielszenen wird eine gerade Linie konstruiert von der Reliquienverehrung durch die Kämpfer vor Tours und Poitiers bis zur Unterwerfung und Christianisierung der Sachsen durch Karl den Großen.
In den letzten Minuten gibt die Sendung einen stichpunktartigen Ausblick auf die Episoden 2 bis 5 von „Der Heilige Krieg“ - was die Umkehrung bzw. Erfindung von Kausalketten zur Stützung der These im Sekundentakt nach sich zieht. So ist der islamische „Dschihad“ anders als behauptet keine Antwort auf die christlichen Kreuzzüge, sondern umgekehrt waren die Kreuzzüge eine ursprünglich räumlich und zeitlich genau begrenzte Reaktion auf den universellen islamischen Dschihad. Die Expansion des Osmanischen Reiches setzte auch nicht erst in der „Mitte des 15. Jahrhunderts“ (also mit dem Fall Konstantinopels) ein, sondern wenigstens zweihundert Jahre zuvor.
Als vorläufiges Fazit gilt hier, dass auch „Der Heilige Krieg“ kein gelungener Beitrag zur Vermittlung historischer Faktizität ist, sondern sich mit einseitiger Darstellung einmal mehr der Mittel des verlogenen „Dialogs“ der Kulturen bedient, in dem unangenehme Wahrheiten einfach ignoriert werden. Wer diese dennoch ausspricht, gilt als Nestbeschmutzer, wahrscheinlicher noch als Islamophob, schlimmstenfalls als „Rassist“.

Sonntag, 20. März 2011

USA helfen nun Al Kaida in Libyen aus

Dass Diktatoren notorische Lügner sind, liegt in der Natur der Sache. Diktatoren, die sich wie Muammar el Gaddafi vier Jahrzehnte lang an der Macht halten, sind jedoch obendrein ziemlich schlau und sind glänzende Anwälte in eigener Sache. Daher wissen sie, dass es hilfreich sein kann, den eigenen Lügen immer ein paar Körner Wahrheit beizumengen. 
Genau das tut Gaddafi nun, wenn er die Rebellion im eigenen Land u.a. als den verlängerten Arm von Al Kaida, der Muslimbruderschaft etc. bezeichnet. Es nützt seinem Regime bisher allerdings nicht viel, die westlichen Massenmedien und die westlichen Politiker haben sich bereits darauf verständigt, wer in dieser Auseinandersetzung die Guten sind und dass es sich bei dem Aufruhr in Libyen um einen allgemeinen Volksaufstand handle, auch wenn die Art und Weise, wie die Kämpfe geführt werden, eher nicht auf einen solchen schließen lässt.
Dass Bengasi und der Osten Libyens Hochburgen des "Islamismus" seien und sich auf die Einwohnerzahl dortiger Ortschaften hochgerechnet mehr Dschihadisten für den Einsatz gegen die Alliierten in Irak etc. rekrutierten als aus jedem anderen islamischen Land, schreibt etwa die "Asian Tribune" und andere östliche Zeitungen:
Well known to the United States policymakers in Obama White House and Clinton State Department along with the National Security Council but not widely known to American mainstream media, the U.S. West Point Military Academy’s Combating Terrorism Center document reveals that Libya sent more fighters to Iraq’s Islamic militancy on a per-capita basis than any other Muslim country, including Saudi Arabia.
Perhaps more alarmingly for Western policymakers, most of the fighters came from eastern Libya, the center of the current uprising against Muammar el-Qaddafi.
The analysis of the Combating Terrorism Center of West Point was based on the records captured by coalition forces in October 2007 in a raid near Sinjar, along Iraq’s Syrian border.
The eastern Libyan city of Darnah sent more fighters to Iraq than any other single city or town, according to the West Point report. It noted that 52 militants came to Iraq from Darnah, a city of just 80,000 people (the second-largest source of fighters was Riyadh, Saudi Arabia, which has a population of more than 4 million).
Benghazi, the capital of Libya’s provisional government declared by the anti-Qaddafi rebels, sent in 21 fighters, again a disproportionate number of the whole.
If the 2007 captured records revealed the Eastern Libyan participation in the anti-coalition forces militancy in Iraq one could imagine the Banghazi-Darnah export of Islamists since then.
“Libyans were more fired up to travel to Iraq to kill Americans than anyone else in the Arabic-speaking world,” Andrew Exum, a counterinsurgency specialist and former Army Ranger noted in a blog posting recently. “This might explain why those rebels from Libya's eastern provinces are not too excited about U.S. military intervention. It might also give some pause to those in the United States so eager to arm Libya's rebels.”
Quelle: Libyan rebellion has a radical Islamist fervor (Asian Tribune, 17.3.2011)
 Die USA, Großbritannien und Frankreich helfen nun ausgerechnet ihren Todfeinden aus. Eine Ironie der Geschichte.



Dienstag, 8. März 2011

Gehört der Islam zu Deutschland, Herr Mazyek?

Nachdem die Aussage des neuen Innenministers Hans-Peter Friedrich (CSU), der Islam gehöre historisch gesehen nicht zu Deutschland, in den Islamverbänden zu der inzwischen anscheinend auf Knopfdruck abrufbaren Empörung geführt hat, versucht Aiman Mazyek, Vorsitzender des "Zentralrats der Muslime in Deutschland" (ZMD), die Gegenthese aufzustellen. Ganz leicht ist das nicht, doch im Gegensatz zum Oberhaupt der "türkischen Gemeinde", Kenan Kolat, der sich im Stile eines halbstarken Jugendbandenchefs geriert ("Wenn der Innenminister Streit sucht, wird er ihn bekommen!") ficht Mazyek mit dem leichten Florett. Das Hackebeil packt Mazyek auch nur dann aus, wenn es nicht gegen einen Bundesminister, sondern die Inanspruchnahme der Meinungsfreiheit durch die namenlosen Normalbürger geht - die "islamophoben Geschwüre", wie er sich auszudrücken pflegte.
Zunächst fällt auf, dass Aiman Mazyek einmal mehr auf die "Differenzierung" verzichtet, die er islamkritischen Stimmen stets abverlangt. Der Islam gehört zu Deutschland. Der Islam? Ich dachte, es gibt nicht den Islam. Wann immer ein Skeptiker über einen Zustand klagt, der allem Anschein nach durchaus dem Islam zuzuordnen ist, zerfällt der Islam in seine ominösen "Facetten", bei denen es zu differenzieren gilt - und zwar solange, bis jede konkrete Kritik ins Leere läuft. Äußert sich ein islamischer Verbandsfunktionär hingegen über sein Klientel, gibt es den Islam plötzlich doch. Mazyek macht hier keine Ausnahme; er ist der Prototyp des islamischen Polit-Lobbyisten.
Ein arabisches Sprichwort besagt: "Die Liebe zum Vaterland kommt vom Glauben". Längst ist Deutschland im Herzen vieler Muslime Teil ihres Denkens, dessen sind wir alle Zeuge, nicht zuletzt bei unserer Fußballnationalmannschaft. 
Mir gellen noch jetzt die Pfiffe von 30.000 Türken in den Ohren, welche die deutsche Nationalhymne fast unhörbar machten, damals am 8. Oktober 2010 beim Qualifikationsspiel  Deutschland - Türkei für die Fußball-EM, ausgetragen im Olympiastadion von Berlin, im Herzen der Stadt mit den meisten türkischen Einwohnern westlich von Istanbul.
Die eigentliche Frage ist doch: Ist Deutschland bereit, seinen deutschen Muslimen eine Chance zu geben, oder verweist es – wie die Sarrazin-Thesen es deutlich machen – sie direkt auf die Anklagebank und geht damit einem konstruktiven Dialog aus dem Wege? 
Jeder Türkischstämmige, jeder Muslim hat in Deutschland prinzipiell dieselben Chancen auf Bildung und Arbeit wie jeder andere Bürger auch. Was Mazyek mit diesem Exkurs in die Sozialkunde bezweckt, wo doch auch Sarrazin nicht mehr will als Chancengleichheit, dürfte wohl die Erringung von mehr islamischer Einflußnahme der Verbände auf die bundesdeutsche Politik sein.
Wer übersieht, dass Europa, gar Deutschland, und Islam eine lange Geschichte verbindet, möge den West-Östlichen Divan unseres Nationaldichters Johann Wolfgang Goethes wieder einmal lesen, die großen Universalgelehrten Ibn Sina (Avicenna) und Ibn Ruschd (Averroes) zur Kenntnis nehmen oder wenigstens die 700-jährige Geschichte des Islam in Spanien berücksichtigen.
Wenn ein Dichterfürst ein Buch über eine Weltgegend veröffentlicht, von der er so gut wie keine Ahnung hat (vgl. Gotthold Ephraim Lessing, Nathan der Weise) dann ist das eine Geschichte, aber keine Geschichtsschreibung mit Anspruch auf  historische Faktizität und Plausibilität. Gleichwohl versuchen diverse Islam-Apologeten dieses Missverständnis auf die Spitze zu treiben, indem sie Goethe posthum zum Muslim erklären.
Die Leistungen Avicennas oder Averroes auf den Islam zurückzuführen ist ungefähr so, als würde man Lebenswerk und Bedeutung Giordano Brunos mit der Ketzerverfolgung durch die katholische Kirche erklären. Beide schufen ihre bahnbrechenden Werke nicht weil, sondern obwohl sie Muslime waren.  Sie und ihresgleichen kamen durch ihre Forschung in Konflikt mit der islamischen Orthodoxie, die ihre Schriften konfiszierte und vernichtete. Wissenschaft und freie Forschung wurden im Islam im Keim erstickt, das Wie und Wann hat dieses Blog bereits thematisiert.
Und das bis heute euro-arabische Malta, den europäisch-muslimischen Balkan, das vom Orient kulturell durchdrungene Sizilien und die über 500-jährige Enklave der muslimischen Tataren in Polen sind ein beredetes Zeugnis muslimischer Präsens in Europa.
Sowohl das sagenumwobene Al Andalus, der vielleicht 150jährigen Blütephase des maurischen Spaniens während der milden Herrschaft einer Berberdynastie, als auch die "Durchdringung" des süd- und südosteuropäischen Raumes gründeten letztlich auf der militärischen Konfrontation zwischen dem islamisch und dem christlich geprägten Kulturkreis, die sich jahrhundertelang nicht als Partner Seit an Seit, sondern als Feinde gegenüberstanden.  "Beredtes Zeugnis" legen auch die zahllosen Denkmale, Brunnen und Gemälde ab, die an die Türkenkriege und die Belagerung von Wien 1529 und 1683 erinnern, aber niemand käme deswegen auf die Idee, "der Islam" stehe an der Wiege Europas, der westlichen Zivilisation.
Schließlich bargen Muslime die griechischen-hellenistischen Fundamente der europäischen Zivilisation, vor allem Aristoteles, vor der Versenkung, indem sie sie ins Arabische übersetzten. Die griechischen Wissenschaften – als maßgebliches Erbe Europas – wanderten also vom Griechischen über das Arabische ins Lateinische. Wir stehen also im Abendland auch auf morgenländischen Beinen. 
Die Übersetzer der griechischen Quellen waren häufig gebildete Dhimmis, unterworfene Juden und Christen. Der Islam als religiöses System hat sich seit seiner Frühzeit vehement gegen die Befruchtung durch den hellenischen Geist gewehrt. Mit dem Absterben der Forschung gerieten auch die griechischen Wissenschaften und ihre Autoren in Vergessenheit; muslimische Plünderer vernichteten zehntausende von Original-Texten allein in der großen Bibliothek von Alexandria. Zudem: was an Wissen über den Umweg der arabischen Gelehrten nach Europa drang (allerdings ebenso über das oströmische Reich, doch das verschweigt Mazyek), trug keinen islamischen Impuls in sich, sondern war eben - griechisch.
Die Befruchtung der abendländischen Zivilisation durch den Islam war nicht essentiell und ist im Einzelfall nicht nachweisbar. Wo ist der Einfluss des Islam auf die politischen Systeme der europäischen Staaten? Auf die Gewaltenteilung? Wo auf die Rechtsprechung? Welche Rolle spielte der Islam in der europäischen Wirtschaftsgeschichte, der Entwicklung von Bankwesen, von Freihandel? Was ist sein Anteil an der Aufklärung, an Bürger- und Menschenrechten, der Emanzipation der Frau?
Hätte der Islam all diese Entwicklungen vorgelebt oder wenigstens nachvollzogen, bräuchten wir keine "Islamkonferenz" und bräuchte es keinen "Dialog". Veranstaltungen dieser Art nutzen Islamverbände wie Mazyeks ZMD seit Jahren, um sich als Stimme "der Muslime" zu profilieren und Zug um Zug ihre Schlüsselposition in der Integrationsdebatte auszubauen. In der Folge beherrschen inzwischen Themen das politische Alltagsgeschäft und die Massenmedien, die noch vor wenigen Jahren vollkommen nebensächlich waren. Etwa die Rolle der Scharia, des allahgegebenen islamischen Rechts. Unter dem Begriff der Scharia konnte sich noch vor zehn Jahren kaum jemand etwas vorstellen - heute scheint sich der gesamte Diskurs nur noch darum zu drehen, wie (nicht ob!) die Scharia in das deutsche Recht "integriert" werden kann. Und genau dieses mächtige Hereindrängen des Islam in das europäische Bewußtsein sowie die gesellschaftlichen Scherkräfte, die dadurch entstehen, sind letztendlich Beleg dafür, dass "der Islam" historisch nicht zu  Deutschland, nicht zu Europa gehört.

Bloginterne Links:





Montag, 28. Februar 2011

Patrick Bahners, ein westlicher Quasimam

Der FAZ-Feuilletonist Patrick Bahners hat mit seinem Buch "Die Panikmacher" für einigen Wirbel gesorgt. Gedacht war das Werk als Kritik der Islamkritik, was durchaus eine anspruchsvolle und aller Ehren werte Aufgabe sein könnte, sofern man sich ihr tatsächlich stellt. Die aussagekräftigen Rezensionen zu Bahners Buch (von Thilo Sarrazin, Monika Maron u.a.) lassen jedoch nur den Schluss zu, dass darin keine kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten und Positionen der Islamkritik betrieben wird, sondern es sich vielmehr um eine Abrechnung mit den wenigen prominenten Vertretern der Islamkritik in Deutschland handelt, die Bahners auf persönlicher Ebene und frontal angreift: Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Thilo Sarrazin, Seyran Ates und allen voran Necla Kelek.
Darüber hinaus lässt Bahners eigene Wortwahl in den Vorabdrucken seiner Streitschrift den versierten Islamkritiker aufmerken. Dass Bahners einen reichen Sprachschatz besitzt und über detaillierte Kenntnisse der deutschen Sozial- und Kulturgeschichte verfügt, es aber nicht vermag, diese in einen logisch stringenten Kontext zu bringen, ist auch den anderen Rezensenten aufgefallen. Darüber hinaus klingen jedoch weitere Motive an, die eine ganz andere Deutungsebene zulassen.
Die Schriftstellerin Monika Maron zitiert Bahners in ihrer Rezension mit folgenden Worten:
„In Tücher eingehüllt wird normalerweise das Kostbare. Die Verschleierung ist ein Indiz der Vornehmheit. Es widerspricht also unserer Intuition, dass der Zweck des Kopftuchs, wie von seinen feministischen Gegnerinnen behauptet, die demonstrative Herabsetzung der Frau sein soll.“(Monika Maron, "Der Kritiker der Islamkritiker im Elfenbeinturm")
Sprache ist verräterisch. Auch ohne das Parteibuch eines bestimmten Autors zu kennen ist es für den aufmerksamen Leser in der Regel keine Mühe, auf einen bestehenden ideologischen Hintergrund zu schließen. Jeder Teil des politischen Spektrums besitzt sein eigenes Vokabular. Was aber will Patrick Bahners mit der seltsamen Bemerkung "in Tücher eingehüllt wird normalerweise das Kostbare" sagen? Wie kommt er darauf? Ist das nur der bisweilen blumigen Fabulierkunst seiner Feuilletonsprache geschuldet? Ich war mir jedoch sofort sicher, genau diesen Vergleich in genau diesem Zusammenhang schon oft gelesen zu haben. Aber nicht bei Patrick Bahners.
Googelt man nach "women islam are jewel" erhält man 2.040.000 Treffer. Have you seen the Jewel? Why is it that the people love it while it is simply a piece of stone? It is because it is not so easy to see it, nor can you touch it except by paying an exorbitant price. Similar is the case of the woman – it is forbidden for a man to see her or touch her, in order that he does not dishonor her. She is like an untouched (pure) jewel, which is affected by the least touch, heißt es auf http://www.allaahuakbar.net/womens/this_message_is_to_you_o_concealed_jewel.htm. Aus diesen Quellen also speist sich Bahners Inspiration.
Bahners scheint das reaktionäre Frauenbild des orthodoxen Islam nicht nur zu tolerieren, sondern tatsächlich auch zu teilen. Weder Bahners noch die islamischen Gelehrten sind in der Lage zu begreifen, dass die Abschließung des Weiblichen zum "Schutz" und zur "Ehre" erst recht die "demonstrative Herabsetzung der Frau" auf den Status eines Objekts besiegelt. Damit reiht sicht Bahners ein in die immer länger werdende Reihe westlicher Intellektueller, die sich ihr Islambild aus den völlig unreflektierten Aussagen islamischer Würdenträger gewinnen. Mitunter ist ihre eigene Position von der des Islam ununterscheidbar geworden. Für diesen Typus hat der Orientalist Dr. Hans-Peter Raddatz vor einigen Jahren den wunderbaren Neologismus "Quasimam" geschaffen.

Freitag, 8. Oktober 2010

Taqiyya-Veranstaltung in Wien

Der "Zentralrat der Muslime in Deutschland" berichtet auf seiner Homepage über ein Projekt in Wien, das sofort misstrauisch werden lässt. Dort werden im Haus des "Islamischen Zentrums Wien" angeblich Originalfragmente des "Gewandes" der Kaaba von Mekka sowie andere Devotionalien ausgestellt.
Diese Ausstellung im Islamischen Zentrum in Wien  geht u.a. den Fragen nach: Was bedeutet Muhammad für die Muslime und was brachte Muhammad der Menschheit? Weitere zahlreiche Schrifttafeln, Plakaten, Schautafeln sowie Leuchtbildern größeren Formats und wertvolle Exponate untermalen diese Fragestellungen.
Leiter der Ausstellung ist der Krypto-Islamist und frühere "Zentralrats"-Vorsitzende Nadeem Elyas, Schirmherr ist eine Organisation, die sich den radebrechenden Namen "The Global Program for Introducing The Prophet Of Mercy" gegeben hat. Geldgeber ist ganz offensichtlich Saudi Arabien.
Es schwant dem Leser, was Mohammed der Menschheit sonst noch gebracht hat, aber ganz sicher nicht von der Ausstellung aufgegriffen wird. Der Charakter einer profanen Reliquienhuldigung, den das Ganze auf den ersten Blick haben mag, täuscht jedoch. Folgt man den Links, findet man auf der Homepage des "Global Program..." folgenden einleitenden Text:
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy condemns the publication of disparaging and offensive drawings of our noble Prophet Muhammad (Peace be upon him) in Sweden.
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy condemned the publication of disparaging and offensive caricature drawings of the Prophet of Mercy, Muhammad (Peace be upon him) by the Swedish newspaper "Nerikes Allehanda ".
The General Secretary of the program, Dr. Adel Al-Shiddy described the publication of the offensive caricature drawings by the Swedish newspaper, done by the Swedish artist, Lars Vilks, as a blatant assault on the sanctities of more than 1.3 billion Muslims, who reject any slanderous defamation of all the Prophets in general, and the Prophet Muhammad (Peace be upon him) in particular, who was sent by God Almighty as a mercy to mankind, "We sent you not but a mercy to the Worlds" (The Noble Qur'an).
The General Secretary calls all Muslims to adopt wise, practical and urgent measures to support the final Prophet, and at the same time to exercise self-control and to commit ourselves to legal measures to disapprove this malevolent act.
The Global Program for Introducing the Prophet of Mercy, which executed more than 25 projects to introduce Prophet Muhammad (Peace be upon him) and to support him, will produce soon, a project by the name of "The Introductory message of the Prophet of Mercy" which will be directed worldwide to more than 15,000 important academic and informational organizations, including Sweden. We hope this will help clarify the real message of our Prophet Muhammad (Peace be upon him), and at the same time reprobate anything that impinges his noble and lofty status.
Man kann also behaupten, dass die Veranstaltung letztlich dem Zweck dient, eine Kampagne gegen die Meinungsfreiheit loszutreten und rechtliche Schritte ("legal measures") gegen den schwedischen Künstler Lars Vilks zu ergreifen, dessen Federzeichnungen Mohammeds in der "islamischen Welt" beinahe zu ähnlichen Gewaltexzessen geführt hätten, wie wenige Jahre zuvor der sogenannte "Karikaturenstreit".
Direkt unter diesem Text befindet sich ein Link auf die Seite "The Prophet of Mercy", auf der völlig ahistorischer Unfug über die Geschichte des Islam verbreitet wird. So steht dort unter der Überschrift "Did Islam spread by the sword? Myth and reality":
Among the most widely believed myths about Islam in the West today is the myth of forcible conversion to Islam. Many Westerners believe that Islam is so widespread in the world today simply because of a "holy campaign of terror" carried out by the early Muslims to convert non-Muslims to Islam. They believe that non-Muslims were offered the freedom to choose between two things: Islam or death.
Diese gleich doppelt verkehrte Aussage führt den Leser schon zu Beginn des Textes auf die falsche Fährte. Selbstverständlich gab es auch im Islam Zwangskonvertierungen, doch für dessen Ausbreitung spielten sie eine eher untergeordnete Rolle und widersprachen zudem in der Tat den Bestimmungen des Koran. Die muslimischen Eroberer stellten die Nichtmuslime aber nicht vor die Wahl "Islam oder Tod", um ihnen die Religion des Islam aufzuzwingen, sondern um sie als Unterworfene unter islamisches Recht und islamische Herrschaft zu zwingen. "Diese Dichotomie (zwischen muslimischen Herrschern und nichtmuslimischen Beherrschten) ist nicht religiös, sondern politisch", bemerkt der Historiker Prof. Egon Flaig.
Währen seitens des muslimischen Heeres traditionell vor der Schlacht an die Reihen der Nichtmuslime der Ruf - da'wa - erging, sich kampflos zu ergeben, folgen die Veranstalter des "Global Program" eher der tabligh-Strategie, welche die Herzen der Nichtmuslime erobern soll. Auf der Strecke bleiben Meinungsfreiheit und Wahrheit. Wer darauf hinweist, kann mit "rechtlichen Schritten" rechnen.

Giordano kündigt islamkritisches Buch an

Beim Stöbern in meiner Lieblingsbuchhandlung fiel mir gestern die jüngste Publikation des Kölner Schriftstellers Ralph Giordano in die Hände: "Mein Leben ist so sündhaft lang". Es enthält seine Tagebucheinträge vom Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2010. Gleich der erste Eintrag nennt Giordanos künftige Pläne mit Kiepenheuer & Witsch. Darunter ein Buch, dessen Erscheinungstermin ins Jahr 2013 fallen soll, Thema Integration und Migration, Titel "Allah auf leisen Sohlen"!
Sollte man sich merken. Es ist eigentlich überfällig, dass Giordano seine Islamkritik, die er bisher in seiner Autobiographie "Erinnerungen eines Davongekommenen" sowie zahlreichen Reden und Artikeln verbreitet hat, in einem Buchprojekt zusammenfasst.
Giordano sieht sich, schreibt er, somit noch als "90jährigen über die Frankfurter Buchmesse humpeln". Ich wünsche ihm weiterhin gute Gesundheit und dass sein Leben noch viel, viel länger andauert.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Alan Poseners gesammelte Ungereimtheiten

- über Geert Wilders, den Islam und die Islamkritik könnte eine sprechende Überschrift für den Artikel lauten, mit dem nun auch Alan Posener in das beachtliche Wilders-Bashing der deutschen Printmedien einsteigt. Eine stringente Argumentation vermag der Leser in dem bei "Welt Online" veröffentlichten Text nicht zu entdecken. Wilders sei wohl ein Rassist und Dummkopf, weshalb, das verrät Posener nicht. Er hangelt sich von Petitessen wie Wilders´ Frisur um Worte ringend bis zu der Behauptung empor, Wilders und seine Anhänger seien das europäische Pendant zur McCarthy-Bewegung in den USA. Konkrete inhaltliche Aussagen trifft er kaum, aber wenn er es tut, liegt er falsch.
Ist Wilders ein Rassist? Davon bin ich überzeugt. Ist er islamophob? Nach eigenem Bekunden fürchtet er den weltweiten Sieg des Islam. Das ist eine irrationale Angst, denn der Islam hat ungefähr so viel Aussicht, die Welt zu erobern, wie Henryk M. Broder, Präsident des Zentralrats der Juden zu werden.
Es gibt in der deutschen Sprache zwei Begriffe, die nur allzu oft synonym gebraucht werden - was allerdings falsch ist, da ihre Bedeutung grundverschieden ist: Angst und Furcht nämlich. Angst ist immer irrational, Herr Posener; das griechische Fremdwort Phobie kennzeichnet ein Leiden mit Krankheitswert. Furcht ist hingegen sehr wohl begründet und entspringt der allgemeinen Vernunft, so wie es etwa Intelligenz und Erfahrung gebieten, ein gefährliches Raubtier auf sicherem Abstand zu halten.
Den Kampfbegriff Islamophobie hat jedoch nicht Alan Posener erfunden, sondern Ayatollah Khomeini, um damit in der Tradition totalitaristischer Propaganda politische Gegner zu stigmatisieren und in die Nähe von Geisteskranken zu rücken.
Irrational und, um mit Alan Posener zu sprechen, "im Wortsinn" wahnsinnig ist das globale Eroberungsprojekt des islamischen Dschihad. Dass es wenig Aussicht auf tatsächlichen Erfolg haben mag, bedeutet nicht, dass es nicht existiert, dass nicht seine Anhänger all ihre Kraft darauf richten und schon der Versuch allein die Welt zugrunde richten könnte. Diese Lektion könnte man eigentlich aus der Erfahrung mit dem Nationalsozialismus ziehen.
Der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus (oder Faschismus) offenbart jedoch sogleich den Denkfehler Wilders’ und der Islamophoben. Denn es gibt „den Islam“ nicht. Ich rede nicht allein von der Aufspaltung in Sunni und Schia, Sufi und andere Sekten; ich rede nicht allein davon, dass es überhaupt keine Organisation „des Islam“ insgesamt gibt, keine Möglichkeit, die „Umma“ oder ideelle Weltgemeinschaft der Muslime, in irgendeine Richtung zu bewegen.
Es fällt auf, dass es "den Islam" nicht gibt, wenn er der Kritik ausgesetzt werden soll. Setzt es hingegen Lob oder wollen ausgerechnet linke Politiker "den Islam" als Körperschaft anerkennen, gibt es "den Islam" plötzlich doch. Posener fällt auf diesen von fundamentalistischen Islamfunktionären eingeführten rhetorischen Taschenspielertrick auch noch herein.
Posener vermag daher nicht zu erklären, weshalb es typisch islamische Feindbilder, Ressentiments und Verschwörungstheorien gibt, die selbstverständlich nicht von allen Muslimen, aber überall dort geteilt werden, wo sich der Islam ausgebreitet hat, zwischen Marokko und Malaysia, Tschetschenien und Jemen. Sie münden in das Phänomen des globalen Dschihad. Sie gründen in der Einheitlichkeit von Form und Charakter des Korantextes und der islamischen Überlieferung und in der Angewohnheit islamischer Gelehrter, das Weltgeschehen auf der Grundlage des 7. Jahrhunderts zu deuten.
Denn so vielfältig und divers die folkloristischen Ausprägungen sein mögen, die der Islam in allen Weltgegenden angenommen hat - seine Ursprünge sind es nicht. Es ist bis heute breiter Konsens, dass der Koran das "unerschaffene Wort Allahs" sei, das Gotteswort also (im Gegensatz zur Bibel) nicht nur enthält, sondern es selbst ist.
Ins Reich des Märchens driftet Posener ab, wenn er erklärt, der Islam existiere heute nicht als politischer "global player". Die Organisation der islamischen Konferenz (OIC), der die meisten islamischen Staaten angehören, hat 1990 die "Kairoer Erklärung der Menschenrechte" verabschiedet und bis heute nicht zurückgenommen. Darin werden alle Menschenrechte unter Scharia-Vorbehalt gestellt, de facto also ausgehebelt. Über UN und OSZE versuchen islamische "pressure groups" Islamkritik zu kriminalisieren.
Insofern ist der Vergleich des Islam mit dem Kommunismus irreführend, ja im Wortsinn irre. Anders als die jüdische Weltverschwörung gab es die kommunistische Weltverschwörung. Aber eine islamische Weltverschwörung gibt es nicht.
In Bezug auf den Islam argumentiert Posener genau so, wie westliche Linke im Kalten Krieg den real existierenden Kommunismus verharmlosten, indem sie behaupteten, dass es "den Kommunismus" nicht gibt und die Herren im Politbüro einfach nur die Bedienungsanleitung falsch verstanden hatten - ihm fällt es allerdings nicht auf.
Eine islamische Weltverschwörung gibt es jedoch tatsächlich nicht. Die Islamisierung der Welt ist nämlich keine Verschwörung, sondern seit Jahrhunderten ganz offiziell die Doktrin muslimischer Heerführer und islamischer Imperien. Der syrischstämmige Politologe, Muslim  und Autor zahlreicher Bücher über den islamischen Extremismus Prof. Bassam Tibi bezeichnet die Expansion des Islam auch als "frühes Globalisierungsprojekt" und schreibt ferner: Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung. In der Begrifflichkeit des Islam heißt das: Es müsse das "Dar al-Islam" (Haus des Islam) auf die gesamte Erde ausgeweitet werden, um es in ein "Dar al-Salam" (Haus des Friedens) zu verwandeln. Selbst noch die liberalere islamische Reformtheologie hebt al- Taqhallub (Dominanz) als Wesensmerkmal des Islam hervor. Eine solche Weltanschauung ist weder mit dem Kultur- noch mit dem Religionspluralismus westlicher Gesellschaften vereinbar, und sie wirkt daher im heutigen Europa wie ein Fremdkörper. (Zitatende, aus: Bassam Tibi: "Selig sind die Belogenen")
Weiter bei Posener:
Was nun den Vergleich des Koran mit „Mein Kampf“ angeht, eines Buchs aus dem 7. mit einem Buch aus dem 20. Jahrhundert, so ist das abwegig. Beide Bücher sind ziemlich langweilig, aber da enden schon die Ähnlichkeiten. Jedoch deckt das Recht auf freie Meinungsäußerung auch schiefe Vergleiche.
Ja, wären Hitler und Mohammed nur bessere Erzähler gewesen, hätte vielleicht sogar Alan Posener ihre Schmöker gelesen.
Die größte Gemeinsamkeit zwischen beiden Büchern besteht darin, dass es sich auch beim Koran in weiten Teilen um ein politisches Manifest über die kämpferische Überwindung der Gegner (der "Ungläubigen") handelt, das in Form von Handlungsanweisungen ein letztlich ebenso politisches Gebilde konstituiert, in dem Muslimen und Dhimmis, Herren und Beherrschten, ein unterschiedlicher Rechtsstatus zugeschrieben wird. Kein abendländisches, orientalisches, fernöstliches oder mesoamerikanisches "Heiliges Buch" ist so hochgradig politisch wie der Koran.
Zum Schluss findet Posener den Prozess gegen Wilders, der in diesen Tagen wegen seiner Islamkritik vor Gericht steht, noch überflüssig, denn sonst "geht die Freiheit flöten". Der Leser erblickt vor seinem inneren Auge einen Alan Posener, der die Tastatur zurückschiebt, ein Pfeifchen anzündet und zufrieden im warmen Sessel versinkt. Hauptsache, es hat jeder alles gesagt, was zu sagen ist. Und erst dann soll die Freiheit flöten gehen.

Siehe auch:

Mittwoch, 29. September 2010

Wissenschaftlerin: "Antisemitismus kein muslimisches Problem"

Die "Islamische Zeitung" schreibt:
Judenfeindlichkeit ist nach Einschätzung der Antisemitismusforscherin Juliane Wetzel vor allem ein deutsches Problem, weniger eines von muslimischen Zuwanderern. Nach wie vor käme Antisemitismus vor allem aus der rechtsextremen Ecke, sagte die Wissenschaftlerin der Technischen Universität Berlin am Montag auf einer Fachtagung in Rehburg-Loccum. Eine latente Judenfeindlichkeit sei bei 15 bis 20 Prozent der deutschen Bevölkerung vorhanden. «Es ist nicht das Problem der Muslime.» Auslöser von Antisemitismus bei muslimischen Zuwanderern seien der Nahostkonflikt, aber auch das Satellitenfernsehen und Filme aus islamischen Ländern. Zum tatsächlichen Einfluss dieser Programme auf Zuwanderer in Deutschland gebe es aber keine Erkenntnisse, sagte Wetzel. Die Mehrheitsgesellschaft zeige beim Thema Antisemitismus schnell auf Muslime, um sich das eigene Nachdenken zu der Problematik zu sparen.  (Quelle)
Nun mag man sich darüber wundern, dass Muslime in Deutschland keine wichtigeren Sorgen haben, als  sich um das Los ihrer fernen "palästinensischen" Glaubensbrüder zu grämen - Antisemitismus darf man laut Juliane Wetzel darin aber nicht sehen. Und auch wenn man davon ausgeht, dass islamisches Satellitenprogramm auf dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage aufbaut, soll man dahinter keinen Antisemitismus vermuten. Die "Mehrheitsgesellschaft" soll beim "Thema Antisemitismus" gefälligst auf jemand anderen zeigen, aber bloß nicht auf "die Muslime" - auch wenn die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dort die Richtigen zu treffen.
Denn die Denkschablonen des interkulturellen "Dialogs" und der "kultursensiblen Sprache" (Aygül Özkan) verbieten jeden Hinweis auf jenen spezifisch islamischen Antisemitismus (oder besser: Judenfeindlichkeit), der tatsächlich auch Bestandteil der "kulturellen Bereicherung" durch muslimische Migranten ist.
Wetzel kennt nicht die judenfeindlichen Passagen aus Koran und Hadith und weiß aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht, dass Mohammed selbst die Ermordung aufmüpfiger, also selbstbestimmter Juden anordnete. Sie weiß auch nicht, dass islamische Gelehrte einer zyklischen Vorstellung von Zeit anhangen und dazu neigen, alles Geschehen auf der Grundlage des 7. Jahrhunderst u. Z., der Zeit Mohammeds, zu interpretieren. Die wilden Verschwörungstheorien, die selbst große islamische Gemeinschaften völlig ungeniert verbreiten, kennt sie ebensowenig - muss sie aber auch nicht, denn der "Einfluss dieser Programme" lässt sich ohnehin nicht so genau feststellen.
Und so tragen die inkohärenten Thesen einer Juliane Wetzel dazu bei, den neuen Antisemitismus salonfähig zu machen.

Dienstag, 28. September 2010

Die LINKE pro Kopftuch

Genüßlich zitiert www.islam.de die Bundestagsabgeordnete der LINKEN Christine Buchholz, welche die Islamkritikerin Alice Schwarzer scharf kritisiert:
Die Forderungen von Alice Schwarzer nach einem Kopftuchverbot an Schulen, im öffentlichen Dienst und einem generellen Burkaverbot ist auf entschiedenen Widerstand bei der LINKEN-Partei gestoßen. Das Mitglied im Geschäftsführenden Vorstand der Partei und Bundetagsabgeordnete Christine Buchholz erklärte, dass Zwang und Kleidungsverbote Frauen keinesfalls befreien. Im Gegenteil: Schwarzers Forderungen schränken den Zugang zu Bildung, zum Arbeitsmarkt und die Religionsfreiheit für Musliminnen ein.

„Es ist ein Unterschied, ob in einem Klassenraum ein Kruzifix an der Wand hängt und alle darunter Unterricht machen müssen oder ob eine Schülerin ein Kopftuch trägt. Ein Kopftuch ist Ausdruck des persönlichen Glaubens. Ein Verbot in Schulen gefährdet das Recht der Schülerinnen auf Bildung.“
Wenn das so ist, ist eine Neubewertung des Begriffs der "Religionsfreiheit" dringend erforderlich. Das Kopftuch ist eben kein "Ausdruck des persönlichen Glaubens". Wenn es so wäre, warum tragen Männer dann kein Kopftuch? Das Kopftuch ist sichtbarer Ausdruck der sozialen Abschottung seiner Trägerin. Es zeigt an, dass sie der islamischen Sexuallehre anhangt, die auf der männlichen Kontrolle der weiblichen Sexualität besteht. Diesen Sachverhalt kann man schwerlich engagierten Feministinnen und kundigen Islamkritikerinnen wie Schwarzer anlasten.
Ich greife hier nur einen Ausschnitt aus der Fülle der islamischen Literatur heraus, nämlich die Haltung der "gemäßigten" Ahmadiyya, die gleichwohl im Kopftuch eine Art "sechste Säule" des Islam sehen will. Man muss nicht einmal sonderlich zwischen den Zeilen lesen.
Die Verschleierung bzw. das Kopftuch ( Hijab, Pardah ) ist also eine Maßnahme zur Vermeidung von Unsittlichkeit. Außerdem ist zu beachten: Wenn eine Frau öffentlich ein Kopftuch trägt, so bekennt sie sich offen zum Islam und demonstriert damit ihre Gottergebenheit und Integrität. Für sie kommt es nicht auf Äußerlichkeiten an, sondern die inneren Werte und die eigene Überzeugung sind ihr wichtiger. Außerdem signalisiert sie dadurch auch, dass sie für Flirts nicht offen ist, da sie andere Ziele hat.
Doch sie tut das auf eine Weise, die sie nicht an der Partizipation gesellschaftlicher Aufgaben hindert, sondern die ihr stattdessen den nötigen Schutz bietet und es ihr ermöglicht, in Frieden und Harmonie mit sich selbst und der Umgebung zu leben. Das Kopftuch schafft also die optimale Übereinstimmung zwischen einer spirituellen Lebensweise und einer effektiven Bewältigung von alltäglichen Aufgaben. (Quelle)
Würde und Ehre sind in der kulturellen Moderne nicht mit verhüllenden Lappen verknüpft, sondern mit dem Verhalten des Individuums. Frauen benötigen kein Kopftuch, um sich "geschützt" zu fühlen, denn es gibt das deutsche Strafgesetzbuch.  Mit einem Wort: das Kopftuch ist überflüssig.
Weshalb ausgerechnet eine LINKE Politikerin wie Buchholz mit einer derart positivistischen Argumentation gegen ein Kopftuchverbot wettert, bleibt ein Rätsel.

Samstag, 11. September 2010

"Forum am Freitag" erklärt uns den Dschihad

Das islamische "Forum am Freitag" (ZDF) erklärt uns in seiner neuesten Ausgabe vom 10. September den "Heiligen Krieg". - Keine Sorge, Abdul-Ahmad Rashid hat keine fatwa erlasssen, sondern plaudert mit dem Islamwissenschaftler Prof. Bülent Ucar über den Begriff des Dschihad an sich. Dieser ist selbst gläubiger Muslim, was sich vor allem darin ausdrückt, dass er sich innerlich gegen die Erkenntnis sträubt, dass die militärische Komponente des Dschihad eben auf Mohammed selbst zurück geht und nicht erst auf dessen Nachfolger. So seien die Dschihad-Eroberungen des Islam den christlichen Kreuzzügen gegenüber zu stellen - wobei Ucar aussen vor lässt, dass die Christen erst rund elf Jahrhunderte nach dem Tod ihres Religionsstifters Kreuzzüge veranstalteten, es sich bei diesen um räumlich und zeitlich begrenzte Unternehmungen handelte und in der ganzen Bibel kein dem Dschihad vergleichbares Konzept zu finden ist, während die muslimischen Araber nur 100 Jahre nach Mohammeds Tod bereits mitten in Frankreich standen und erst das Hilfegesuch des byzantinischen Kaisers Alexios Komnenos an Papst Urban II. gegen die muslimischen Seldschuken im 11. Jahrhundert zum Auslöser der Kreuzzüge wurde.
Trotzdem hätte ich die Sendung wohl kommentarlos abgehakt, denn schließlich sind darin durchaus kritische Ansätze vorhanden, wenngleich auch keiner davon zu erklären vermag, weshalb der militärische, oder besser, gewaltsame Dschihad in unserer Gegenwart wieder zum globalen Phänomen werden konnte.  Ein Detail erweckte jedoch meine Aufmerksamkeit. Im Film wird ein Tierarzt Dr. Ali Hassan vorgestellt, der eine Definition von Dschihad gibt, in welcher es ab Minute 4:10 heißt: "...auf dem geraden Weg zu bleiben, das ist, den verbündeten Muslimen und den verbündeten Nichtmuslimen zu helfen." Der "gerade Weg" ist aber eine gängige Metapher für die Scharia, das gottgegebene islamische Rechtssystem. Und darum habe ich für das Forum des "Forum am Freitag" folgenden bislang nicht freigegebenen Beitrag verfasst:
Leider wird der volle Umfang des Dschihad-Begriffs durch die Erklärungen des Prof. Ucar nicht ausgeschöpft. Auf die Motivation der Gotteskrieger, die zwischen Marokko und Malaysia, Tschetschenien und Jemen "auf dem Pfad Allahs ausschreiten" (Wortbedeutung Dschihad), um "den Islam" vor respektlosen Nichtmuslimen zu "verteidigen", wird mit nahezu keinem Wort eingegangen. Dieses Deutungsspektrum klingt schon in der Schilderung des im Film vorgestellten aufgeklärten Muslims Dr. Ali Hassan an: "Der Dschihad dient (...) der Unterstützung von verbündeten Muslimen und verbündeten Nichtmuslimen..." (ab ca. 4:10 im Video).
Der Dschihad der militanten Gotteskrieger beruft sich auf die im Koran festgeschriebenen Maßnahmen, die Mohammed ergriff, um die Herrschaft des Islam zu sichern und dessen Geltungsbereich zu erweitern, insbesondere Sure 8 und 9. In Sure 8 heißt es:
"Und diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und für Allahs Sache gekämpft haben, und jene, die (ihnen) Herberge und Hilfe gaben - diese sind in der Tat wahre Gläubige. Ihnen wird Vergebung und eine ehrenvolle Versorgung zuteil sein." (74)
"Und die, welche hernach glauben und auswandern und (für Allahs Sache) an eurer Seite kämpfen werden - sie gehören zu euch; und (unter) Blutsverwandten stehen sich im Buche Allahs die einen näher als die anderen. Wahrlich, Allah weiß wohl alle Dinge." (75)
Und in Sure 9:
"Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben, und die das nicht für verboten erklären, was Allah und Sein Gesandter für verboten erklärt haben, und die nicht dem wahren Glauben folgen - von denen, die die Schrift erhalten haben, bis sie eigenhändig den Tribut in voller Unterwerfung entrichten." (29)
"Allah ist es, Der Seinen Gesandten mit der Führung und der wahren Religion geschickt hat, auf daß Er sie über alle (anderen) Religionen siegen lasse; mag es den Götzendienern auch zuwider sein." (33)
Reformerische islamische Gemeinschaften wie die Ahmadiyya lehnen die militärisch-gewaltförmige Variante des Dschihad strikt ab. Orthodoxe islamische Schulen werfen den Ahmadis darum vor, sie führten überhaupt keinen Dschihad. Die Ahmadiyya versucht jedoch die Geltung der Scharia, des gottgegebenen islamischen Rechts und den "geraden Weg" (vgl. Dr. Ali Hassan im Film), durch eine "spirituelle Revolution" herzustellen.
In der vom Islamischen Zentrum München (IZM) herausgegebenen Schrift "Die Erziehung unserer Kinder" spielt Fatima Grimm auf ein in der Sammlung von Muslim überliefertes Hadith über die Arten des Dschihad an wenn sie schreibt: "Denn kämpfen für Gottes Sache lässt sich zwar vor allem mit dem Schwert; wo dies jedoch nicht möglich oder notwendig ist, auch mit der Feder, dem Spaten, dem Skalpell oder meinetwegen sogar mit der Nähnadel oder dem Kochlöffel.
Der Dschihad ist ein Verteidigungskampf gegen alle Kräfte, die den Islam anzugreifen versuchen. Wenn wir mit wachem, offenem Blick die Weltlage betrachten, so finden wir, dass dieser Angriff von allen nur erdenklichen Seiten mit allen nur möglichen Mitteln ohne Unterlass geführt wird." (Zitatende)
Knapper lässt sich die Weltanschauung militanter Dschihadisten kaum zusammenfassen.
Bis heute führt der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) Fatima Grimm als Ehrenmitglied. Eine Distanzierung von Grimms Aussagen ist nie erfolgt.
Die ersten islamischen Kriege wurde nicht von Mohammeds Nachfolgern, sondern nachweislich von diesem selbst geplant und durchgeführt. Aus diesem Grund ist die Selbstidentifikation der heutigen Gotteskrieger mit dem Prophetenvorbild ungebrochen.Noch zu dessen Lebzeiten brachten die Anhänger Mohammeds nahezu die gesamte arabische Halbinsel unter ihre Kontrolle.
Insgesamt wünschte ich mir eine kritischere Auseinandersetzung mit dem Dschihad-Begriff im Rahmen des "Forums am Freitag".
Link: "Forum am Freitag" über Dschihad in der ZDF-Mediathek
Link: Offizielles ZDF-Forum des "Forums am Freitag"


Freitag, 20. August 2010

Prof. Tilman Nagel: Ehrenmord ist Bestandteil islamischen Glaubens

Bei Texten, die "Islamwissenschaftler" in der Tagespresse veröffentlichen, zeichnet sich seit Jahren ein bedauerlicher Trend ab: mit Wissenschaft haben diese Publikationen weniger gemein als mit Weltanschauung; die Verfasser üben sich weniger im kritisch-distanzierten Blick des Wissenschaftlers, als in der Autosuggestion des wahrhaft Gläubigen. Kurz - man gewinnt mitunter den Eindruck, dass dort jemand schreibt, der innerlich oder auch tatsächlich selbst zum Muslim geworden ist. 
Eine Ausnahme bildet Prof. Tilman Nagel, ein Wissenschaftler von internationalem Renommee, der kurz nach seiner Emeritierung zwei Bände vorgelegt hat, bei denen es sich nach nahezu einhelliger Einschätzung der Fachwelt um neue Standardwerke handelt, mit denen Generationen von künftigen Islamissenschaftlern arbeiten werden: Mohammed - Leben und Legende, sowie Allahs Liebling: Ursprung und Erscheinungsformen des Mohammedglaubens (beide 2008).
Nagel versteht es, in klaren Worten Zusammenhänge deutlich zu machen, die in der Banalität des alltäglichen "Dialogs" mit dem Islam niemals zur Sprache kommen. Denn der Wissenschaftler ist sich im Gegensatz zu den Dialogführern bewußt, dass im sozio-kulturellen Kontext (etwa des Islam) freilich nicht nur explizite Gebote und Verbote Wirkungen zeitigen, sondern auch deren implizite und nachgeordnete Aspekte. (Als Beispiel hierfür mag das Wechselspiel zwischen Zwang, Freiwilligkeit, Unterwerfung und subjektiver Aufwertung beim islamischen Gebot der Verschleierung der Frau gelten.) So entsorgt Nagel in seinem jüngsten Artikel in der FAZ (wenngleich eher beiläufig) höchst plausibel die regelmäßige Behauptung des "Dialogs", dass sogenannte Ehrenmorde "nichts mit dem Islam zu tun" hätten:
Hierzu [den von Mohammed-Allah erlassenen Ehebestimmungen] zählt unter anderen die Wartefrist, die verstreichen muss, bevor eine verstoßene oder verwitwete Frau wieder verheiratet werden darf; die genealogische Zuordnung eines sich möglicherweise in ihrem Leib entwickelnden Kindes muss eindeutig sein. Die Unterwerfung der Frau, vor allem in Sure 4 geregelt, ist für die von Mohammed ins Leben gerufene Religion so wichtig, dass er nach islamischer Überlieferung in der Predigt, die er während seiner letzten Wallfahrt gehalten hat, feststellt: „Die (Ehe-)Frauen haben einen Anspruch gegen euch (Ehemänner), und ihr habt einen Anspruch gegen sie. Denn es obliegt ihnen, niemandem zu erlauben, sich in euer Bett zu legen, und niemandem, den ihr verabscheut, Zutritt zu eurem Haus zu gewähren, es sei denn mit eurer Erlaubnis. Handeln sie dem zuwider, so gilt, dass Allah euch gestattet hat, sie im Bett zu meiden und sie zu schlagen, allerdings, ohne sie grausam zu quälen (vgl. Sure 4, 34). Wenn sie dann ihr Fehlverhalten aufgeben und euch gehorchen, dann stehen ihnen Kleidung und Nahrung zu, wie es recht und billig ist. Die Frauen sind bei euch wie Kriegsgefangene, die über nichts aus eigener Macht verfügen. Ihr aber habt sie von Allah zu treuen Händen erhalten; dank seinem Wort gebietet ihr über ihre Scheide. Darum seid gottesfürchtig im Umgang mit den Frauen und nehmt euch ihrer im Guten an!“
Was in Sure 4 und in der wohl jedem Muslim geläufigen Predigt Mohammeds ausgesagt wird, schlägt sich im System der Scharia als eines der fünf Fundamentalgüter des Daseins nieder, deren Missachtung Allah mit strengen Strafen bedroht: die genealogisch eindeutige Nachkommenschaft. Die übrigen vier sind die richtige Religion, also der Islam, das Leben, das Eigentum und der Verstand – er darf beim Vollzug der Riten nicht getrübt sein, weswegen der Genuss berauschender Getränke verboten ist. Die Verletzung einer dieser fünf Grundlagen des Gemeinwesens, das nach islamischem Glauben von Allah selbst durch die von ihm angeleitete Tätigkeit seines Propheten gegründet wurde, tastet mithin die Autorität Allahs an. Deswegen verfügte Allah im Koran – nach muslimischer Überzeugung Allahs unmittelbares Wort – Strafen, die die islamische Gerichtsbarkeit verhängen muss, sobald jemandem ein entsprechendes Delikt nachgewiesen wurde. Der Richter hat in einem solchen Fall keinen Spielraum für eigene Entscheidungen.
Unter das Fundamentalgut der einwandfreien Abstammung rechnet die Schariawissenschaft auch die Ehre, verstanden als die Reputation der jeweiligen Sippe, nicht des Einzelnen. Deshalb ist es, wie die jüngst in Kuweit erschienene Enzyklopädie des Schariarechts hervorhebt, eine religiöse Pflicht, die sexuelle Integrität der Ehefrau und anderer weiblicher Sippenmitglieder zu verteidigen. Die bisweilen in Deutschland geäußerte Behauptung, „Ehrenmorde“ hätten mit dem islamischen Glauben nichts zu tun, ist unzutreffend; sie dient der Propagierung der These, die Scharia sei mit an den Menschenrechten orientierten Rechtssystemen vereinbar.
Quelle: Koranische Strafe, die nicht im Koran steht (FAZ)
Wir danken vielmals für die Klarstellung.



Donnerstag, 24. Juni 2010

ZMD instrumentalisiert nun auch die WM

Kurz vor dem Spiel [Anm.: also während alle anderen Spieler die Nationalhymne singen] betet Mesut Özil zu Gott und rezitiert dabei aus dem Koran. Sein Gebet hat uns allen weitergeholfen. Die Muslime freuen sich besonders an diesem Tag: gelebte und echte Integration in lebendiger Form. Als Krönung stehen nach 90 Minuten drei Sieger auf dem Platz: Deutschland, Ghana und die Integration. Schaut man sich den deutschen WM-Kader an, so wird schnell klar, dass das, worauf wir seit Jahrzehnten alle warten, im Fußball längst angekommen ist. Von 23 Spielern sind mindestens neun mit Migrationshintergrund "ausgestattet". Und dass die Integration dort funktioniert – dafür sprechen unsere Erfolge bei der Meisterschaft. (Quelle)
Bei allem Überschwang des "Zentralrat"-Schreibers muss die schüchterne Frage erlaubt sein: wenn der Einzug der deutschen Multikulti-Elf nach Hängen und Würgen ins Achtelfinale der WM einen Erfolg der Integration bedeutet, bedeutet dann eine Niederlage in der nächsten Partie Deutschland - England (nach den bisherigen Leistungen beider Mannschaften zu urteilen, wäre die Beschreibung "Not gegen Elend" zutreffend) das Scheitern der Integration?
Es wäre zumindest konsequent. Und während sich ganz Frankreich über das sportliche wie menschliche Debakel der multikulturellen "equipe" in Grund und Boden schämt,  steht das monokulturelle Japan im Achtelfinale. Was ist da schiefgelaufen?

Der Führer spricht ein Machtwort...

...zur politisch korrekten Entrüstung über den "inneren Reichsparteitag" Müller-Hohensteins! Endlich!

Ein Kommentar zum Reichsparteitag! - MyVideo

Ingrid Thurner und die Freiheit des Kopftuchzwangs

Alle paar Monate meldet sich Frau Ingrid Thurner, "Ethnologin und Lehrbeauftragte am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien", in der "Süddeutschen Zeitung" zu Wort und tut ihre Ansichten über die Weltläufte kund, vor allem aber über das islamische Kopftuch und darüber, dass es nicht ein Symbol der Unterdrückung und sozialen Abgrenzung, sondern vielmehr feministischer Selbstbehauptung sei, zuletzt am 21.6. unter dem Titel "Der nackte Zwang".
Nun kann man einer Ethnologin nachsehen, dass sie keine Ahnung von den ideologisch-dogmatischen Hintergünden der weiblichen Verhüllung im Islam hat, denn es gehört nicht zu ihrem Fachgebiet, sich mit diesen vertraut zu machen. Man kann ihr aber nicht nachsehen, dass sie die eigene Ahnungslosigkeit mit Alt-68er- und Feminismus-Ideologie zu bemänteln sucht und Frauen und Männer, die das Kopftuch auf faktischer Ebene kritisieren, als eigentliche Antiaufklärer an den Pranger stellt.
So produziert Thurner, von Wissen und Faktenbezogenheit unbeschwert, solche Sätze: 
Als die muslimische Frau in der Öffentlichkeit sichtbar wurde, verwandelte sie sich in ein Problem. Sichtbar ist sie erst, seit sie begonnen hat, ihren Körper zu verstecken und damit selbstbewusst aufzutreten. Das tut sie nun seit einigen Jahren. Vorher verursachte sie keine Aufregung, keine Schlagzeilen und kein Engagement.
Was verstecken mit Selbstbewußtsein zu tun hat bleibt das Geheimnis einer Autorin, die unberührt und unberührbar über den Dingen schwebt wie der Heilige Geist.
Fast wäre man versucht, den Umkehrschluss zu ziehen und weibliche Nacktheit als Symbol weiblicher Freiheit zu deuten. Aber welchen Zwängen unterwerfen sich nicht konform-westlich denkende Frauen für den Auftritt in der Öffentlichkeit? Hohe Absätze, hautenge Jeans, frieren in der Kälte, ein Leben lang hungern, alles um den Körper vorzeigbar zu machen, dazu ständige Kontrolle, ob die Haarsträhnen richtig liegen, ob der Busen richtig steht, ob die Träger sitzen.
Unwillkürlich zwingt sich dem Leser der Verdacht auf, dass jede Frau "konform-westlich" denkt, die besser aussieht als die Nonkonformistin Thurner.
Genau genommen unterliegen Musliminnen hierzulande dem Zwang, das Kopftuch nicht zu tragen.
Und so versucht sich Thurner an einer gewagten Neuinterpretation der Ideale der Frauenbewegung unter islamischen Vorzeichen:
Die Motive der Frauen und die Charaktere, die sie verhüllen, sind so verschieden wie die Persönlichkeiten, die sich von Spaghettiträgerchen präsentieren lassen. Aber als eine wesentliche Begründung für die Bedeckung geben Musliminnen immer wieder an, dass sie sich nicht über ihren Körper definieren lassen wollen. Es scheint in Vergessenheit geraten, dass dies auch einmal ein Anliegen westlichen Feminismus war. Kein Objekt der sexuellen Begierde mehr wollte frau sein.
Dass Frauen im Islam verhüllt werden, weil sie Objekte der sexuellen Begierde sind, entgeht Thurner völlig: "Eure Frauen sind ein Saatfeld für euch; darum bestellt euer Saatfeld wie ihr wollt." (Koran, Sure 2, Vers 223) Die Frau im Islam wird gerade über ihre Sexualität definiert. Aus ihrer physischen Beschaffenheit ergibt sich die Ungleichberechtigung der Frau im islamischen Recht. Kopftuch und Schleier dienen traditionell der Ausgrenzung des Sexuell-Weiblichen aus dem öffentlichen Raum. Auch die fatwas zeitgenössischer arabischer Islamgelehrter, die Frauen die Erlangung einer Fahrerlaubnis etc. verweigern, zielen genau auf diese Kontrolle der - im Wortsinn - "Freizügigkeit" der Frau. Die Feministinnen wollten aber nicht nur kein Objekt, sondern vor allem Subjekt sein, das ein Recht auf den eigenen Körper und sexuelle Selbstbestimmung hat. Der Islam sieht weder das eine, noch das andere vor.
Der Kommentarbereich unter dem SZ-Artikel umfasst derzeit 146 Einträge. Auch hier bestätigt sich die Erkenntnis, dass islamkritische Kommentare in der deutschen Presse um so geringere Chancen auf Veröffentlichung haben, je mehr mit Bezug auf Fakten argumentiert wird. Daher sei an dieser Stelle der bislang unveröffentlichte Kommentar des Bloggers nachgereicht:

Frau Thurner mag sich ihren eigenen Reim auf das Kopftuch machen und den sprunghaften Anstieg der Kopftücher ob hierzulande oder in der "islamischen Welt" als Ausdruck einer feministischen Revolution statt einer tatsächlich stattfindenden Re-Islamisierung ehemals säkularer Bevölkerungsschichten fehlinterpretieren. Das ist ihr gutes Recht. Festzuhalten ist jedoch, dass Thurner von jedem Wissen unbeleckt ist, was die Verhüllung der Frau in der islamischen Sexualethik eigentlich bedeutet. Diese lehrt, dass Männer nicht in der Lage seien, ihre Triebe zu beherrschen, die durch den Anblick der unverhüllten Frau aktiviert werden. So seien sie gleich einem geistlosen Tier dazu "verurteilt", der unverhüllten Frau nachzustellen - die klassische Umkehrung des Täter-Opfer-Verhältnisses, die sich etwa in islamischer Rechtsprechung niederschlägt, die Vergewaltigungsopfer als "Ehebrecherinnen" sieht. Frei sind in diesem System weder Frau noch Mann; der ihm innewohnende Zwang hat notwendigerweise zur Folge, dass sich Kopftuchträgerinnen gegenüber Frauen, die das Kopftuch ablehnen, sowohl sozial als auch ethisch-moralisch subjektiv aufgewertet ("ehrbar") und jene abgewertet sehen.
Zwar mag es Kopftuchträgerinnen geben, die das Kopftuch tatsächlich freiwillig, als Folklore oder Zeichen kultureller Identität tragen. Am ideologisch-dogmatischen Hintergrund des Kopftuchs ändert dies jedoch nichts. Ferner wird die gebetsmühlenhaft wiederholte "Freiwilligkeit" des Kopftuchtragens in Koranschulen ad absurdum geführt, in denen schon Mädchen im Grund- und Vorschulalter "freiwillig" Kopftuch tragen - und zwar nicht nur in Riad, sondern in einer x-beliebigen deutschen Stadt.

Sonntag, 11. April 2010

Die "Welt" und die Welthauptstadt

"Welt Online" veröffentlicht einen schwärmerischen Artikel über die sozialromantischen Phantastereien des Auguste Comte von der "Welthauptstadt" Istanbul als Schnittstelle zwischen Orient und einem entchristlichten Okzident. Die Absicht des Verfassers bleibt dabei zunächst unklar. Er unterstellt Comte jedoch, dieser wäre wohl zum Islam konvertiert, wenn er nicht seine eigene "Einheitsreligion" erfunden hätte, was also bedeutet, dass der Islam deren Zweck vollkommen erfüllt. Das schreibt ein Wolf Lepenies in einer einstmals angesehenen Tageszeitung, während die Türkei von einer offen islamistischen Partei und ihrem "Lider" regiert wird, der über den Hebel der türkischen Minderheit ebenso offen kulturimperialistische Politik in Deutschland betreibt. Doch nicht zufällig gibt sich die "Welt" um so affiner zu Islam und Türkei, je mehr Anteile der Springer-Verlag an türkischen Medien erwirbt. Folgerichtig löschen die Mitarbeiter von "Welt Online" kritische Kommentare schneller, als Wolf Lepenies "Allah akhbar" aussprechen kann. Mein Kommentar hielt genau 28 Minuten durch. Aber wofür gibt es Blogs:
Was will uns dieser Artikel sagen? Gut 100 Jahre nach Comte lebte ein Österreicher mit einem ebenfalls bedenklichen Geisteszustand, der allerdings nicht Paris oder Istanbul, sondern Berlin zur Welthauptstadt ("Germania") machen wollte.
Dem Islam ist Comtes imperiales Gepränge keineswegs fremd. Schon Mohammed soll Botschaften an alle Herrscher des Orients gesandt haben mit der Aufforderung, sich dem Islam zu unterwerfen. Den ersten Feldzug gegen Konstantinopel, die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches, plante er noch selbst. Der Fall Konstantinopels - Zentrum der Ostkirche - hat noch heute in der islamischen Welt hohen Symbolcharakter - noch heute sagen sog. Islamisten voraus, dass Rom eines Tages ebenso fallen wird, wie einst Byzanz. Vor diesem Hintergrund bekommt die Comtesche Idee einer orientalisch-okzidentalischen Einheitsreligion einen faden Beigeschmack. Als diese sieht sich ohnehin der Islam an, weil der Koran behauptet, dass Juden und Christen ihre eigenen heiligen Texte verfälscht haben, also Irrlehren sind. Mit anderen Worten: wer die judäo-christliche Identität des Okzidents preisgibt, wird den Islam ernten.
Womit wir wieder an der Eingangsfrage angekommen sind: Was will uns dieser Artikel sagen?


Mittwoch, 17. März 2010

Der Zentralrat lässt abstimmen

Nachdem der "Koordinationsrat der Muslime" (KRM) damit droht, die "Deutsche Islamkonferenz" platzen zu lassen, da der Bundesinnenminister eines der KRM-Mitglieder aus dieser ausgeladen hat, lässt der "Zentralrat der Muslime" auf seiner Homepage islam.de über die Islamkonferenz abstimmen. "Was halten Sie von der deutschen Islamkonferenz (DIK) der Bundesregierung?" fragt der ZMD die Leser in der am Montag, den 15. März 2010 gestarteten Umfrage.
Der Zwischenstand (Mittwoch, 17. März 2010, 23:59 Uhr) zeugt in erfreulicher Weise vom Realitätssinn der Teilnehmer:
Die DIK trägt zur Integration der Muslime bei: 17%
Die DIK trägt nicht zur Integration der Muslime bei: 30%
Die DIK ändert nichts an der Situation der Muslime in Deutschland: 53%
(Quelle: http://www.islam.de/15489.php)
Dass das Abstimmungsverhalten auf die Gegenliebe des ZMD trifft, ist zu bezweifeln.
Übrigens zeigen auch seriöse Untersuchungen immer wieder, dass nicht mehr als 25% der in Deutschland lebenden Muslime durch die "konservativen" Islamverbände bzw. den Dachverband KRM repräsentiert werden.


Donnerstag, 4. März 2010

Den Niederlanden drohen Unruhen

Geert Wilders PVV hat bei den Kommunalwahlen in Almere und Den Haag hervorragend abgeschnitten. Der Kandidat der "Nederlandse Moslim Partij" in Almere, Shangram Karim, 21, reagiert auf den Wahlerfolg der PVV mit einer Drohung:
„Wilders vergiftet das Zusammenleben. Wenn seine Partei hier künftig noch stärker wird, brennen Autos, und es drohen Unruhen wie in den Pariser Vorstädten“, prophezeit der 21-Jährige aus Bangladesch.  (Quelle)
In den Vororten von Paris - und nicht nur da, sondern später auch in ganz Frankreich - brannten Autos und vieles mehr, nachdem der französische Staat versucht hatte, in den von nordafrikanischen Banden und Klanen beherrschten No-Go-Areas wieder Recht und Gesetz Geltung zu verschaffen. Es handelte sich um die offene Auflehnung gegen die französische "Mehrheitsgesellschaft".
Und dasselbe verspricht Karim im Falle eines Wahlsiegs der PVV. Man nennt das auch "Erpressung".